Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: CoronavirusVideosCotubeBlitzerwarner

 

Was Verbraucher zum Corona-Test wissen sollten

Bin ich positiv? Habe ich die Infektion vielleicht unbemerkt schon durchgemacht? Von einem Corona-Test versprechen sich viele Menschen Klarheit - die dieser aber mitunter nur einschränkt liefern kann.



Corona-Test im Labor
Im Labor werden zum Nachweis einer Infektion Abstriche aus dem Nasen-Rachen-Raum auf das Sars-CoV-2-Virus getestet.   Foto: Oliver Berg/dpa/dpa-tmn

Die Möglichkeit, sich auf das neuartige Coronavirus testen zu lassen, beschäftigt weiterhin viele Menschen in Deutschland.

Denn manche Bundesländer verlangen von Urlaubern aus Corona-Hotspots jetzt einen negativen Corona-Test, Bayern will den Test für jedermann im Freistaat - auch ohne Symptome - flächendeckend kostenfrei ermöglichen. Doch wie läuft der Test ab? Und wann sollte man sich wirklich testen lassen? Wichtige Fragen und Antworten dazu.

Wie funktioniert der Test zum Nachweis einer Infektion?

«Den kann man nur aus einem Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum machen», erläutert Andreas Bobrowski vom Berufsverband Deutscher Laborärzte. Der Test für den Direktnachweis von Sars-CoV-2 erfolgt dann in einem Labor durch eine Polymerase-Kettenreaktion - PCR abgekürzt. Dabei wird das Erbmaterial der Viren so stark vervielfältigt, dass es nachgewiesen werden kann, auch wenn es nur in geringen Mengen vorkommt, erklärt das Bundesgesundheitsministerium .

Wer nimmt den PCR-Test vor?

Laut Ministerium sind dies Hausärzte und der kassenärztliche Bereitschaftsdienst beziehungsweise das örtliche Gesundheitsamt.

Was sagt der PCR-Test aus?

Ein negatives Ergebnis sagt, dass zum Zeitpunkt des Abstrichs keine Viren in der entsprechenden Menge nachgewiesen wurden. Dennoch ist dadurch nicht ausgeschlossen, dass man sich kurze Zeit vor dem Abstrich noch angesteckt haben könnte - und man kann sich natürlich auch nach dem Test jederzeit infizieren.

Wann zahlen die Krankenkassen für den Nachweistest?

Sie zahlen auf jeden Fall bei Menschen, deren Symptome auf eine Infektion hindeuten. Unter bestimmten Umständen werden die Kosten aber auch dann getragen, wenn man keine Symptome hat. Etwa dann, wenn einem die Corona-Warn-App anzeigt, dass ein Risiko bestehen könnte. Oder dann, wenn zum Beispiel in einer Schule, einer Kita oder einem Pflegeheim, das man besucht hat, ein Fall vorkam - wobei dies auch davon abhängt, ob das Gesundheitsamt in der Folge Reihentestungen anordnet. Vor der Einweisung ins Krankenhaus wird man immer getestet.

Was kostet der Test?

Als bisher einziges Bundesland hat Bayern angekündigt, allen Bürgern - auch ohne Symptome - bald Tests ermöglichen und im Zweifel die Kosten dafür zu tragen. Wer sich auf eigene Kosten testen lassen möchte, muss je nach Anbieter mit mehr als 100 oder sogar 200 Euro rechnen.

Wann sollte man sich testen lassen?

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums dann, wenn man Erkältungssymptome oder andere typische Anzeichen für Covid-19 zeigt, Geruchsverlust zum Beispiel. Auch bei einem Kontakt zu Menschen, die positiv auf den Erreger getestet wurden, ist es angeraten. Wichtig ist aber, in solchen Fällen nicht einfach loszugehen, sondern vorher anzurufen - beim Hausarzt, beim ärztlichen Bereitschaftsdienst (Rufnummer 116 117) oder dem zuständigen Gesundheitsamt.

Dann gibt es noch Bluttests - was leisten die?

Will man die Reaktion des Körpers auf das Coronavirus testen - etwa, wenn man wissen möchte, ob jemand in der Vergangenheit infiziert war und bereits Antikörper gebildet hat -, muss Blut abgenommen werden. Einer der Tests dabei ist der IgG-Antikörpertest, wobei IgG für Immunglobulin G steht.

Das Problem an diesem Test laut Bobrowski: Ein verhältnismäßig hoher Anteil - um die 15 bis 20 Prozent, wahrscheinlich sogar mehr -, bilde laut Studien keine oder nur sehr geringe Mengen dieser IgG-Antikörper, trotz positiven Abstrich-Tests. «Und auch wenn IgG-Antikörper gemessen werden, weiß man noch nicht sicher, ob sie vor einer erneuten Infektion schützen - dafür müssen noch weitere Neutralisationstests durchgeführt werden. Welche genau die schützenden IgG-Antikörper sind, daran wird intensiv geforscht - hier kann man aber noch keine hundertprozentig sicheren Aussagen treffen.»

Schnelltests zum Nachweis von Antikörpern, neben IgG etwa auch auf das Immunglobulin M (IgM), werden auch kommerziell angeboten, erklärt das Robert Koch-Institut. Die Ergebnisse aber allein als Kriterium für eine Diagnose einzusetzen, davon rät das RKI aktuell ab. Es weist darauf hin, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO die Schnelltests derzeit nur für Forschungsprojekte empfiehlt. Auch können sie laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ( KBV ) nicht abgerechnet werden.

Wie lange dauert es, bis die Ergebnisse vorliegen?

«Die reine Analysezeit im Labor dauert bei den Abstrichen drei bis vier Stunden, beim Bluttest ungefähr eine Stunde», sagt Labormediziner Bobrowski. Je nach der Menge an Proben, die im Labor auflaufen, dauere es in der Regel insgesamt 24 Stunden, bis das Ergebnis auch bei dem Patienten vorliegt - «es kann aber bei einem sehr hohen Probenaufkommen auch bis zu 48 Stunden dauern.»

© dpa-infocom, dpa:200630-99-618853/2

Veröffentlicht am:
30. 06. 2020
13:44 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung Gesundheitsbehörden Gesundheitsministerien Infektionskrankheiten Kassenärzte Krankenkassen Krankheitserreger Labors Laborärzte Ministerien Pflegeheime Robert-Koch-Institut Weltgesundheitsorganisation
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Untersuchung des Coronavirus

10.03.2020

Was wir über das Cornavirus wissen

Die Zahl der Infektionen mit dem neuen Coronavirus in Deutschland steigt. Was über den Erreger bekannt ist. » mehr

Röhrchen für einen Test auf das Virus SARS-CoV-2

04.03.2020

Wichtige Informationen zum Coronavirus

Die Zahl der Infektionen mit dem neuen Coronavirus steigt, fast alle Bundesländer haben inzwischen Nachweise gemeldet. » mehr

Ausgewogene Ernährung

23.06.2020

Was Krebsrisiko eigentlich bedeutet

Mehr als 200.000 Menschen in Deutschland sterben jährlich an Krebs. Warum die Krankheit ausbricht, lässt sich oft nicht genau sagen - doch die Wahrscheinlichkeit kann jeder beeinflussen. » mehr

Coronatest

27.05.2020

Corona-Tests für Schulen, Kitas und Pflegeheime geplant

Bisher werden vor allem Menschen auf das Sars-CoV2-Virus getestet, die Symptome haben. Nach dem Willen des Bundesgesundheitsministeriums könnte sich dies in Zukunft ändern. » mehr

Robert Koch-Institut

26.02.2020

Breitet sich das Coronavirus nun auch in Deutschland aus?

In Deutschland sind neue Infektionen mit dem Coronavirus bekannt geworden. Die wichtigsten Antworten zu Sars-CoV-2. » mehr

Coronavirus - Mundschutz

28.02.2020

Was tue ich beim Verdacht auf eine Corona-Infektion?

Immer neue Fälle und immer neue Nachrichten rund um das neuartige Coronavirus - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann? » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
30. 06. 2020
13:44 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.