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Wie gefährlich ist die E-Zigarette?

Hersteller bezeichnen die E-Zigarette als weniger schädliche Alternative zum Tabak-Rauchen, für Ärzte ist sie eine potenzielle Gesundheitsgefahr. Wer hat Recht?



E-Zigarette
Hersteller bewerben die E-Zigarette als schadstoffärmere Alternative zu Tabak. Doch Experten warnen: Schadstoffärmer ist nicht schadstofffrei.   Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn » zu den Bildern

Um die E-Zigarette und ihre eventuellen Gefahren gibt es jede Menge Streit. Und doch gibt es einen Satz, den wohl fast alle Beteiligten unterschreiben würden, vom Arzt bis zum Hersteller: Die E-Zigarette ist die weniger schädliche Alternative zur herkömmlichen Zigarette.

Die Frage ist, was das «weniger» bedeutet - und da gehen die Meinungen teils heftig auseinander. Fest steht: Vieles ist unklar. Gleichzeitig erscheinen immer neue Studien, die ein teils dramatisches Bild der Gesundheitsgefahren zeichnen, etwa in Bezug auf Bronchitis oder die Lungenkrankheit COPD. Hinzu kommen mysteriöse Lungenerkrankungen in den USA, mit mehr als 50 Todesfällen. Als Ursache wird dabei aber ein spezielles Öl mit Vitamin E vermutet, nicht die E-Zigarette an sich.

Schadstoffärmer - aber nicht schadstofffrei

«Man muss die E-Zigarette differenziert betrachten - auch daher kommt die Verwirrung in der Öffentlichkeit», erklärt Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Klar ist: Regulärer Zigarettenrauch enthalte Tausende Substanzen, und an die Hundert davon seien krebserzeugend. «Im Vergleich dazu enthält das Aerosol aus der E-Zigarette deutlich weniger Schadstoffe. Es ist aber bei weitem nicht schadstofffrei.»

Wie hoch die Belastung ist, hänge von verschiedenen Faktoren ab: welche sogenannten Liquide jemand verwendet, wie leistungsstark die E-Zigarette ist. Schadstofffrei sei der elektronische Glimmstängel aber nie, so Schaller - nur schadstoffärmer als die klassische Zigarette. «Wir müssen die Schadstoffbelastung aber natürlich auch mit dem Nichtrauchen vergleichen. Und verglichen damit ist es eben eine deutliche und vermeidbare Belastung, gerade bei Jugendlichen.»

Der Forschung fehlen Daten

Doch wie groß ist diese Belastung? Die Hersteller im Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG) verweisen auf Studien, die das «Weniger» an Risiko zählbar machen: 95 Prozent weniger Risiko sollen es demnach zum Beispiel sein, die Krebsgefahr soll sogar um 99,5 Prozent sinken.

Doch für solche konkreten Angaben ist es noch viel zu früh, sagen Experten. «Bei Zigaretten hat es Jahrzehnte gedauert, bis wir die Gesundheitsgefährdung richtig einschätzen können» sagt Wulf Pankow von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). «E-Zigaretten gibt es dafür einfach noch nicht lang genug, insofern fehlen uns da die Daten.»

«Zahlreiche Hinweise» auf Gefahren

Wie groß das Problem ist, zeigt die Frage nach dem Krebsrisiko am deutlichsten: Die ersten Studien zur E-Zigarette, die auf einen etwas längeren Zeitraum blicken, werden jetzt veröffentlicht. Beobachtungszeitraum: zwei, manchmal drei Jahre. Um das Krebsrisiko richtig einschätzen zu können, müsste man aber eher 10 bis 20 Jahre anschauen, wie Katrin Schaller erklärt.

Und auch bei anderen Krankheiten lichtet sich der Nebel nur langsam: «Welche Gesundheitsschäden und sonstige Langzeitfolgen der Konsum von E-Zigaretten hat, wissen wir noch nicht», sagt Pankow. «Gerade mit Blick auf die Lunge und die Gefäße gibt es aber zahlreiche Hinweise, dass der Konsum zumindest nicht harmlos ist.»

Wie süchtig machen E-Zigaretten?

Fest steht auf jeden Fall, dass es sogenannte Akut-Effekte gibt, wie der Pneumologe erklärt, «also eine Belastung der Lunge, die zum Beispiel für Menschen mit chronischen Atemwegskrankheiten ungünstig sind». Für Asthmatiker ist die E-Zigarette also definitiv nichts.

Hinzu kommt die Suchtgefahr. Auch da gibt es zumindest Hinweise auf ein Problem, wie Pankow erklärt. «E-Zigaretten enthalten auch Nikotin», sagt er. «Nikotin ist der Stoff, der bei herkömmlichen Zigaretten süchtig macht - deshalb ist davon auszugehen, dass es auch bei E-Zigaretten eine Suchtgefahr gibt.»

Und die E-Zigarette als Beitrag zur Entwöhnung? Auch das ist in der Forschung noch umstritten, sagt DGP-Experte Pankow. «Insofern empfehlen wir E-Zigaretten zur Entwöhnung nicht, das kann höchstens bei einzelnen Hochrisiko-Patienten sinnvoll sein, die sonst gar nicht vom Rauchen loskommen.»

Veröffentlicht am:
01. 01. 2020
05:47 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
01. 01. 2020
05:47 Uhr



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