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Welche Faktoren oft zu Burnout führen

Total ausgebrannt - früher dachte man da nur an überarbeitete Top-Manager, heute trifft es viele unterschiedliche Gruppen. Was kann einen Burnout auslösen? Und wie lässt er sich vermeiden?



Körperlich und emotional erschöpft
Wer von einem Burnout betroffen ist, fühlt sich aufgrund beruflicher oder anderer andauernder Überlastung geistig, körperlich und emotional erschöpft. Foto: Monique Wüstenhagen   Foto: dpa » zu den Bildern

Arbeitsstress, tägliche Überstunden und wenig Schlaf galten lange als Ursachen eines Burnouts - ebenso wie ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung. Doch mittlerweile glauben Experten:

Wenn jemand sich ausgebrannt fühlt, kann das viele Gründe haben - und damit auch verschiedene Gruppen treffen. Betroffene fühlen sich aufgrund beruflicher oder anderer andauernder Überlastung geistig, körperlich und emotional erschöpft.

«Sie sind oft lustlos, gereizt und angespannt, zynisch und gleichgültig. Außerdem können sie ihre Aufgaben nicht mehr oder kaum noch bewältigen», sagt Enno Maaß von der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV). Hinzu kommen nicht selten noch Unruhe, innere Leere, Angstgefühle, Schlafprobleme und niedrige Motivation für Alltagsaufgaben.

Konfliktreiche Beziehungen als zentraler Faktor

«Lange Zeit ist davon ausgegangen worden, dass Burnout durch zu viel Arbeit entsteht. Das ist nicht so», sagt auch die Ärztin und Autorin Mirriam Prieß. Sie hat sich in ihrem Buch «Burnout kommt nicht nur von Stress» intensiv mit dem Thema befasst. Der Beziehungsaspekt spiele die zentrale Rolle bei der Entstehung eines Burnouts.

So habe jeder, der von einem Burnout betroffen sei, konfliktreiche Beziehungen und die Beziehung zu sich selbst verloren. «Ohne Konflikt gibt es keinen Burnout», so Prieß. Viele Burnout-Betroffene haben sich in Kämpfen erschöpft. «Mit dem Partner, Arbeitgeber, Kollegen, mit dem System, in dem sie sich befanden, aber auch mit Lebenssituationen wie Verluste, Scheitern, Krankheit, die sie nicht akzeptieren wollten.»

Perfektionismus kann nach Angaben von Anette Wahl-Wachendorf ebenfalls ein Risiko darstellen. «Aber auch das familiäre Umfeld kann Auslöser sein, wie zum Beispiel die Pflege von Angehörigen», so die Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW).

Balance zwischen Geben und Nehmen

Ein Burnout kann aber grundsätzlich jeden treffen. Wer einem Burnout vorbeugen möchte, sollte sich regelmäßig fragen, ob er sich grundsätzlich in der Lage fühlt, die Anforderungen seiner Arbeit gut zu bewältigen, so Maaß.

Zudem kann jeder selbst aktiv werden. «Stärken Sie Ihre Dialogfähigkeit, das heißt, sorgen Sie für ein Gleichgewicht zwischen Nehmen und Geben, sowohl in Ihren Beziehungen als auch in dem, was Sie tun», sagt Prieß. Denn eine Burnout-Symptomatik sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. «Bei drei Viertel der Betroffenen treten begleitend psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen auf», erklärt Maaß.

Prävention und Behandlung gehen vor Jobwechsel

Bei Anzeichen eines Burnouts müsse zunächst versucht werden, stärker auf Phasen der Erholung zu achten, erklärt Maaß. So ist es ratsam, Urlaub vollständig und gleichmäßig zu nehmen. Auch regelmäßige Pausen sollten in den Tagesablauf eingebaut werden. Unter Umständen muss die Arbeit auch anders strukturiert werden, damit das Verhältnis zwischen Freizeit und Job ausgewogener ausfällt. Sport und Entspannung können ebenfalls helfen.

«Ändert sich damit die Situation nicht, sollte ein Psychotherapeut aufgesucht werden», sagt Maaß. Der könne erste Orientierung geben, Beschwerden einschätzen und abklären, ob es sich um eine psychische Erkrankung handelt. Bei Bedarf berate er dann zu Behandlungsmöglichkeiten und weiteren Hilfen. «Wichtig ist dabei, dass die Betroffenen ihre persönlichen Warnsignale für Überforderung kennenlernen und für sich herausfinden, wie sie aktiv verhindern können, erneut zu erkranken», ergänzt Maaß.

Wenn der Beruf der Hauptauslöser eines Ausbrennens ist, muss man aber nicht gleich kündigen. «Ein Jobwechsel steht ganz am Schluss - nach Prävention und Behandlung», erklärt Wahl-Wachendorf vom VDBW. Eventuell könne auch schon ein klärendes Gespräch etwa mit dem Vorgesetzten oder ein interner Wechsel helfen.

Veröffentlicht am:
01. 10. 2019
15:04 Uhr

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dpa

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01. 10. 2019
15:04 Uhr



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