Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

 

Bei Angehörigendarlehen kleinen Zinssatz vereinbaren

Greifen Verwandte einem Betriebsinhaber mit einem Darlehen unter die Arme, sollten sie einen kleinen Zinssatz vereinbaren. Sonst geht das Finanzamt unter Umständen von einem höheren Wert aus.



Euroscheine liegen auf einem Tisch
Hat man als Betriebsinhaber ein Darlehen von einem Angehörigen erhalten, sollte ein kleiner Zinssatz vereinbart werden. Ansonsten erfolgt per Gesetz eine Abzinsung.   Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa

Betriebsinhaber, die von einem Angehörigen ein unverzinsliches Darlehen erhalten haben, das länger als ein Jahr läuft, sollten einen kleinen Zinssatz vereinbaren. «Das geht nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs auch nachträglich», erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Der Vorteil: Das Finanzamt muss dann prinzipiell den kleinen Zinssatz akzeptieren, ansonsten rechnet die Behörde mit 5,5 Prozent Zinsen ab.

Denn bilanzierende Unternehmen wie eine GmbH haben Wirtschaftsgüter, die in ihrer Bilanz ausgewiesen sind, zu bewerten. Das gilt auch für Darlehensverbindlichkeiten. Wurde kein Zinssatz vereinbart und läuft das Darlehen noch mehr als zwölf Monate, erfolgt per Gesetz eine Abzinsung mit 5,5 Prozent.

Finanzgericht äußert Zweifel

Gegenwärtig ist unklar, ob dieser hohe Zinssatz noch verfassungsgemäß ist. So hat das Finanzgericht Hamburg in einem Beschluss erhebliche Bedenken an der Verfassungsmäßigkeit der gesetzlichen Regelung zur Abzinsung von Verbindlichkeiten geäußert ( Az.: 2 V 112/18 ).

Der Bund der Steuerzahler empfiehlt daher, den Steuerbescheid mit einem Einspruch offen zu halten, wenn die Verbindlichkeit mit 5,5 Prozent abgezinst wird. Und wer erst gar nicht in die 5,5-Prozent-Verzinsung rutschen möchte, sollte für das unverzinsliche Darlehen am besten direkt einen Zinssatz vereinbaren, rät Klocke. Dabei genügt es, eine geringfügige Verzinsung von knapp über 0 Prozent mit dem Angehörigen abzumachen.

Expertin: Zinsabrede vor dem Bilanzstichtag

Die Zinsabrede sollte vor dem Bilanzstichtag getroffen werden, beginnen kann die Verzinsung aber später, so der Bundesfinanzhof ( Az.: XI R 30/16 ). So können Angehörige beispielsweise für neue Darlehen bis zum 31. Dezember 2020 eine Verzinsung mit Beginn des Zinslaufes 2021 vereinbaren. Damit kann ein hoher Ertrag aus der Abzinsung der Verbindlichkeit beim Betriebsinhaber vermieden werden.

Zudem sollte bei Darlehen zwischen Angehörigen immer darauf geachtet werden, dass das Darlehen fremdüblich ist, also so auch mit einem nicht Verwandten abgeschlossen worden wäre. Andernfalls erkennt das Finanzamt das Darlehen gar nicht an.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 01. 2020
05:08 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bund der Steuerzahler Bundesfinanzhof Finanzgericht Hamburg Finanzgerichte und Finanzgerichtsbarkeit Finanzämter
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Urteil

29.07.2020

Kosten für Beseitigung von Tierschäden steuerlich absetzen

Mit den Kosten durch Tierschäden befassen sich auch Finanzgerichte. Denn oft scheitern Steuerzahler beim Finanzamt, wenn sie Ausgaben für die Beseitigung absetzen wollen. Doch es gibt Alternativen. » mehr

Anspruch auf Kindergeld

23.06.2020

Anspruch auf Kindergeld trotz Krankheit

Ist ein volljähriges Kind krank und kann daher keine Ausbildung beginnen, besteht trotzdem Anspruch auf Kindergeld. Voraussetzung: Es ist grundsätzlich der Wille vorhanden, die Ausbildung anzutreten. » mehr

Verluste bei der Vermietung einer Ferienwohnung

15.07.2020

Mietverluste bei Ferienwohnungen können Steuer mindern

Kann man Verluste bei Vermietung einer Ferienwohnung steuerlich geltend machen? Die Frage ist, welche Auslastung am Ferienort üblich ist. Mit den Bedingungen muss sich der Bundesfinanzhof befassen. » mehr

Steuererklärung

08.07.2020

Unterhaltskosten für Schwester steuerlich absetzbar

Werden Lebenshaltungskosten für Familienmitglieder übernommen, damit diese in Deutschland geduldet werden, können diese als steuermindernd abgesetzt werden. Das entschied das Finanzgericht Köln. » mehr

Das Schild von einem Taxi

24.06.2020

Taxifahrten zur Arbeit können steuerlich absetzbar sein

Ein Taxi ist aus Sicht des Steuerrechts ebenso ein öffentliches Verkehrsmittel wie Bus und Bahn. Daher können die Kosten für Taxifahrten zur Arbeit sich auch steuerlich auswirken. » mehr

Ermäßigter Steuersatz

27.11.2019

Ermäßigten Steuersatz für ausgezahlten Urlaub fordern

Mehrjährige Tätigkeiten können ermäßigt besteuert werden. Richter haben dies auch Arbeitnehmern ermöglicht, die Urlaub aus mehreren Jahren ausgezahlt bekamen. Wie es funktionieren kann. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 01. 2020
05:08 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.