Lade Login-Box.
Topthemen: Autonomes Fahren in OberfrankenDie Videos der WocheDer BachelorCotubeBlitzerwarner

 

Fettleibige Kinder: WHO verlangt Werbe-Einschränkung

Immer mehr Erwachsene, aber auch Kinder sind viel zu dick. Mehr Obst, mehr Sport, rät die Weltgesundheitsorganisation. In Deutschland müsse zudem die Werbung stärker eingeschränkt werden, meint eine WHO-Ernährungswissenschaftlerin. Auch die für Bier.



Mädchen mit Schokokuss
Statt Obst und Gemüse essen viele Kinder in Deutschland Süßwaren und Junkfood. 6,9 Prozent der Mädchen und 11,2 Prozent der Jungen sind fettleibig.   Foto: Oliver Berg/dpa

In Deutschland hat die Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen alarmierende Ausmaße angenommen. Das Problem muss nach Auffassung einer Expertin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rigoroser bekämpft werden.

Vor allem die Werbung für Süßwaren, Junk-Food oder Bier müsse stärker eingeschränkt werden. «Es reicht nicht, bei Werbung auf eine freiwillige Selbstkontrolle durch die Hersteller von Junk Food zu setzen», sagt Ernährungswissenschaftlerin Juana Willumsen, WHO-Expertin für Fettleibigkeit bei Kindern. «Die Werbung muss klar reguliert sein, die Einhaltung muss überwacht werden und es muss Strafen bei Verstößen geben.»

Bier mache besonders dick und Werbung dafür sei in Deutschland nicht verboten, so Willumsen. Das trage womöglich zum steigenden Gewicht vieler Erwachsener, aber auch vieler Jugendlicher bei. Die WHO empfiehlt mehr Schulsport sowie eine Stadt- und Transportplanung, die Laufen, Fahrradfahren und sportliche Freizeitbeschäftigung fördert. Schulkinder hätten laut Statistik in Deutschland 2014 weniger Obst- und Gemüse gegessen als 2002. Der Softdrink-Konsum sei zwischen 2002 und 2006 gesunken, steige aber wieder.

Nach der von der WHO genutzten Statistik des Wissenschaftler-Netzwerks NCD-RisC waren 2016 in Deutschland 6,9 Prozent der Mädchen und 11,2 Prozent der Jungen zwischen 5 und 19 Jahren fettleibig. 1980 waren es bei den Jungen nur vier Prozent, im Jahr 2000 waren es 8,1 Prozent. Ab welchem Gewicht ein Kind als fettleibig gilt, wird weltweit einheitlich berechnet. Dabei werden Alter und Größe berücksichtigt. 2016 fielen in Österreich 11,3 Prozent der Jungen in die Kategorie, in der Schweiz sieben Prozent.

Mehr fettleibige Jungen als in Deutschland gibt es unter anderem in Spanien (12,9 Prozent), Italien (14,5 Prozent), China (15,4 Prozent) und den USA (23,3 Prozent). Weniger sind es dagegen in Großbritannien mit 10,9 Prozent oder in Frankreich mit 8,9 Prozent. In Indien lag der Anteil erst bei 2,4 Prozent.

Zur Effizienz freiwilliger Selbstkontrollen legten vorläufige Ergebnisse zahlreicher Studien vor allem eines nahe, so Willumsen: «Es funktioniert nicht.» Hersteller von Süßwaren und -getränken und anderem Junk Food verpflichteten sich oft nur zu sehr begrenzten Einschränkungen. Dann werde etwa auf Werbung in Zeichentricksendungen oder Programmen nur für unter Fünfjährige verzichtet. «Junge Leute sind aber bis 16 sehr anfällig für Werbung, und die sehen auch andere Programme», meinte Willumsen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 12. 2017
11:12 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bier Fettleibige Obst Süßwaren Weltgesundheitsorganisation Werbung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Schokoladenstücke liegen aufeinander

21.01.2020

Schokoladensorte bleibt Geschmackssache

Ein Genussmittel für Feinschmecker - und keine Zuckerbombe für Kaloriensünder. Dunkle Schokolade hat im Vergleich zur Vollmilch den klar besseren Ruf. Doch ist das überhaupt berechtigt? » mehr

Übergewicht bei Kindern

05.09.2019

Gesündere Ernährung kann Millionen Menschen retten

Immer mehr Menschen weltweit gelten als Fettleibig. Zu salzige oder zuckerhaltige Ernährung tut ihr Übriges. Die WHO fordert daher mehr Aufklärung. » mehr

Raucherin

20.01.2020

Vier Wochen vor der Operation Tabakpause einlegen

Rauchen kann wichtige Funktionen des Körpers beeinträchtigen. So etwa auch die Wundheilung. Daher sollten Patienten rechtzeitig vor einer Operation damit aufhören. Auch der Eingriff selbst wird dadurch weniger riskant. » mehr

Antibiotika-Forschung

17.01.2020

WHO: Neue Antibiotika helfen zu wenig

Weltweit werden multiresistente Keime zunehmend zur Bedrohung. Um wirksam dagegen vorzugehen, wäre dringend eine Weiterentwicklung der Antibiotika nötig. Doch gerade hier sieht die WHO Nachholbedarf. » mehr

CBD-Kaffee

14.01.2020

Was ist dran am Hype um Cannabidiol-Produkte?

Der Wirkstoff aus Cannabis soll beruhigen und - so wird etwa im Internet behauptet - bei allerlei Beschwerden helfen. All das ohne Rausch und ohne Rezept vom Arzt. Produkte mit Cannabidiol (CBD) boomen. Experten haben Be... » mehr

Medikamente zur Vorbeugung von HIV

16.12.2019

HIV-Schutz geht mit Risiko für andere Krankheiten einher

Schon seit langem wird befürchtet: Wer sich mit sogenannter PrEP vor HIV schützt, verwendet seltener Kondome und hat in der Folge ein höheres Risiko für andere sexuell übertragbare Krankheiten. Eine Studie liefert Zahlen... » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 12. 2017
11:12 Uhr



^