Lade Login-Box.
Topthemen: Autonomes Fahren in OberfrankenDie Videos der WocheDer BachelorCotubeBlitzerwarner

 

Beim Erben und Schenken an die Steuer denken

Wer erbt oder beschenkt wird, muss Steuern zahlen. Durch eine Schenkung können jedoch auch Abgaben ans Finanzamt gespart werden, denn alle 10 Jahre greifen die Steuerfreibeträge neu.



Erbschaftsteuer ohne Stufenregelung
Bei der Erbschaftsteuer gibt es einen Härteausgleich. Aus diesem Grund gibt es keine Stufenregelung wie bei der Einkommensteuer.   Foto: Hans Wiedl

Erben und Beschenkte sollten an die Erbschafts- und Schenkungsteuer denken. Der Grund: Wenn die persönlichen Freibeträge überschritten sind, geht ein Teil des Erbes oder der Schenkung an das Finanzamt.

«Dabei gilt die Regel: Je kleiner die Schenkung oder das Erbe und je näher man mit dem Verstorbenen oder Schenkenden verwandt ist, desto niedriger fällt die Steuer aus», erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Die Steuersätze reichen von 7 Prozent in der Steuerklasse I bis zu 50 Prozent in der Steuerklasse III. Dabei gilt für den gesamten Erwerb der gleiche Steuersatz, so ein Beschluss des Bundesfinanzhofs (BFH). Eine günstige Stufenberechnung wie bei der Einkommensteuer kommt nach dem Urteil nicht in Betracht (Az.: II B 83/18).

Im konkreten Fall schenkte der Vater seinem Sohn einen Miteigentumsanteil an zwei Grundstücken. Das Finanzamt ermittelte dafür nach Abzug des persönlichen Freibetrags eine Bemessungsgrundlage von insgesamt 246 800 Euro und setzte Schenkungsteuer in Höhe von rund 27 000 Euro fest. Dies entspricht gemäß dem Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes einem Steuersatz von 11 Prozent.

Das hielt der Sohn aber für zu hoch. Er vertrat die Auffassung, dass die Steuer in Stufen berechnet werden muss. Für den ersten Anteil bis 75 000 Euro seines Erwerbs sollte der niedrigere Steuertarif von 7 Prozent angesetzt werden. Erst für den darüber liegenden Teil gelte der höhere Steuersatz von 11 Prozent.

Eine ähnliche Systematik gibt es bei der Einkommensteuer. Hier wird für die Berücksichtigung von außergewöhnlichen Belastungen in Stufen gerechnet, so seine Argumentation.

Der Bundesfinanzhof ließ dies hingegen nicht gelten, denn bei der Erbschaftsteuer gibt es einen Härteausgleich, wenn das geerbte oder geschenkte Vermögen nur knapp über der Schwelle zum höheren Steuersatz liegt. Daher gilt der jeweilige Steuersatz für den gesamten Erwerb, und eine günstige Stufenberechnung wie bei der Einkommensteuer sei wegen des Härteausgleichs nicht gerechtfertigt.

Soll bei einer Schenkung oder im Erbfall möglichst wenig oder keine Erbschaftsteuer anfallen, ist es ratsam, sich rechtzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen, sagt Klocke. Denn alle zehn Jahre greifen die Steuerfreibeträge, zum Beispiel für Kinder oder Enkel neu. Diese betragen für Schenkungen von Eltern an Kinder 400.000 Euro sowie an Enkel 200.000 Euro. Mit einer gestreckten Schenkung kann gegebenenfalls bereits zu Lebzeiten Vermögen in Etappen übertragen werden, um eine hohe Erbschaftsteuer zu vermeiden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
06. 06. 2019
12:04 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bund der Steuerzahler Bundesfinanzhof Einkommensteuer Erbschaften Erbschaftsteuer Finanzämter Steuern und staatliche Abgaben Steuersätze Steuerzahler Söhne Verstorbene
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Erbschaftssteuer

13.11.2019

Kosten für berichtigte Steuererklärung absetzbar

Der Vater hat Steuern hinterzogen? Erben können seine Steuererklärungen berichtigen lassen. Wird dafür ein Steuerberater beauftragt, sind laut einem Urteil die Kosten steuerlich zu berücksichtigen. » mehr

Werkzeug

08.01.2020

Lange Renovierung kann Steuerfreiheit kosten

Kinder müssen keine Erbschaftsteuer zahlen, wenn sie nach dem Tod der Eltern schnell ins geerbte Familienheim einziehen. Zu lange sollten sie nicht warten - auch wenn die Wohnung erst renoviert wird. » mehr

Immobilien-Verkauf

01.01.2020

Keine Spekulationssteuer trotz Zwischenvermietung

Wer ein Haus verkauft, muss auf den Erlös normalerweise Steuern zahlen. Ausnahmen gibt es etwa, wenn das Haus selbst genutzt wurde. Doch auch Vermieter können sich auf ein Urteil berufen. » mehr

Finanzamt

20.09.2019

Günstiger Steuersatz bei Mitarbeiterbeteiligung erlaubt

Mitarbeiterbeteiligungen binden Angestellte und Arbeitgeber. Verkauft ein Arbeitnehmer seine Kapitalbeteiligung, muss er den Gewinn versteuern. Inwieweit die Steuer greift ist variabel. In einem Fall kommt ein Steuerzahl... » mehr

Arbeiten am Computer

18.12.2019

Recherchekosten für Biografie absetzen

Ein eigenes Buch schreiben? Für viele ein langgehegter Traum. Kostet die Recherche Geld, kann das sogar die Steuerlast senken. Aber das Finanzamt schaut genau hin, ob das Buch für Gewinne sorgen soll. » mehr

Ermäßigter Steuersatz

27.11.2019

Ermäßigten Steuersatz für ausgezahlten Urlaub fordern

Mehrjährige Tätigkeiten können ermäßigt besteuert werden. Richter haben dies auch Arbeitnehmern ermöglicht, die Urlaub aus mehreren Jahren ausgezahlt bekamen. Wie es funktionieren kann. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
06. 06. 2019
12:04 Uhr



^