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Was die Änderung des Geschlechts so schwer macht

Wer sich seinem biologischen Geschlecht nicht zugehörig fühlt, kann seinen Vornamen und den Geschlechtseintrag offiziell ändern lassen. Die Regeln hierfür im Transsexuellengesetz sind jedoch umstritten.



CSD-Parade
Christopher Street Day: Die Parade steht für die Rechte der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender.   Foto: Christoph Schmidt/Illustration

Transidente und Transsexuelle fühlen sich ihrem biologischen Geschlecht nicht zugehörig. Der Begriff transsexuell kommt aus einem medizinischen Kontext. Heutzutage bevorzugen zahlreiche Betroffene den Begriff der Transidentität.

Das Transsexuellengesetz von 1981 regelt, unter welchen Voraussetzungen Betroffene ihren Vornamen und ihr Geschlecht offiziell ändern können. Inzwischen gilt es als dringend überholbedürftig, zumal das Bundesverfassungsgericht über die Jahre immer wieder Regelungen für verfassungswidrig erklärte.

Das Gesetz sieht vor, dass Transidente und Transsexuelle, also Menschen, die mit ihrem biologischen Geschlecht nicht übereinstimmen, mit Psychologen und einem Richter sprechen müssen, um ihren Vornamen und ihr Geschlecht offiziell zu ändern.

Die erste offen transidente Parlamentarierin in Deutschland, Tessa Ganserer, fordert nun die Abschaffung des fast 40 Jahre alten Transsexuellengesetzes. Dieses sei entwürdigend und sehe Transmenschen nicht als vollwertige und mündige Bürger an, sagte die Grünenpolitikerin in München.

Geschlechtsidentität ist vielfältig, und ebenso zahlreich sind die Begriffe, mit der Menschen diese beschreiben:

- Transsexualität: Bezeichnet das starke Gefühl, mit dem «falschen» Geschlecht auf die Welt gekommen zu sein. Den Betroffenen ist es oft ein Bedürfnis, ihren Körper mit Hormonen oder mit Operationen dem bevorzugten Geschlecht anzugleichen. Der Begriff transsexuell stammt aus einem medizinischen Kontext, viele Menschen lehnen ihn inzwischen ab und verwenden alternative Bezeichnungen.

- Transgender: Umfasst alle Menschen, die sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Das soziale Geschlecht (engl: gender) entspricht oft nicht dem biologischen. Der Begriff Transgender stellt das soziale Geschlecht folglich in den Mittelpunkt. Nicht jeder Transgender-Mensch möchte seinen Körper so verändern, wie es viele Transsexuelle wollen.

- Transident: Legt den Schwerpunkt auf die Identität und verzichtet ebenfalls auf den teils irreführenden Begriff der Sexualität. Transident kann auch als deutsche Version des englischen Wortes transgender verstanden werden.

- Trans*: Ist ein Oberbegriff, der die verschiedenen Gruppen zusammenfasst. Das soll Offenheit signalisieren und auf die Vielfalt von Selbstbildern hinweisen, die im Laufe eines Lebens wechseln können. Manche reden hier von transgeschlechtlichen Menschen.

- Transvestit: Menschen, die das Bedürfnis haben, immer mal wieder für längere oder kürzere Zeit in die Kleidung des anderen Geschlechts zu schlüpfen, etwa als Kostüm oder als Fetisch. Auch Haare, Accessoires und Bewegungsstil passen sie an - und zwar im Bewusstsein, diesem Geschlecht nicht anzugehören.

- Cis-Menschen/Cisgender: Wer sich mit dem Geschlecht identifiziert, das ihm bei Geburt zugewiesen wurde, wird Cis-Mensch genannt. Dies trifft auf den weitaus größten Teil der Bevölkerung zu. Das lateinische «cis» bedeutet «diesseits» - als Gegenwort zu «trans», «jenseits» und «über».

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dpa

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Veröffentlicht am:
06. 08. 2019
10:44 Uhr

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Bevölkerung Bundesverfassungsgericht Bürger Geschlechtsidentitätsstörungen Schwangerschaft und Geburt Sexualität Transgender Transsexuelle
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