Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

Günstiger Steuersatz bei Mitarbeiterbeteiligungen erlaubt

Wer eine Mitarbeiterbeteiligung verkauft, muss den Gewinn versteuern. Die Höhe wird jedoch nicht immer gleich berechnet. In einem Fall ließ das Finanzgericht Düsseldorf einen Steuerzahler günstiger davonkommen. Hier die Begründung:



Finanzamt
Ein Arbeitnehmer, der seine Mitarbeiterbeteiligung mit Gewinn verkauft, kann die Abgeltungsteuer anwenden. Vorausgesetzt die Beteiligung wurde unabhängig vom Dienstverhältnis erworben.   Foto: Armin Weigel

Arbeitnehmer, die ihre Mitarbeiterbeteiligungen verkaufen, können für den Gewinn unter Umständen die Abgeltungsteuer anwenden. «Dies ist im Regelfall günstiger als den Gewinn als Arbeitseinkommen zu versteuern», sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Dabei kommt es darauf an, in welchem Kontext die Beteiligung gekauft wurde, entschied das Finanzgericht Düsseldorf (Az.: 13 K 1257/17 E). Hat ein Mitarbeiter die Beteiligung unabhängig vom Dienstverhältnis erworben, entstehen dem Urteil zufolge beim Verkauf Kapitalerträge, die günstiger geltend gemacht werden können. Anderes gilt, wenn die Beteiligung durch das individuelle Dienstverhältnis veranlasst ist und damit Arbeitslohn vorliegt.

Im vor dem Finanzgericht verhandelten Fall kaufte ein Arbeitnehmer im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms Kapitalanteile am Unternehmen seines Arbeitgebers. Später verkaufte er diese gewinnbringend. Das Finanzamt sah darin eine Gegenleistung zur erbrachten Arbeitsleistung und ordnete den Erlös daher den Einkünften aus der Arbeitnehmertätigkeit zu. Nach der Argumentation des Finanzamtes sollten die Anteile den Arbeitnehmer an das Unternehmen binden.

Das Finanzgericht sah hingegen keinen Zusammenhang mit der Anstellung. Hierfür sprach nach Meinung der Richter, dass der Arbeitnehmer die Beteiligung zu einem angemessenen Preis erworben und verkauft hatte. Zudem war die Teilnahme am Programm vertraglich nicht an den Fortbestand des Dienstverhältnisses geknüpft. Dementsprechend gewährte das Gericht den günstigeren Abgeltungsteuersatz.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da das Finanzamt Rechtsmittel beim Bundesfinanzhof eingelegt hat (Az.: VIII R 40/18). Dennoch können betroffene Arbeitnehmer davon profitieren. «Stuft das Finanzamt aus Sicht des Arbeitnehmers den Verkaufserlös aus einer Mitarbeiterbeteiligung unzutreffend als Arbeitslohn ein, kann gegen den Steuerbescheid Einspruch eingelegt und das Ruhen des Verfahrens beantragt werden», sagt Klocke.

Betroffene sollten in ihrer Steuererklärung zur Begründung das Bundesfinanzhof-Aktenzeichen angeben. Der eigene Steuerfall bleibt dann bis zu einem abschließenden Urteil offen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 08. 2019
05:02 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgeber Arbeitnehmer Bund der Steuerzahler Bundesfinanzhof Finanzgericht Düsseldorf Finanzgerichte und Finanzgerichtsbarkeit Finanzämter Löhne und Einkommen Mitarbeiter und Personal Steuererklärungen Steuersätze Steuerzahler
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Kindergeld

04.09.2019

Kindergeldanspruch kann trotz Abbruch der Lehre bestehen

Kindergeld wird in der Regel auch für Kinder in der Ausbildung gezahlt - sofern sie nicht zu alt sind. Der Anspruch kann sogar dann bestehen, wenn der Azubi krank wird - und erst später eine Lehre machen will. Das zeigt ... » mehr

Steuern für Überstunden

10.07.2019

Für nachgezahlte Überstunden gilt ermäßigter Steuersatz

Für nachträglich vergütete Überstunden fallen nur ermäßigte Steuern an. Warum ist das so? Und welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein? » mehr

Steuerformular und Tabletten

12.06.2019

Krankheitskosten von der Steuer absetzen

Krankheitskosten können nur dann steuerlich geltend gemacht werden, wenn ein Eigenanteil überschritten ist. Laut Experten lohnt es sich dennoch, alle Kosten steuerlich anzugeben - denn die Reglung könnte bald hinfällig s... » mehr

Fahrtenbuch

17.07.2019

Haftungsfalle beim Dienstwagen-Fahrtenbuch vermeiden

Die private Nutzung eines Dienstwagens hat Einfluss auf die Höhe der Lohnsteuer, die der Arbeitgeber abführt. Ist das Fahrtenbuch schlecht geführt, muss dieser unter Umständen Steuern nachzahlen. Aber darf er sie dann vo... » mehr

Rentenversicherungsbeiträge

24.04.2019

Sind zurückerstattete Rentenbeiträge zu versteuern?

Wechseln Arbeitnehmer von einem Angestellten in ein Beamtenverhältnis, werden die gezahlten Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zurückerstattet. Müssen diese Beiträge versteuert werden? Damit befasste sich Fin... » mehr

Erbschaftsteuer ohne Stufenregelung

06.06.2019

Beim Erben und Schenken an die Steuer denken

Wer erbt oder beschenkt wird, muss Steuern zahlen. Durch eine Schenkung können jedoch auch Abgaben ans Finanzamt gespart werden, denn alle 10 Jahre greifen die Steuerfreibeträge neu. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 08. 2019
05:02 Uhr



^