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Moderne OP-Techniken helfen bei Augenproblemen

Endlich wieder richtig sehen können. Das wünschen sich viele Menschen. Mediziner würden gern helfen, brauchen aber mehr Spenden, wie Hornhäute bei Augen. Eine 65-Jährige hat in Neubrandenburg viel Glück.



Augen
Moderne OP-Techniken haben das Potenzial, Menschen mit Augenproblemen schneller zu helfen. Allerdings bedarf es mehr Hornhautspender.   Foto: Julian Stratenschulte

Menschen mit Augenkrankheiten kann durch moderne Operationstechniken schneller geholfen werden - es braucht aber deutlich mehr Hornhautspender. Das erklärte Marzin Börgel, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation in Neubrandenburg.

Derzeit gebe es etwa 8000 Hornhauttransplantationen bundesweit im Jahr, aber nur 6500 Augenhornhäute würden in Deutschland gespendet. In fünf bis zehn Jahren werde mit 10.000 bis 12.000 nötigen Operationen dieser Art gerechnet. Ein Grund sei die demografische Entwicklung, bei der die Zahl der Senioren weiter wächst.

«Es wird auch früher operiert, um den Betroffenen weitere Verschlechterungen der Sehkraft zu ersparen», sagte der neue Leiter der Augenklinik in Neubrandenburg, Christian Karl Brinkmann. Die OP-Technik sei zudem immer risikoärmer. Am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg fand die Jahrestagung der DGFG statt, der als Gesellschafter die Universitätskliniken Dresden, Hannover, Leipzig und Rostock sowie das Neubrandenburger Klinikum angehören.

Als Beispiel nannte Brinkmann den Fall der 65-jährigen Ruth Kuhn. Der Patientin wurde am 22. März in Neubrandenburg eine hauchdünne Schicht innerhalb der Hornhaut eingesetzt, die für die stetige Entwässerung dieser Augenhornhaut zuständig ist. «Das Sehen wurde erst immer schlechter, jetzt ist es deutlich besser», erläuterte Kuhn. Die Operation erfolgte mit einer speziellen Lamellar-Technik, wie Brinkmann erläuterte. Das sei sehr schonend.

Hauptaufgabe der Gesellschaft sei vor allem die Aufklärung, erklärte Börgel. Gewebespenden könnten nach dem natürlichen Tod von Patienten entnommen werden - dem Herz-Kreislaufversagen - wenn die Angehörigen dem zustimmen. Grundsätzlich gebe es genug potenzielle Spender in Deutschland. Doch bisher stimmten erst 34 Prozent der Befragten einer Spende von Gewebe, wie Hornhäuten, Herzklappen, Haut oder Blutgefäßen zu. «Es müsste mehr in den Familien darüber geredet werden, was die Betroffenen nach dem Tod wünschen», sagte Börgel.

Bei Gewebespenden liege Nordrhein-Westfalen bundesweit an der Spitze, es folgten Mecklenburg-Vorpommern und Bremen. Hornhäute der Augen sind nicht durchblutet, können bis zu 72 Stunden nach dem Tod eines Menschen entnommen und für Transplantationen verwendet werden. Etwa die Hälfte aller in Deutschland transplantierten Augenhornhäute laufen über die DGFG, die für Spenden mit 90 Kliniken kooperiert.

Bundesweit gab es 2018 knapp 36.000 Meldungen über in Frage kommende Spender bei der DGFG, nach einer Klärung über Eignungen folgten 7700 Gespräche mit Angehörigen, woraus letztlich 2700 Gewebespenden entstanden.

In Mecklenburg-Vorpommern gab es 2018 rund 5500 Meldungen. Daraus entstanden 1500 Gespräche und 408 Spenden, wovon 382 Spenden Hornhaut von Augen waren. Für 2019 zeichne sich ein ähnlicher Trend ab.

Veröffentlicht am:
08. 05. 2019
17:04 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
08. 05. 2019
17:04 Uhr



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