Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: CoronavirusVideosCotubeBlitzerwarner

 

Wie Versicherte einen Rehaplatz in der Wunschklinik bekommen

Wer eine Reha beantragt, kann eine Wunschklinik angeben. Mit der Einweisung klappt es am ehesten, wenn die angegebene Einrichtung für das Krankheitsbild des Patienten medizinisch geeignet ist. Was Versicherte außerdem beachten sollten:



Reha-Klinik
Die Reha-Klinik sollte für die jeweilige Erkrankung geeignet - und entsprechend ausgestattet - sein.   Foto: Christin Klose

Ein Bandscheibenschaden, Depressionen oder eine Knieverletzung - für eine Reha kann es verschiedene Gründe geben. Damit sich der Aufenthalt lohnt, ist es wichtig, eine passende Klinik auszuwählen.

Aber wie finden Versicherte die? Und was müssen sie beachten, damit sie auch dort unterkommen? Erste Informationen erhalten Patienten bei ihrem Haus- oder Facharzt, erklärt Klaus-Dieter Koch, Leiter des Produktbereichs Reha bei der Medizinischen Medien Informations GmbH in Neu-Isenburg. Wer sich unabhängig vom Arzt über Reha-Kliniken informieren möchte, kann etwa übers Internet mit Selbsthilfegruppen Kontakt aufnehmen. «Die Rentenversicherungsträger sind auch ein kompetenter Ansprechpartner bei Fragen der Rehabilitation», erklärt Dirk von der Heide von der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Haben Patienten eine Wunschklinik für sich ausgemacht, können sie den behandelnden Arzt bitten, diese Einrichtung im ärztlichen Befundbericht explizit zu nennen. Der komplette Reha-Antrag geht entweder an die Krankenkasse, an die Unfallversicherung oder zur Deutschen Rentenversicherung.

Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit

«Die Rentenversicherung ist zuständig, wenn die Erwerbsfähigkeit eines Patienten gefährdet ist oder durch eine Reha Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit abgewendet werden können», erläutert Ann Marini vom GKV-Spitzenverband. Bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten wenden sich Patienten an die Unfallkasse oder Berufsgenossenschaften.

Mit der Einweisung in die Wunschklinik klappt es eher, wenn die Klinik für die jeweilige Krankheit geeignet ist und es realistisch erscheint, dass der Versicherte dort die Reha-Ziele erreicht. «Zum Beispiel muss die Entfernung und Anreise mit den gesundheitlichen Voraussetzungen des Patienten, etwa Schmerzen oder Luftnot, zu vereinbaren sein», so von der Heide. Mit dem Reha-Antragsformular sollten Antragsteller zudem Ausdrucke von den Webseiten einer oder mehrerer Wunschkliniken zur Versicherung schicken. «Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die Sachbearbeiter bei den jeweiligen Kostenträgern diese Infos mitunter gerne aufgreifen», sagt Koch.

In der Regel kommen die Patienten in Reha-Einrichtungen unter, mit denen der jeweilige Sozialversicherungsträger einen Vertrag hat. Sie können unter Umständen aber auch eine Einrichtung nutzen, mit der der Kostenträger vertraglich nicht verbunden ist. Mehrkosten muss der Versicherte dann aber selbst tragen.

Leistungen der Sozialversicherungsträger

Wurde ein Antrag bewilligt, zahlt der Sozialversicherungsträger Reise, Unterkunft, Verpflegung, ärztliche Betreuung, therapeutische Leistungen und medizinische Anwendungen. An diesen Kosten müssen sich Rehabilitanden allerdings beteiligen, zumindest, wenn die Reha stationär erfolgt. «Die Zuzahlung beträgt höchstens zehn Euro pro Tag für längstens 42 Tage, bei einer Anschlussrehabilitation nach einem Krankenhausaufenthalt für längstens 14 Tage im Kalenderjahr», sagt von der Heide. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Zuzahlung ganz oder teilweise entfallen.

Aber was, wenn man in einer Reha-Klinik eingecheckt hat und sich so gar nicht wohlfühlt? Dann muss man nicht bis zum Ende der Maßnahme ausharren, sie lässt sich auch in einer anderen Einrichtung fortsetzen. «Ein schneller Wechsel ist allerdings zumeist nicht möglich, da Kliniken kurzfristig fast nie freie Kapazitäten haben», sagt Koch.

Er rät, mit den Ärzten zu sprechen, ob ein Abbruch sinnvoll wäre, und dann das Reha-Antragsverfahren nochmals zu starten. «Durch die standardisierten Abläufe der Kostenträger bei der Antragsbearbeitung wird jedoch mehr Aufwand für den Versicherten entstehen, um eine erneute Reha bewilligt zu bekommen», so Koch.

Veröffentlicht am:
19. 12. 2018
11:02 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arztbriefe Berufskrankheiten Einrichtungen Gesetzliche Rentenversicherung Kostenträger Krankheitssymptome Patienten Sozialversicherungsträger Versicherungskunden
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Was wird gezahlt?

19.02.2020

Wann lohnt sich ein Krankenkassenwechsel?

Geld ist nicht alles: Bei Wahl und Wechsel der Krankenkasse kommt es nicht nur auf den Zusatzbeitrag an - wichtig ist, welche Leistung Kunden dafür bekommen. Und da gibt es durchaus Unterschiede. » mehr

Erste Hilfe beim Schlaganfall

01.07.2020

Ein Schlaganfall kann jeden treffen

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Durch eine rasche Behandlung steigt die Chance, bleibende Hirnschäden zu verhindern - oder zumindest zu vermindern. » mehr

Prof. Andreas Neu

24.06.2020

Chronisch krank: So gelingt der Abschied vom Kinderarzt

Für chronisch kranke Jugendliche ist der Wechsel vom Kinder- zum Erwachsenenarzt eine besondere Herausforderung. Wie die Umstellung gelingt und was dabei beachtet werden sollte. » mehr

Blutspenden in Zeiten von Corona

23.06.2020

Blutspender dringend gesucht

Blutspenden könnten in Zeiten von Corona eine neue Bedeutung bekommen. Genesene mit Antikörpern sind vielleicht eine Hilfe für Schwerkranke. Doch bei Blutspenden gibt es Engpässe. Sollte Solidarität besser vergütet werde... » mehr

Johanna Thünker

23.06.2020

Der mitunter steinige Weg zur Psychotherapie

Psychische Störungen brauchen eine gute Therapie. Doch das ist für gesetzlich Krankenversicherte leichter gesagt als getan. Denn die Plätze sind rar - und der Ablauf nicht leicht zu durchblicken. » mehr

«Tag der Organspende» am 6. Juni

23.06.2020

Warten auf ein Organ in Zeiten von Corona

Corona belastet uns alle - ungleich schwerer ist die Situation aber für Menschen, die auf ein Spenderorgan warten. Sina Jürgensen ist eine von ihnen. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
19. 12. 2018
11:02 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.