Lade Login-Box.
Corona Ticker
Topthemen: CoronavirusVideosCoburger OB-Kandidaten vor der KameraCotubeBlitzerwarner

 

Zehn Tipps für den besseren Schlaf

Gedanken kreisen um die Sorgen von morgen, man kommt einfach nicht zur Ruhe: Unser Schlaf ist Seismograph von Körper und Seele. Etwa jeder dritte Deutsche schläft schlecht. Die meisten tun zu spät etwas dagegen.



Schlafende Frau
Guter Schlaf ist wichtig. Wer mehrere Monate regelmäßig kaum schläft und bereits alles ausprobiert hat, sollte besser einen Arzt aufsuchen.   Foto: Christin Klose

Schlechter Schlaf ist auf Dauer die reinste Folter: Erschöpft und dauermüde ist man kaum in der Lage, seinen Tag zu bewältigen. Die gute Nachricht: Ist die Insomnie, so der Fachbegriff, noch nicht chronisch, können Betroffene durchaus noch ohne den Einsatz von Medikamenten etwas tun.

Die schlechte Nachricht: Nach Jahren der Schlaflosigkeit ist die medikamentöse Therapie beinahe alternativlos. Deshalb ist es ratsam, rechtzeitig zu handeln.

Gesunder Schlaf - was ist das?

«Das ist äußerst individuell», sagt Schlafforscher Prof. Eckart Rüther aus München. «Und nach seinen Bedürfnissen sollte man sich dringend richten.» Manche kommen mit fünf Stunden Schlaf aus, andere brauchen zwölf. Einige schlafen am Stück - andere in Etappen. Einige gehen spät ins Bett, andere lieber früh. «Diejenigen, die tagsüber erholt und fit sind, schlafen unter den gegebenen Bedingungen offenbar gut und haben keinen Grund, etwas zu verändern.»

Tagsüber vorarbeiten

«Bewegung, Sport oder auch geistige Forderung sind gut und wichtig, um den Körper müde zu machen», sagt Jana Hauschild, Psychologin und Autorin der Stiftung Warentest. Aber Vorsicht: Bewegung direkt vor dem Zubettgehen ist ebenso wie große geistige Anstrengung eher hinderlich. Aufregende, gruselige oder besonders spannende Filme und Bücher können sich ebenfalls negativ auswirken.

Weg mit Handy, Laptop und E-Book-Reader

«Eine halbe Stunde vor dem Schlafen offline gehen», empfiehlt Prof. Ingo Fietze, Schlafmediziner an der Charité in Berlin und Buchautor. Manche gehen sogar noch weiter. «Studien haben gezeigt, dass das blaue Licht von elektronischen Geräten wie Handy, Laptop und auch E-Book-Reader die Ausschüttung des Hormons Melatonin verzögert», erklärt Hauschild. Dieses Hormon ist aber wichtig, weil es den Tag-Nacht-Rhythmus regelt. Das Licht einer Nachttischlampe ist weniger problematisch.

Essen, aber nicht zu schwer

Hungrig ins Bett zu gehen, ist keine gute Idee. Eisbein oder Schnitzel mit Pommes essen aber auch nicht. Der Körper braucht Nahrung, die nicht zu schwer im Magen liegt. Auch Flüssigkeit ist gut - Alkohol ist damit aber nicht gemeint. Damit bleibe der Schlaf eher oberflächlich, warnt Hauschild.

Rituale entwickeln

Stricken, häkeln, nähen, lesen, fernsehen - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Mindestens eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen sollte man bewusst gestalten, mit einer nicht zu aufregenden Aktivität. Helfen kann auch eine feste Routine etwa aus duschen, eincremen, Zähne putzen und dann Hörbuch hören. «Die Regelmäßigkeit ist wichtig», fügt Prof. Fietze hinzu. Das gilt auch für die Schlafenszeit. Natürlich sind aber auch Ausnahmen erlaubt.

Ein positives Bild vom Schlaf

Es fängt schon in der Kindheit an, mahnt Prof. Rüther. Wir drohen den Kindern an, dass sie ins Bett müssen, wenn sie nicht lieb sind. Der Schlaf hat damit sofort ein schlechtes Image. Warum nicht stattdessen am Frühstückstisch über Träume sprechen und sich gemeinsam über das Ausschlafen freuen?

Schlafzimmer anpassen

Die einen mögen es lieber frisch, die anderen mollig warm. «Generell sollte ein Schlafzimmer etwa 17 bis 22 Grad haben, dunkel und lärmgeschützt sein», sagt Fietze. «Was zählt, ist aber eigentlich nicht die Temperatur im Schlafzimmer, sondern die unter der Decke», ergänzt Rüther. Die leidige Frage «Nackt schlafen oder nicht?» ist damit auch beantwortet: Man sollte so schlafen, dass einem weder zu warm noch zu kalt ist. Hauschild empfiehlt außerdem eine Trennung von Arbeitsbereich und Schlafbereich. Es sei nicht förderlich, die ungetane Arbeit vom Bett aus sehen zu können.

Achtung, aktives Haustier

Hamster sind nachtaktiv. Die Katze will morgens um sechs Futter, und der Hund tritt im Schlaf wild um sich. Tiere tragen nicht unbedingt zu einem tiefen Schlaf bei. Auch wenn es mit ihnen ganz schön gemütlich sein kann, sollten sensible Schläfer erwägen, das Tier nachts vor die Tür zu setzen.

Im Zweifel lieber getrennt

«Ich habe Hunderte von Ehen durch die Empfehlung von getrennten Schlafzimmern gerettet», sagt Prof. Rüther. Der eine schnarcht, die andere kann nicht schlafen. Einer friert, der andere schwitzt. Wer nicht zusammenpasst, der sollte unbedingt getrennt schlafen.

Rechtzeitig zum Arzt gehen

Ratschläge für eine Verbesserung der Schlafsituation gibt es unendlich viele, sagt Fietze. «Ich rate Menschen immer, das Internet nach Tipps zu durchforsten und sich zu informieren, was zu ihnen passen könnte.» Vorsicht sei bei Produkten geboten, die einen besseren Schlaf versprechen. Und wer länger als drei Monate regelmäßig kaum schläft und bereits alles ausprobiert hat, sollte besser einen Arzt aufsuchen. Gemeinsam können er und der Patient Ursachen und Gegenmaßnahmen ausloten - bevor die Schlaflosigkeit chronisch wird.

Literatur: 

Prof. Dr. med. Ingo Fietze: Die übermüdete Gesellschaft - Wie Schlafmangel uns alle krank macht, Rowohlt Verlag, erschienen 4/18

Veröffentlicht am:
12. 07. 2018
09:51 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Betten Körper Medikamenteneinsatz Notebooks Professoren Rituale und Zeremonien Schlafforscher Schlaflosigkeit Schlafzimmer Stiftung Warentest Tipps
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Prof. Sonia Lippke

01.04.2020

Die zwei Gesichter des Alleinseins

Alleinsein. Einsamkeit. Isolation. Das Phänomen, ohne andere Menschen auskommen zu müssen, hat viele Namen. Doch ist es Fluch - oder vielleicht sogar Segen? » mehr

Kathina Seifert und Paul

21.03.2020

Kinder mit Down-Syndrom sind heute im Netz präsent

Kinderfotos im Netz gibt es massenweise. Auch viele Eltern von Kindern mit dem Down-Syndrom veröffentlichen gerne Bilder ihres Nachwuchses. Sie wollen so auch Vorurteile abbauen und zeigen, wie normal das Leben ist. Doch... » mehr

Fitness-Apps

20.03.2020

So klappt das Heimtraining in Corona-Zeiten

Fit bleiben in Zeiten der Corona-Isolation - das ist nicht mehr so einfach, aber nicht unmöglich. Ein Experte gibt Tipps, wie Sie jetzt trotzdem in Form bleiben. » mehr

Hans-Günter Weeß

11.03.2020

Was Nacht- und Schichtarbeit mit uns macht

Wer ständig im Schichtdienst oder sogar immer nachts arbeitet, tut seiner Gesundheit keinen Gefallen - im Gegenteil. Gerade die Nachtarbeit kann gefährlich sein. » mehr

Werte in einer Tabelle

25.04.2018

So viel Vitamin D braucht der Mensch

Für die Pharmakonzerne sind sie ein Millionengeschäft: kleine Kapseln, die Vitamin D enthalten. Immer wieder ist in Deutschland von Mangel und Unterversorgung die Rede. Scheint ja auch kaum die Sonne hier. Und trotzdem b... » mehr

Gel-Matratze für Frühchen

22.01.2020

Gel-Matratze soll bei Frühchen Körperkontakt simulieren

Es fehlt ein Bett oder zu Hause die Betreuung für die Geschwister: Längst nicht alle Eltern können rund um die Uhr bei ihrem Baby auf der Isolierstation sein. Für die Frühchen ist der Körperkontakt aber wichtig. Eine Hig... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
12. 07. 2018
09:51 Uhr



^