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Wenn Diabetiker Alkohol trinken

Ein Gläschen in Ehren mag auch Diabetikern niemand verwehren. Für sie ist es aber besonders wichtig, Maß zu halten. Insulinpflichtige Patienten sollten außerdem ein paar Tipps beherzigen.



Sekt
Auch Diabetiker können zu besonderen Anlässen mit Sekt anstoßen, wenn sie das möchten.   Foto: Christin Klose

Diabetes und Alkohol - das galt früher als verbotene Kombination. Heute sind die Experten nicht mehr ganz so streng. «Ein oder zwei Gläschen Wein, Bier oder Spirituosen dürfen auch Diabetiker trinken», sagt Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Diabetes-Hilfe (DiabetesDE).

Sie müssten je nach Therapie aber einiges beachten, wenn sie zum Beispiel an Weihnachten oder Silvester anstoßen wollen. Menschen mit Diabetes Typ 2, die keine blutzuckersenkenden Medikamente nehmen, haben etwa häufig mit Übergewicht zu kämpfen. «Sie sollten vor allem bedenken, dass Alkohol sehr kalorienreich ist.» Eventuell lohnt es sich, auf kalorienärmere Varianten zurückzugreifen, zum Beispiel auf trockenen statt auf lieblichen Wein.

Wer eine Insulintherapie macht, der muss mehr im Blick behalten. Die Leber ist unter anderem dafür zuständig, Zucker zu speichern und kontinuierlich ins Blut abzugeben. Muss sie stattdessen Alkohol abbauen, kann sie dieser Aufgabe nicht mehr richtig nachkommen. Diabetikern drohen dadurch gefährliche Unterzuckerungen.

Wenn sie gelegentlich anstoßen wollen, sollten Männer mit Diabetes mellitus möglichst nicht mehr als zwei kleine Gläser trinken. Ein kleines Glas, das sind ungefähr 0,1 Liter Wein, 0,2 Liter Bier oder zwei Zentiliter Schnaps. Für Frauen gilt die Hälfte als Richtwert - also ein kleines Glas.

Dazu sollten Diabetiker immer eine Kleinigkeit essen. «Am besten Kohlenhydrate, die langsam verarbeitet werden», rät Kröger. Also zum Beispiel eine Scheibe Vollkornbrot. Für die Kohlenhydrate aus dem Alkohol wird wegen der zugleich blutzuckersenkenden Wirkung kein Insulin gespritzt.

Außerdem ist es wichtig, noch öfter als sonst den Blutzuckerspiegel zu messen. Direkt vor dem Schlafengehen sollte er höher liegen als sonst. Kröger rät zu 160 bis 180 Milligramm pro Deziliter (mg/dl). Dieser Puffer sei wichtig, falls der Zuckerspiegel im Laufe der Nacht fällt.

Hat jemand mehr als zwei Gläser getrunken, sollte der Puffer noch größer sein. «Ich rate dann, lieber mit rund 200 mg/dl schlafen zu gehen.» Außerdem müssen Diabetiker in dem Fall bedenken, dass der Alkohol auch am nächsten Tag noch Wirkung zeigen kann. «Da muss man also weiterhin öfter als sonst den Blutzucker messen.»

Bei größeren Mengen Alkohol empfiehlt Kröger zudem, für die enthaltenen Kohlenhydrate kleine Mengen Insulin zu spritzen. Generell gilt: Diabetiker sollten nie so viel trinken, dass sie ihre Werte nicht mehr unter Kontrolle haben.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
20. 12. 2018
04:44 Uhr

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20. 12. 2018
04:44 Uhr



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