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Maßanfertigungen für den Wintersport sind im Trend

Individualisierung ist eines der großen Themen auf der Ispo. Auf dem Weg zum maßgeschneiderten Wintersportprodukt spielen auch digitale Lösungen eine wichtige Rolle.



Maßanfertigungen von Original+
Beim Hersteller Original+ geben Nutzer online Auskunft über ihre körperlichen Maße, Fitness sowie ihre Vorlieben. Am Ende schlägt die Seite ein Skimodell mit angepasstem Holzkern, Kantenwinkel und Stärke der verbauten Aluminiumlegierung vor.   Foto: Stefan Machold/Typs GmbH » zu den Bildern

Kein Produkt von der Stange, sondern bitte individuell: Der Trend nach einer persönliche Note greift auch im Wintersport um sich. Eine Entwicklung sind Websites, die Verbrauchern durch künstliche Intelligenz perfekte Ski oder das ideale Snowboard vorschlagen.

Bei den Skischuhen wird die Anpassung präziser, wie die Sportartikelmesse Ispo in München zeigt (3. bis 6. Februar).

Zu einem maßgeschneiderten Ski durch die Beantwortung einiger Fragen - das ist der Ansatz des österreichischen Herstellers Original+. Nutzer geben online Auskunft über ihre körperlichen Maße, Fitness sowie etwa ihre Vorlieben auf dem Berg und ihr Können. Am Ende schlägt die Seite ein Skimodell vor - unter anderem Holzkern, Kantenwinkel oder die Stärke der verbauten Aluminiumlegierung werden angepasst.

Einen ähnlichen, aber doch etwas anderen Ansatz verfolgt der Snowboard-Hersteller BBoard aus der Schweiz. Der Online-Konfigurator setzt etwas mehr Vorwissen voraus und fragt etwa nach der bevorzugten Form des Boards. Bei der Breite des Boards zum Beispiel gibt er zwar Empfehlungen, legt die Auswahl jedoch nicht selbstständig fest. «Man kann hier das Ergebnis mehr beeinflussen», erklärt Albert Meier vom Deutschen Skilehrerverband. Bei Original+ sei es eher eine Blackbox, die alleine über die Konfiguration entscheidet. Bei BBoard können Nutzer außerdem gegen Aufpreis eigene Designs festlegen.

Beim Skischuh gilt: Drücken darf er nicht, sollte jedoch so gut sitzen, dass sich die Kraft gut aus dem Fuß auf den Ski überträgt. Neben Schleifen und Fräsen hat es sich etabliert, den Innenschuh, die Schale oder beides zu erhitzen und dann an den Fuß anzupassen.

«Gerade für normale Skifahrer funktioniert das gut», sagt Meier. Im Spitzenbereich gebe es allerdings das Problem, dass der Skischuh bei wärmeren Temperaturen im Frühjahr weicher wird und so nicht mehr die gleiche Performance bietet wie im kalten Winter. Allerdings werden die Kunststoffe laut Meier in diesem Bereich immer besser.

Die Hersteller verfeinern die Anpassungsmöglichkeiten auch darüber hinaus stetig weiter, erklären die Ispo-Trendexperten. Ein Beispiel ist Head: Der Hersteller führt 2019/20 ein Gel-System ein - genannt Liquid Fit. Das Gel werde durch Schläuche in Taschen im Innenschuh gespritzt und soll dadurch für mehr Fersenhalt und weniger Druckstellen sorgen, teilt der Hersteller mit.

Tecnica versorgt sein Modell Mach1 mit einem neuen Volumenkonzept. Während viele Hersteller inzwischen Skischuhe in verschiedenen Leistenbreiten für unterschiedlich breite Füße anbieten, gibt es bei diesem Modell die Schalen in drei verschiedenen Volumina. Damit wird laut Hersteller auch die Höhe des Spanns berücksichtigt.

Vermessung und Anpassung passieren in der Regel im Fachhandel. Bei Fischer lässt sich die Fußform seit kurzem per App ermitteln - dafür wird der Fuß von mehreren Seiten mit der Smartphone-Kamera geknipst. Die Scan-Fit-App erstellt einen 3D-Fußabdruck. Danach schlägt sie passende Schuhe aus dem Sortiment vor.

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dpa

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Veröffentlicht am:
04. 02. 2019
15:42 Uhr

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04. 02. 2019
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