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Digitaltechnik in der Corona-Krise

Wir bleiben zu Hause - und machen da was? Klar: im Internet surfen, Serien streamen, Spiele zocken. Das ist schön, birgt allerdings auch Suchtgefahr. Dagegen helfen analoge Rituale - und Brettspiele.



Mensch vor Laptop mit Handy
In der Corona-Krise ist das Internet umso wichtiger als Verbindung zum Rest der Welt - dadurch kann aber auch die Suchtgefahr steigen.   Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Die Corona-Krise ist eine Sternstunde der Digitaltechnik: Das Internet ist Informationsquelle und Verbindung zur Arbeit, Streamingdienste bieten Ablenkung, und Computerspiele beschäftigen Kinder, die kaum vor die Tür dürfen.

Doch ist das nicht gefährlich? Das kann sein, sagt Prof. Bert te Wildt, Chefarzt der Psychosomatischen Klinik Kloster Dießen (Bayern). Doch selbst für den Suchtexperten überwiegen gerade die positiven Aspekte von Netz und Co.

Hochzeit des Internets

«Ich beschäftige mich beruflich hauptsächlich mit den negativen Folgen des Internets», sagt te Wildt. «Ich glaube aber, dass das Internet zu diesen Zeiten eine absolute Hochzeit erleben wird, und das hoffentlich vor allem auf positive Weise.»

Das reiche vom Webcam-Telefonat für Blickkontakt zu den Liebsten über Online-Fortbildungen bis zum Koch-Tutorial. «Wir werden hoffentlich irgendwann sagen können, dass die digitalen Medien ein wahrer Segen in der Krise waren.»

Risiken steigen angesichts intensiver Nutzung

Allerdings steigen durch die intensive Nutzung unter besonderen Umständen auch die Risiken: «Ich bin schon besorgt, dass die Zahl der Internetsüchtigen stark steigen könnte», so der Experte. Gefährdet seien zum Beispiel alleinlebende Erwachsene. Bei Männern sieht te Wildt zudem die Gefahr einer Pornografie-Sucht. Und bei nicht ausgelasteten Jugendlichen droht vielleicht eine Computerspiel- oder Social-Media-Sucht.

Was kann davor schützen? «Es ist jetzt mehr denn je wichtig, sich zu disziplinieren und sich nicht komplett gehen zu lassen», erklärt te Wildt. Das betreffe nicht nur den digitalen Konsum, sondern auch andere Lebensbereiche - Alkohol- oder Tabakkonsum etwa. «Wer jetzt anfängt, in negative Gewohnheiten und Rituale abzustürzen, kommt da in den nächsten Wochen und Monaten wahrscheinlich auch nicht mehr raus.»

Analoge Rituale helfen

Um das zu verhindern, rät der Experte dazu, positive - und analoge - Rituale zu etablieren. Vielleicht lässt sich die erste und letzte Stunde des Tages komplett ohne Digitaltechnik verbringen? Familien können auch die Brettspiele wieder auspacken. Und eventuell lässt sich eine feste Vorlesestunde oder ein displayfreies Familienessen vereinbaren. «Es ist jetzt ausschlaggebend, sich zu fragen, was man will und was einem guttut.»

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
02. 04. 2020
15:39 Uhr

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02. 04. 2020
15:39 Uhr



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