Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: CoronavirusVideosCotubeBlitzerwarner

 

Kinder-Steuerfreibetrag gilt nach Trennung für beide Eltern

Der Kinderfreibetrag für die Betreuung und Erziehung oder Ausbildung eines Kindes steht grundsätzlich beiden Eltern zu. Das gilt auch, wenn ein Elternteil nur etwa 10 Prozent der Betreuung übernimmt.



Kinderfreibetrag
Der Kinderfreibetrag steht beiden Eltern zu, auch wenn sich ein Elternteil nur gelegentlich um das Kind kümmern kann.   Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Elternteile, die sich nur gelegentlich um die Betreuung des Kindes kümmern können, haben trotzdem Anspruch auf den Steuerfreibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung.

«Beantragt der im Wesentlichen betreuende Elternteil die Übertragung des Freibetrags allein auf ihn, kann der andere Elternteil widersprechen», erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler mit Blick auf ein Urteil des Finanzgerichts Niedersachsen (Az.: 9 K 20/19).

Im Urteilsfall klagte ein Vater, der mit seiner geschiedenen Ehefrau ein Umgangsrecht vereinbart hatte. Er betreute seinen Sohn jedes zweite Wochenende. Dafür holte er den Jungen Samstagvormittag mit seinem Auto bei der Mutter ab und brachte ihn Sonntagnachmittag zurück. Die Entfernung zwischen beiden Orten betrug mehr als 160 Kilometer.

Der Vater begehrte für diese Betreuungsleistung in seiner Einkommensteuererklärung die Berücksichtigung des entsprechenden Freibetrags. Das Finanzamt berücksichtigte diesen aber nicht, weil die Mutter beantragt hatte, diesen auf sie zu übertragen. Aus ihrer Sicht sei der Betreuungsumfang des Vaters nicht ausreichend.

Das Finanzgericht Niedersachsen gab dem Vater Recht: Bei einem zeitlichen Betreuungsanteil von jährlich durchschnittlich 10 Prozent ist von einem ausreichenden Betreuungsumfang auszugehen, so das Urteil. Angebrochene Tage, an denen keine 24 Stunden Betreuung geleistet wird, werden aus Vereinfachungsgründen als vollständige Tage berücksichtigt. Die weite Entfernung, die der Vater regelmäßig zurücklegte, um seinen Sohn zu betreuen, sprechen außerdem für eine wesentliche Betreuung.

Elternteile, die einen Anteil an der Betreuung für das Kind übernehmen, sollten widersprechen, wenn der andere Elternteil die alleinige Nutzung des Freibetrages verlangt. Dazu sollte dokumentiert werden, wann das Kind besucht beziehungsweise betreut wurde.

«Das Urteil des Finanzgerichts Niedersachsen erleichtert insoweit die Berechnung, da angebrochene Tage voll angerechnet werden können», sagt Klocke. Wenn das Finanzamt den Freibetrag nicht anerkennt, sollte Einspruch gegen den Steuerbescheid eingelegt und zur Begründung das Aktenzeichen genannt werden.

© dpa-infocom, dpa:200602-99-276909/5

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 06. 2020
16:47 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bund der Steuerzahler Einkommensteuererklärungen Eltern Finanzämter Kinderfreibetrag Mütter Niedersächsisches Finanzgericht Steuerfreibeträge
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Parkplatz für Firmenwagen

23.06.2020

Unterstellte Dienstwagen-Privatnutzung abwehren

Wenn das Finanzamt unterstellt, ein Firmenwagen werde auch privat genutzt, kann das widerlegt werden. Das gelingt umso leichter, je ähnlicher sich der Firmenwagen und das eigene Privatfahrzeug sind. » mehr

Das Schild von einem Taxi

24.06.2020

Taxifahrten zur Arbeit können steuerlich absetzbar sein

Ein Taxi ist aus Sicht des Steuerrechts ebenso ein öffentliches Verkehrsmittel wie Bus und Bahn. Daher können die Kosten für Taxifahrten zur Arbeit sich auch steuerlich auswirken. » mehr

Getrennte Veranlagung

23.06.2020

Steuer-Rat: Ehegatten profitieren von Partner-Ausgaben

Eheleute können trotz Einzelveranlagung von den Abzügen des Partners profitieren. Denn Vorsorgeaufwendungen werden hier geteilt. Erst dann wird geprüft, ob Höchstbetragsgrenzen überschritten wurden. » mehr

Studienkosten bei der Steuererklärung

23.06.2020

Steuererklärung: Studienkosten können sich im Job auszahlen

Klausurstress, WG-Leben, Nebenjobs - die wenigsten Studierenden oder Auszubildenden wollen sich noch den Kopf über ihre Steuererklärung zerbrechen. Dabei kann sie sich durchaus lohnen. » mehr

Steuererklärung

26.02.2020

Doppelte Haushaltsführung im Mehrgenerationenhaus

Wer eine doppelte Haushaltsführung geltend macht, muss nachweisen, dass er sich tatsächlich an den Kosten für den Haushalt beteiligt. Das gilt auch für Kinder, die im Haus der Eltern eine Wohnung haben. » mehr

Anlage Kind

23.06.2020

Für Familien lohnt die Abgabe der Steuererklärung

Ein Leben ohne Kind können sich viele nicht vorstellen. Doch der Nachwuchs kostet auch viel Geld. Immerhin können Eltern bei einigen Ausgaben steuerlich profitieren. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 06. 2020
16:47 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.