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Faszination Ohr: 25.000 Haarzellen auf Hochbetrieb

Unsere Ohren schlafen nie. Sie wecken uns, wenn Gefahr droht. Doch diese Multitalente können noch viel mehr als nur Schallwellen aufnehmen.



Welttag des Hörens
Am Welttag des Hörens (3. März) macht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf Auswirkungen von Hörschäden aufmerksam.   Foto: Helen Ahmad/dpa

Das Hören, unser Sinn der niemals ruht. Im Ohr werden aber nicht nur die akustischen Reize aus der Umgebung verarbeitet. Im Organ steckt ein weiteres Organ. Es sorgt dafür, dass wir im Gleichgewicht bleiben.

Am Welttag des Hörens (3. März) appelliert die Weltgesundheitsorganisation (WHO), auf unsere Ohren zu achten - und macht auf Auswirkungen von Hörschäden aufmerksam.

- Voller Einsatz: Wir hören besser als wir sehen. Der Hörsinn verarbeitet 50 Eindrücke pro Sekunde und damit doppelt so viele wie das Auge. Das Ohr ist in der Lage, rund 400.000 Töne zu unterscheiden und präzise zu bestimmen, woher sie genau kommen. 24 Stunden am Tag laufen etwa 25.000 Haarzellen auf Hochtouren.

- Organ im Organ: Etwas versteckt hinter dem Gehörgang findet sich über dem Innenohr ein weiteres Organ. Dort bestimmen drei kleine, ineinander geschachtelte Bögen unser körperliches Gleichgewicht . Sie sagen uns etwa, wo oben und unten ist. Dazu werden in den Bogengängen feine Härchen von einer Flüssigkeit umgebogen. Dieser Reiz geht als Nervensignal ans Gehirn.

- Gute Dosis: Nicht zu laut und nicht zu leise sollte unsere Umgebung sein. Zu viel Lautstärke macht uns krank . Nach Angaben des Umweltbundesamtes steigt das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ab dauerhaft mehr als 65 Dezibel, was etwa einem Fernseher in Zimmerlautstärke entspricht. Absolute Stille tut aber auch nicht gut. Der HNO-Arzt aus der Schwindelambulanz im baden-württembergischen Sinsheim, Bodo Schiffmann, erklärt: «Im Gefangenenlager Guantanamo setzten Wachen das Konzept zur Folter ein.»

- Schlechteres Männerohr: Mit dem Alter lässt das Gehör nach. Eine Studie der Hochschule Aalen hat wissenschaftlich belegt, dass Männer früher betroffen sind als Frauen. Demnach hört im Mittel ein 55-jähriger Mann so schlecht wie eine 70-jährige Frau. Der Unterschied beim Hörverlust zwischen den Geschlechtern betrage im Alter von 70 Jahren 20 Dezibel. Einige Wissenschaftler vermuten, das könnte am weiblichen Hormon Östrogen liegen.

- Lebenslanges Wachstum: Untersuchungen zeigen, dass die Ohren offenbar ein Leben lang wachsen und bei älteren Menschen besonders groß sind. Während des Erwachsenenlebens legen sie um gut einen Zentimeter zu. Der Berliner Medizinprofessor Carsten Niemitz und sein Team von der Freien Universität stellten bei der Vermessung von 1500 Berliner Ohren fest, dass der äußere Teil der Ohrmuschel noch bis ins hohe Alter hinein breiter und länger wird. Manche Forscher sagen, es liege daran, dass die Haut mit der Zeit weicher und elastischer werde. Andere behaupten: Das Ohr wächst, weil das Gehör schlechter wird. So könne die Größe der Ohrmuschel den Hörverlust ausgleichen.

- Einzigartige Form: Den Fingerabdruck kennt fast jeder. Kriminalfälle können aber auch über die Ohren gelöst werden. «Mittels Ohrabdruck ist es möglich, einen Menschen zu identifizieren», heißt es im «Handbuch der Kriminalistik». Möglich mache dies die biometrische Struktur. Die Ohrmuschel behalte ein Leben lang ein Grundmuster bei. Weitere Alleinstellungsmerkmale sind demnach die Außenleiste und das Ohrläppchen.

- Unendlicher Ohrwurm: Die Melodie der Lieblingsserie, der Jingle aus der Werbung oder der Song aus den Charts: Sie alle können zu Ohrwürmern werden. Um diese lästige Kopfmusik loszuwerden, solle sich der Betroffene den Song in voller Länge anhören, rät HNO-Arzt Schiffmann. Denn das Gehirn neigt dazu, Unerledigtes immer wieder in Erinnerung zu rufen.

Veröffentlicht am:
03. 03. 2020
09:59 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
03. 03. 2020
09:59 Uhr



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