Lade Login-Box.
Topthemen: Autonomes Fahren in OberfrankenDie Videos der WocheDer BachelorCotubeBlitzerwarner

 

Kein Anspruch auf Eizellspende im Ausland

Der Wunsch nach einem Kind führt ein Paar bis nach Tschechien. Dank einer Eizellspende wird die Frau endlich schwanger. In Deutschland ist die Behandlung verboten. Was bedeutet das für die Kosten?



Präparation von Eizellen
Laut dem BGH muss eine private Krankenversicherung nicht die Kosten für eine Eizellspende im EU-Ausland übernehmen.   Foto: Rainer Jensen/dpa

Eine Kinderwunsch-Behandlung im Ausland mit einer in Deutschland verbotenen Eizellspende muss nicht von der privaten Krankenversicherung (PKV) bezahlt werden. Das hat nun der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Fall aus München entschieden.

Nach den Musterbedingungen der PKV umfasst der Versicherungsschutz auch Behandlungen im europäischen Ausland. Die Klägerin, inzwischen Mutter von knapp vierjährigen Zwillingen, wollte deshalb rund 11 000 Euro erstattet haben. So viel hatte sie und ihren Mann die künstliche Befruchtung in Prag mithilfe von Spender-Eizellen gekostet.

Das Verfahren ist für manche Frauen die letzte Hoffnung, die aufgrund ihres Alters, einer Krankheit oder genereller Unfruchtbarkeit keine Kinder bekommen können. Dabei werden eine oder mehrere gespendete Eizellen mit dem Samen des Partners befruchtet und anschließend in die Gebärmutter eingesetzt. Die Frau trägt das Kind selbst aus.

In Tschechien und etlichen anderen EU-Staaten ist die Eizellspende erlaubt. Das deutsche Embryonenschutzgesetz stellt sie dagegen - anders als die Samenspende - unter Strafe. Ein Grund sind die höheren Gesundheitsrisiken für Spenderin und Empfängerin. Außerdem wollte der Gesetzgeber eine zwischen zwei Frauen «gespaltene Mutterschaft» verhindern. Ärzten, die gegen das Verbot verstoßen, drohen bis zu drei Jahre Haft. Die beteiligten Frauen werden nicht bestraft.

Die heute 47 Jahre alte Klägerin hatte es zunächst in München mit einer in Deutschland erlaubten Kinderwunsch-Behandlung versucht und schon dafür rund 13 000 Euro ausgegeben - vergeblich. Schließlich wandte sich das Ehepaar 2012 an das Befruchtungszentrum in Prag. Dort wurde die Frau schwanger und brachte 2013 zwei Jungen zur Welt.

Das Geld dafür wollte sie von ihrer Versicherung zurück. Dem Karlsruher Urteil zufolge muss diese aber nur solche Behandlungen übernehmen, die nach deutschem Recht in Deutschland erlaubt sind. Die Richter nehmen an, dass der «durchschnittliche Versicherungsnehmer» die Musterbedingungen auch so verstehen wird. Einen Anlass, den Fall dem Europäischen Gerichtshof vorzulegen, sehen sie nicht. Auch die Münchner Gerichte hatten die Klage abgewiesen. (Az. IV ZR 141/16)

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 06. 2017
17:35 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Behandlungen Bundesgerichtshof Embryonenschutzgesetz Europäischer Gerichtshof Gebärmutter Kläger Künstliche Befruchtung Private Krankenversicherungen Schwangerschaft und Geburt Versicherungskunden
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Kaiserschnitt-Narbe

24.07.2019

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Bettruhe, nichts zu essen, dann auch noch Abführmittel. Und große Risiken bei der nächsten Schwangerschaft. Ein Kaiserschnitt war früher mit vielen Risiken verbunden. Das ist heute anders - ganz harmlos ist der Eingriff ... » mehr

Anne-Sophie Fleckenstein und Antje Mainka

01.08.2018

Was Paare mit unerfülltem Kinderwunsch beachten sollten

Ein Baby ist für viele die Krönung ihrer Beziehung. Doch nicht immer geht der Kinderwunsch in Erfüllung. Klappt es nicht spontan, können sich Paare helfen lassen - nicht nur medizinisch, sondern auch psychologisch. Denn ... » mehr

Künstliche Befruchtung

13.10.2017

Privatkassen müssen Ledigen künstliche Befruchtung zahlen

Gesetzliche Kassen dürfen die Kostenerstattung für künstliche Befruchtung auf Verheiratete beschränken - Privatkassen nicht, entschied das OLG Karlsruhe. Rechtskräftig ist das aber noch nicht. » mehr

Beim Zahnarzt

12.06.2019

Zahnersatzanfertigung in Polen muss vorher genehmigt werden

Um Zahnarztkosten zu sparen, lassen sich viele Patienten im Ausland behandeln. Manchmal ist die Rechnung am Ende nicht höher als der Zuschuss, den die Krankenkasse bewilligt hat. In einem Fall blieb eine Versicherte denn... » mehr

Mehr Babys geboren

14.12.2017

Mehr als 20 000 Babys jährlich nach künstlicher Befruchtung

Unerfüllter Kinderwunsch. Immer öfter klappt es in Deutschland dann doch: mit Hilfe einer künstlichen Befruchtung. » mehr

BGH

28.06.2019

Klinik haftet für seelisches Leid von Angehörigen

Leidet die Gesundheit eines Patienten auf Grund eines Behandlungsfehlers, kann dies bei nahen Angehörigen zu psychischen Problemen führen. Sind sie besonders stark, kann ein Recht auf Schadenersatz bestehen. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 06. 2017
17:35 Uhr



^