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Tätowiermittel gefährlicher als von vielen angenommen

Tätowierpigmente unterliegen kaum Vorgaben und können gefährliche Substanzen enthalten. Bewusst ist das offenbar wenigen Menschen, wie eine Umfrage zeigt. Vor allem Tätowierte selbst geben sich sorglos.



Tätowierung
Tätowierfarbe kann sich im Lymphsystem ablagern und dort toxisch wirken. Laut einer Umfrage unterschätzen viele Menschen die Risiken eines Tattoos.   Foto: Christophe Gateau

Tätowierungen liegen seit Jahrzehnten im Trend. Knapp die Hälfte der deutschen Bevölkerung hält sie für gesundheitlich wenig riskant, berichtete das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu Ergebnissen einer Umfrage.

Von den bereits tätowierten Menschen denken das demnach sogar fast 90 Prozent. Sehr hohe Risiken sehen nur 14 Prozent aller Befragten - bei den Menschen mit Tattoo sogar nur 2 Prozent.

«Es gibt jedoch wissenschaftliche Belege dafür, dass Farbpigmente aus den Tattoos in das Lymphsystem wandern können», erklärte BfR-Präsident Andreas Hensel. Sie könnten sich dort als Nanopartikel dauerhaft ablagern und je nach Struktur und Verunreinigungen toxisch sein. Zudem könnten Stoffwechselprodukte mit wiederum eigenen gesundheitsgefährdenden Eigenschaften entstehen, wenn die Pigmente zu anderen Organen transportiert werden. Für viele in Tätowiermitteln verwendete Stoffe sei noch gar nicht bekannt, wie sie im Körper wirken.

Von den Befragten hätten 12 Prozent - also etwa jeder Achte - angegeben, selbst mindestens ein Tattoo zu haben oder gehabt zu haben, heißt es im «BfR-Verbrauchermonitor 2018» weiter. Als mögliche Risiken seien vor allem Entzündungen, Schädigungen der Haut und Infektionen genannt worden. Mögliche Probleme durch die verwendeten Farben sahen nur 12 Prozent derjenigen, die das gesundheitliche Risiko als sehr hoch, eher hoch oder eher niedrig eingeschätzt hatten.

Auch die Entfernung von Tattoos mit Lasern wird von einem Drittel der Bevölkerung und knapp der Hälfte der Tätowierten für eher oder gänzlich unbedenklich gehalten, wie das BfR mitteilte. Fast ein Drittel glaubt demnach auch, dass Tätowierfarben vollständig an der tätowierten Stelle verbleiben und immerhin noch 17 Prozent nehmen an, dass es unbedenklich ist, sich während einer Schwangerschaft tätowieren zu lassen.

Tätowiermittel bestehen aus Farbpigmenten und einer Trägerflüssigkeit, die Verdicker, Konservierungsstoffe und andere Stoffe enthalten kann. Es wird eine Vielzahl an Einzelsubstanzen benutzt - eine Liste der aktuell verwendeten Stoffe gibt es nach BfR-Angaben nicht. «Über die Wirkungen von Farbpigmenten im Körper ist derzeit wenig bekannt», erklärt das Institut. «Somit kann keine Farbe als sicher bezeichnet werden.»

Nach derzeitiger Rechtslage seien die Hersteller für die Sicherheit der Mittel verantwortlich, heißt es beim BfR, eine Zulassung erfolge nicht. Kosmetika zum Beispiel sind viel strenger reglementiert - obwohl sie nur auf die Haut aufgetragen und nicht direkt in den Körper eingebracht werden.

Riskant ist nach Einschätzung von Experten auch das Entfernen von Tätowierungen per Laser. «Die Pigmentartikel in der Haut zerplatzen durch Einwirken hoher Temperaturen in kleinste Einzelteile und werden anschließend über das Lymphsystem abtransportiert», erklärte die Deutsche Gesellschaft für Dermatochirurgie im Sommer bei einer Tagung in Dresden. Welches Risiko von der Fragmentierung in toxische oder krebserregende Bestandteile ausgehe, werde derzeit erforscht.

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dpa

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Veröffentlicht am:
20. 11. 2018
15:22 Uhr

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20. 11. 2018
15:22 Uhr



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