Lade Login-Box.
Corona Ticker
Topthemen: CoronavirusVideosCoburger OB-Kandidaten vor der KameraCotubeBlitzerwarner

 

Krankheitskosten von der Steuer absetzen

Krankheitskosten können nur dann steuerlich geltend gemacht werden, wenn ein Eigenanteil überschritten ist. Laut Experten lohnt es sich dennoch, alle Kosten steuerlich anzugeben - denn die Reglung könnte bald hinfällig sein.



Steuerformular und Tabletten
Wer die Kosten für eine Krankheit selbst übernimmt, sollte sie steuerlich geltend machen. Bald könnte sogar der Abzug des Eigenanteils entfallen.   Foto: Andrea Warnecke

Eine neue Brille, Zahnersatz oder Zuzahlungen zu Medikamenten - wer Krankheitskosten aus eigener Tasche zahlt, sollte sie in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen angeben.

«Dabei ist es ratsam, die Kosten ab dem ersten Euro in die Steuerformulare einzutragen», sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler in Berlin.

Aktuell erkennt das Finanzamt solche Krankheitskosten zwar erst steuermindernd an, wenn ein gewisser Eigenanteil überschritten ist. Das muss aber nicht so bleiben. Denn gegenwärtig laufen verschiedene Gerichtsverfahren zu dieser Frage, von denen auch andere Steuerzahler profitieren könnten.

In einem neueren Fall hat der Bundesfinanzhof (BFH) jetzt die Revision zugelassen. Im konkreten Sachverhalt machte der Kläger seine Ausgaben für ein Zahnimplantat und eine Brille in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung geltend. Dabei wollte er die Ausgaben ohne Abzug eines Eigenanteils, der sogenannten zumutbaren Eigenbelastung, absetzen.

Er argumentierte, dass Beamte einen Großteil solcher Ausgaben durch die Beihilfe steuerfrei ersetzt bekommen, und zwar ohne Berücksichtigung einer zumutbaren Eigenbelastung. Aus Gründen der Gleichbehandlung sei daher auch bei Nichtbeamten kein Eigenanteil abzuziehen. Das Finanzgericht Baden-Württemberg wies die Klage zunächst ab, der Bundesfinanzhof ließ nun aber die Revision zu (Az.: VI R 18/29).

Steuerzahler sollten daher ihre Krankheitsausgaben ab dem ersten Euro angeben und die Belege aufbewahren, auch wenn die zumutbare Eigenbelastung nicht überschritten wird und das Finanzamt die Ausgaben aktuell nicht oder nur zum Teil berücksichtigt. «Die Ausgaben sind damit erst einmal beim Finanzamt dokumentiert», so Klocke.

Der Steuerbescheid bleibt in diesem Punkt automatisch offen, denn das Bundesfinanzministerium hatte wegen bereits laufender Gerichtsverfahren einen sogenannten Vorläufigkeitsvermerk erteilt. Entscheiden die Gerichte zugunsten der Steuerzahler, können diese von dem Urteilsspruch profitieren und erhalten die zu viel gezahlten Steuern gegebenenfalls später zurück.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 06. 2019
05:04 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bund der Steuerzahler Bundesfinanzhof Bundesministerium der Finanzen Finanzgericht Baden-Württemberg Finanzgerichte und Finanzgerichtsbarkeit Finanzämter Gerichtsprozesse und Gerichtsverfahren Kläger Steuererklärungen Steuerersparnis Steuerfreiheit Steuern und staatliche Abgaben Steuerzahler
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Steuererklärung

26.02.2020

Doppelte Haushaltsführung im Mehrgenerationenhaus

Wer eine doppelte Haushaltsführung geltend macht, muss nachweisen, dass er sich tatsächlich an den Kosten für den Haushalt beteiligt. Das gilt auch für Kinder, die im Haus der Eltern eine Wohnung haben. » mehr

Häuserbau

19.02.2020

Kaufpreisaufteilung notariell festgelegen

Wer eine Immobilie als Kapitalanlage kauft, sollte schon im Notarvertrag festlegen, welcher Preisanteil auf die Immobilie und welcher auf den Boden entfällt. Das ist wichtig für die Abschreibung. » mehr

Erbschaftssteuer

13.11.2019

Kosten für berichtigte Steuererklärung absetzbar

Der Vater hat Steuern hinterzogen? Erben können seine Steuererklärungen berichtigen lassen. Wird dafür ein Steuerberater beauftragt, sind laut einem Urteil die Kosten steuerlich zu berücksichtigen. » mehr

Neuer Laptop fürs Homeoffice

24.03.2020

Neuer Laptop und Co. machen sich steuerlich bezahlt

Die Corona-Krise verbannt viele Arbeitnehmer ins Homeoffice. Wer dafür seine technische Ausrüstung erneuern muss, sollte die Rechnungen aufheben. Denn das Finanzamt kann an den Kosten beteiligt werden. » mehr

Alte Gebäude

29.01.2020

Höhere Abschreibung für ältere Immobilien möglich

Vermieter können ihr Gebäude über mehrere Jahre steuerlich abschreiben. Die Dauer kann verkürzt werden, wenn ein Gutachten vorliegt. Was für ein Gutachten muss das sein? » mehr

Rechtlicher Betreuer

09.10.2019

Rechtliche Betreuer können Steuervorteil nutzen

Ehrenamtliche Betreuer vertreten andere Menschen rechtlich. Ein Finanzgericht hat ihnen eine höhere Steuerbefreiung zugesprochen - Betroffene sollten das Aktenzeichen notieren. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 06. 2019
05:04 Uhr



^