Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: CoronavirusVideosCotubeBlitzerwarner

 

Jobticket manchmal besser als höherer Lohn

Zuschüsse des Arbeitgebers für Bus und Bahn sind seit Jahresbeginn steuerfrei. Allerdings ist zu beachten: Wer es in Anspruch nimmt, dem wird die Entfernungspauschale gekürzt. Man muss also abwägen.



Nahverkehr
In vielen Fällen kann es sich lohnen, ein steuerfreies Jobticket oder einen Zuschuss zum Fahrticket auszuhandeln.   Foto: Carsten Rehder/dpa

Wer mit seinem Arbeitgeber über ein höheres Monatsgehalt feilscht, sollte auch an steuerfreie Extras denken. In vielen Fällen könne es sich lohnen, statt einem kleinen Gehaltsplus, etwa ein steuerfreies Jobticket oder einen Zuschuss zum Fahrticket auszuhandeln, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Seit Jahresbeginn sind Jobtickets oder auch Zuschüsse des Arbeitgebers für die Kosten von Fahrkarten für Bus und Bahn grundsätzlich steuerfrei, während Gehaltserhöhungen der regulären Einkommensteuer unterliegen. Voraussetzung für das steuerfreie Ticket oder den Zuschuss ist, dass dies zusätzlich zum bisher vereinbarten Arbeitslohn gezahlt wird.

Wird das Ticket dagegen auf den bisherigen Arbeitslohn angerechnet, ein Gehaltsverzicht oder eine Gehaltsumwandlung vorgenommen, kommt es nicht zur Steuerbefreiung. Das stellt das Bundesfinanzministerium in einem aktuellen Verwaltungsschreiben klar.

Entfernungspauschale wird gekürzt

Bei Arbeitnehmern, die das steuerfreie Extra erhalten, wird die Entfernungspauschale für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsplatz entsprechend gekürzt. «Im Regelfall lohnt sich das Jobticket daher, wenn der Arbeitsweg regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt wird», rechnet Klocke vor.

Denn die Entfernungspauschale stellt nur eine Verrechnungsposition bei der Steuererklärung dar, während das Jobticket beziehungsweise der Arbeitgeberzuschuss meist hochwertiger sind und neben den beruflichen Fahrten auch privat mitbenutzt werden können.

Die Kürzung der Entfernungspauschale erfolgt allerdings auch dann, wenn der Arbeitnehmer das Ticket nicht oder kaum für den Arbeitsweg oder privat nutzt, schreibt das Finanzministerium.

Klocke stellt klar: «Nur, wenn der Mitarbeiter gegenüber seinem Arbeitgeber erklärt, gänzlich auf die Fahrberechtigung zu verzichten, erfolgt keine Verringerung der Entfernungspauschale.» Etwa, wenn der Arbeitgeber allen Mitarbeitern ein Jobticket anbietet und man diese Fahrberechtigung aber nicht annimmt oder zurückgibt.

Bei Jobticket ist Abwägung nötig

Je nach Einzelfall kann es sich also lohnen, bei einer Gehaltsrunde ein steuerfreies Jobticket auszuhandeln - oder darauf zu verzichten, weil man ohnehin nicht mit Bahn oder Bus fährt.

Für das kommende Jahr plant der Gesetzgeber sogar eine Ausweitung der Jobticketregelung. Dann ist voraussichtlich eine Pauschalbesteuerung möglich, die ohne Kürzung der Entfernungspauschale erfolgt.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 10. 2019
05:19 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgeber Bund der Steuerzahler Bundesministerium der Finanzen Einkommensteuer Entfernungspauschale Fahrkarten Finanzministerien Jobtickets Karten (Tickets) Löhne und Einkommen Steuerfreiheit
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Öffentlicher Nahverkehr

11.03.2020

Steuerfreie Zusatzleistungen vertraglich aushandeln

Spendiert der Chef seinen Mitarbeitern ein Gehaltsextra, so kann das steuerfrei bleiben. Das gilt allerdings nicht bei Gehaltsumwandlungen. Worauf kommt es an? » mehr

Steuererklärung für Rentner

23.06.2020

Steuererklärung für Rentner

Nicht nur viele Neurentner sind steuerpflichtig. Auch bei Altrentnern kann sich das ändern. Doch wer eine Steuererklärung abgeben muss, muss nicht zwangsläufig auch Steuern zahlen. » mehr

ÖPNV

06.09.2019

Steuerfrei mit Bus oder Zug unterwegs

Fahrscheine, die der Arbeitgeber zahlt oder bezuschusst, sind für Arbeitnehmer in der Regel steuerfrei. Trotzdem müssen sie bei der Steuererklärung aufpassen. » mehr

Fassadendämmung

01.07.2020

Steuerbonus für Haussanierung nur mit Bescheinigung

Wer seine eigenen vier Wände energetisch sanieren lässt, kann eine Steuerermäßigung bekommen. Dafür ist aber eine Bescheinigung nötig. Sanierer sollten sich diese vom Fachbetrieb ausfüllen lassen. » mehr

Gutscheinkarten

02.06.2020

Wann sind Gutscheine vom Chef steuerpflichtig?

Manche Arbeitgeber geben ihren Beschäftigten Gutscheine. Wichtig dabei: Seit dem 1. Januar 2020 sind dabei einige Änderungen zu beachten. Andernfalls werden die Gutscheine steuerpflichtig. » mehr

Mehrbelastung von Arbeitnehmern

04.05.2020

Steuerbefreiung für alle Arbeitnehmer möglich

Die Corona-Pandemie stellt viele Arbeitnehmer vor besondere Herausforderungen. Arbeitgeber haben die Möglichkeit den Einsatz der Beschäftigten mit einem steuerfreien Bonus zu belohnen. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 10. 2019
05:19 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.