Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

Was schützt wirklich vor der Hitze?

Packt die Badehose ein, lasst die Rollos runter: Auf einige Teile Deuthscland rollt die nächste Hitzewelle zu. Temperaturen von bis zu 40 Grad laden ein zum Plantschen in Freibädern und Seen - die Hitze kann aber auch gefährlich sein.



Erfrischung im Sonnenschein
Bei Hitze gilt: viel trinken und im Schatten bleiben. Foto: Karl-Josef Hildenbrand   Foto: dpa

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für diese Woche Hitze-Warnungen veröffentlicht. Temperaturen von bis zu 40 Grad bedeuten nicht nur Badespaß, man muss den Körper auch davor schützen. Hitze-Ratgeber und Bauernweisheiten liefern unterschiedliche, teils widersprüchliche Tipps.

Dusche ich besser kalt oder warm? Lüfte ich nur morgens und abends oder auch tagsüber? Wer muss besonders aufpassen? Was hilft wirklich?

- Trinken: Regel Nummer eins: Wasser trinken. «2,5 bis 3 Liter Wasser am Tag und ich betone Wasser. Das geht nicht mit süßen Limonaden, die durstig machen, und erst recht nicht mit Alkohol», sagt der Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Pneumologie an der Uniklinik Bonn, Dirk Skowasch. Kranke mit Herz- oder Bluthochdruckproblemen sollten mit ihrem Arzt ein passendes Konzept fürs Trinken besprechen. Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) warnt vor alkoholischen Getränken. «Bei Hitze und starker Sonneneinstrahlung wirkt Alkohol schneller und intensiver. Als körperliche Folgeerscheinung erweitern sich die Blutgefäße, dadurch sinkt der Blutdruck und das Risiko für einen Kreislaufkollaps erhöht sich», so Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA.

- Ausruhen: «Kein Sport in der Mittagshitze und bei so hohen Temperaturen am besten gar nicht», rät der Bonner Mediziner Skowasch. Bei Hitze kann man also von der «Siesta» der Spanier lernen. Aktivitäten draußen sollten in die Morgen- oder Abendstunden verschoben werden. Und auch beim Essen empfiehlt Skowasch, langsam zu machen: «Lieber mehrere kleine Mahlzeiten, Obst und Gemüse.» Auch für Vierbeiner gilt laut Lea Schmitz vom Tierschutzbund viel trinken und lange Gassirunden in der Hitze vermeiden: «Über Mittag höchstens eine kurze «Pippirunde», ansonsten «Siesta» - möglichst im Schatten oder an einem kühleren Plätzchen.»

- Lauwarm duschen: Wenn die Sonne brennt und der Schweiß läuft, erscheint oft nichts besser als eine kalte Dusche. Die ist für den Körper aber leider mehr Belastung als Erfrischung. «Das ist wie mit eiskalten Getränken. Der Körper muss sich danach wieder aufwärmen auf Außentemperatur. Das kostet Energie», sagt Skowasch. Also lieber lauwarm duschen.

- Richtig Lüften: Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt, nachts lang zu lüften und tagsüber nur kurz. Auch Luftbewegung etwa durch einen Ventilator lindere das Hitzegefühl. Zusätzliche Wärmequellen sind laut Verbraucherzentrale Kühlschränke und Heizungsrohre.

- Schatten: So schön der langersehnte Sommer auch ist, ein Baum oder Sonnenschirm spendet Schatten und kühlt ab. «Aus der Hitze raus, in den Schatten, luftige Kleidung - das klingt banal, ist aber wichtig», so der Bonner Mediziner Skowasch.

- Aufpassen: Für Babys und Kleinkinder ist Hitze besonders gefährlich. Sie können ihren Wärmehaushalt noch nicht so gut regulieren, warnt die BZgA. Deshalb sollten Kinder mit Sonnencreme, Hut und Sonnenbrille gegen die Strahlen geschützt werden und am besten im Schatten spielen. Hochroter Kopf, Bewusstseinsstörungen und erhöhte Körpertemperatur sind laut BZgA Symptome eines Hitzschlags, bei dem Kinder sofort aus der Sonne und zu einem Arzt oder ins Krankenhaus müssen. Hundebesitzer sollten ihre Tiere nicht im heißen Auto lassen, warnt Lea Schmitz vom Tierschutzbund. Grundsätzlich sollte man den Hund bei den hohen Temperaturen gut beobachten. Sehr starkes Hecheln, glasiger Blick und tiefrote oder blasse Schleimhäute seien Alarmsignale.

- Hitzschlag: «Ein Hitzschlag ist ein echter Notfall, in dem man sofort den Notarzt rufen sollte», so Skowasch. Symptome seien Kopfschmerzen, Bewusstseinstrübungen, Erbrechen, Krämpfe bis hin zum Schock, der tödlich enden könne.

Veröffentlicht am:
23. 07. 2019
10:37 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Badehosen Blutdruck Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Deutscher Wetterdienst Erbrechen Innere Medizin Kardiologie Notfallärzte Pneumologie Universitätskliniken Verbraucherzentralen Ärzte
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Prof. Thomas Seufferlein

31.07.2019

Wenn die Bauchspeicheldrüse zickt

Die Bauchspeicheldrüse wird häufig übersehen. Störungen des Organs können aber durchaus gefährlich sein. Dabei muss es oft gar nicht so weit kommen. » mehr

Erste Hilfe mit Hypnose

02.10.2019

Welche Vorteile Hypnose bei Erster Hilfe bringt

Notfallpatienten haben oft große Angst. Ihr Herz rast, der Blutdruck steigt, was gefährliche Folgen haben kann. Eine Bremer Notärztin setzt zur Beruhigung auf Hypnose. » mehr

Positiv denken

07.11.2019

Ist Gesundheit wirklich Kopfsache?

Mut schöpfen, nicht unterkriegen lassen, positiv denken. Und bald ist der Krebs besiegt. Solche Heilsversprechen gibt es rund um die Gesundheit oft. Doch Experten zweifeln daran - und warnen davor. » mehr

Prof. Alexander Meining

23.10.2019

So läuft eine Darmspiegelung ab

Eine Darmspiegelung gilt als schnelle und sichere Untersuchung. Im Gegensatz zu anderen Arten der Krebsvorsorge können Polypen und andere Auffälligkeiten gleich entfernt werden. » mehr

Hand halten

21.10.2019

Warum wir über das Sterben reden müssen

Ihre letzte Zeit möchten die meisten Menschen zuhause verbringen. Oft sterben sie aber eher im Krankenhaus. Das ginge anders - wenn die Hürde vor rechtzeitiger Palliativversorgung nicht so hoch wäre. » mehr

Antibiotika

22.05.2019

Alles über Antibiotika

Antibiotika töten Bakterien und heilen so den Menschen. Allerdings helfen sie nicht bei jeder Krankheit - und auch nur dann, wenn der Patient die dazugehörigen Regeln genau einhält. Eine davon: Bloß keine Milch zur Pille... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
23. 07. 2019
10:37 Uhr



^