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Deutsches Gesundheitssystem mit Spitzenwerten in Europa

Das deutsche Gesundheitssystem ist eines der besten weltweit. Doch es würde noch die eine oder andere Strukturverbesserung vertragen - etwa bei Krankenhäusern. Die Patienten scheinen jedenfalls bereit, für die Behandlung in einem guten Haus längere Wege in Kauf zu nehmen.



Patientin beim Hausarzt
Laut PKV-Studie ist die Gesundheitsversorgung in Deutschland besser als in anderen europäischen Ländern. Hierzulande profitieren Patienten etwa von kurzen Wartezeiten. Foto: Bernd Weißbrod  

Die Gesundheitsversorgung in Deutschland steht nach einer neuen Studie des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) an der Spitze in Europa.

Das deutsche Gesundheitssystem biete seinen Versicherten im europäischen Vergleich die kürzesten Wartezeiten, den schnellsten Zugang zu innovativen Arzneimitteln, die freie Arztwahl sowie einen umfangreichen Leistungskatalog. Das geht aus Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) hervor.

Bei innovativen Arzneimitteln vergehen demnach in Deutschland zwischen Zulassung und Markteinführung 3,5 Monate, in Großbritannien sind es 3,9, in den Niederlanden 9,7 und in Spanien fast 16 Monate. Die Gesundheitssysteme der einzelnen Länder sind zum Teil steuerfinanziert, zum Teil über Beiträge. Und nur Deutschland hat einen nennenswerten Anteil an Privatversicherten.

Nach der Studie erhalten hierzulande 76 Prozent der Patienten insgesamt am selben Tag der Anfrage oder am nächsten Tag einen Arzttermin. In häufig mit Deutschland verglichenen Staaten liege diese Quote darunter: in den Niederlanden bei 63 Prozent, in Schweden bei 58 Prozent oder in Frankreich bei 57 Prozent. Auf einen Termin beim Facharzt müssten in Deutschland nur drei Prozent der Befragten zwei Monate oder länger warten. In den Niederlanden seien es sieben Prozent, in der Schweiz neun Prozent und in Norwegen 28 Prozent.

Nach einer neuen Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) sind 80 Prozent der Versicherten mit der eigenen medizinischen Versorgung sehr zufrieden. Um die eigene Versorgungsqualität zu verbessern, seien 72,5 Prozent der Versicherten bereit, den Arzt zu wechseln, 67 Prozent nähmen weite Anfahrtswege zum Krankenhaus in Kauf und fast ebenso viel (66,3 Prozent) würden für eine Verbesserung der Behandlungsqualität auch längere Anfahrtswege zum Arzt ins Kauf zu nehmen. Etwas mehr als 82 Prozent wünschen sich demnach aber auch verständlichere Informationen über die Qualität medizinischer Leistungen.

Ein Indiz für die Zufriedenheit der Patienten mit ihrem Gesundheitssystem sind Behandlungen im Ausland. Im europäischen Vergleich variiert nach der PKV-Studie die Bereitschaft, zur medizinischen Behandlung ins Ausland zu reisen, sehr stark. In den Niederlanden ist sie nach der Studie mit 66 Prozent der Befragten am höchsten und in Deutschland mit 11 Prozent am niedrigsten.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
20. 03. 2017
16:05 Uhr

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20. 03. 2017
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