Lade Login-Box.
Topthemen: Coronavirus in BayernDie Videos der WocheDer BachelorCotubeBlitzerwarner

 

Die Vermessung der Skiwelt schreitet voran

Die Berge allein sind aufregend genug? Immer mehr hält das Digitale Einzug in den Wintersport. Das zeigt sich auch auf der Messe Ispo. Wie könnte ein Skitag künftig aussehen? Eine Fiktion auf Basis realer Entwicklungen.



Sensoren von Snowcookie
Die Sensoren von Snowcookie werden unter anderem auf dem Ski befestigt - sie messen detailliert die eigene Leistung.   Foto: Tomasz Ustupski/Snowcookie » zu den Bildern

Sieben Uhr morgens, der Wecker noch still. Die innere Uhr hat mich aus dem Bett getrieben, und ein Blick nach draußen zeigt mir, warum. Blauer Himmel, Schnee, Berge. Was braucht es mehr? Schnell der Griff zum Smartphone, die App für das Skigebiet öffnen.

Dieselben Berge wie vor dem Fenster erscheinen auf dem Display, rot, blau und schwarz zeichnen sich darauf Linien ab. Die Pisten. Wo will ich heute langfahren, an diesem Kaiserwetter-Tag?

So weit, so normal - schon heute fährt das Handy auf der Piste oft mit. Künftig geht da noch viel mehr, wie die Sportartikelmesse Ispo in München (3. bis 6. Februar) zeigt. Ich stelle mir vor, wie ein Tag auf der Piste künftig aussehen könnte, wenn die Technik weiter Einzug in den Wintersport hält.

Unterwegs mit Tracking-App und Datenskibrille

Der Plan für den Skitag ist gemacht, das Frühstück verschlungen, die Fahrt zur Talstation hinter mich gebracht. In der Kabine mit WLAN wieder ein Blick auf das Smartphone: Sind alle Lifte offen, die ich fahren will? Natürlich sind sie es. Zum Glück. Heute will ich mehr Pistenkilometer schaffen als die letzten Tage. Da hat mich mein Kumpel ausgestochen - die Tracking-App lügt leider nicht.

Oben auf dem Berg angekommen, setze ich meine Datenskibrille auf. Sie zeigt mir am rechten unteren Bereich meine Geschwindigkeit an. Und wenn ich will, die Richtung, in die ich fahren muss. Das funktioniert sogar offline. Einstellen kann ich die Anzeige mit der kleinen Fernbedienung an meinem Handgelenk.

Leistungsmesser am Ski

Auf meinen Ski blinken zwei kleine runde Knöpfe. Meine persönlichen Leistungsmesser. Ein dritter hängt um meine Brust. Sie messen, wie viele Kurven ich fahre. Und ob ich dabei auch schön carve und nicht einfach undynamisch die Bretter über den Schnee rutschen lassen. Die Datenauswertung der Analyse-App ist leider gnadenlos. Aber auch ein Ansporn. Und wenn man dadurch noch schneller den Berg runterkommt, umso besser.

Die ersten Abfahrten fliegen dahin, der Blick geht auf das Bergpanorama und die Geschwindigkeitsanzeige in meinem Helm. Da schießt es mir in den Kopf: Was macht eigentlich mein Kind? Schnell auf das Smartphone geschaut. Es ist noch im Kinderland beim Skikurs. Gut, der geht ja noch eine halbe Stunde. Für ängstliche Eltern sicher beruhigend, so ein GPS-Tracker im Rückenpanzer vom Nachwuchs.

Unfälle sind ja schnell passiert. Gestern habe ich gesehen, wie die Bergwacht einen verunglückten Skifahrer versorgt hat. Einer der Helfer hat ein Smartphone über den Helm des Mannes gehalten. Hat wohl auch schon den NFC-Chip drin. Ich auch. Das soll im Notfall Leben retten. Alter, Name, Gewicht und schwerere Verletzungen, die ich schon hatte - alles darauf gespeichert. Solche Informationen können im Ernstfall wichtige Zeitvorteile bringen.

Individuell angepasste Ski

Der Ski läuft nicht schlecht - ist ja auch nach meinen Bedürfnissen hergestellt. Online ein paar Angaben zu Fahrkönnen, Vorlieben und körperlichen Voraussetzungen gemacht, dann wurde er konfiguriert. So viel Individualismus muss sein für Skifahrer mit entsprechendem Geldbeutel.

Oh Schreck, der Nachwuchs muss von der Skischule abgeholt werden. Schnell auf der Brille prüfen, ob ich in die richtige Richtung fahre. Okay, passt. Mittagessen und dann ein paar gemeinsame Abfahrten. Wie ich das Kind so beobachte, finde ich, es geht ein bisschen zu wenig in die Knie beim Kurvenfahren. Ich fahre ein Stück vor, greife das Smartphone und filme seine Abfahrt. In einer App kann ich dieses Video einem Skilehrer meiner Wahl schicken und bekomme Feedback. Das kostet zwar, aber was tut man nicht für sein Kind?

Skischuhe mit Heizung

Langsam verschwindet die Sonne hinter dem Berg. Das sieht immer wieder schön aus. Aber warum sind meine Füße so kalt? Ich schaue auf meine App und stelle die Temperatur der Schuhheizung etwas höher ein. Großartige Technik, fast wie die Klimaautomatik in meinem Auto.

Zeit, die Talabfahrt zu nehmen. Ich gebe noch einmal alles, ziehe jeden Schwung voll auf der Kante durch. Die Sensoren an den Ski sind ja unerbittlich. Selbst bei unter minus 30 Grad würden sie weiter messen.

Zurück in der Unterkunft, ausziehen, rein in die trockenen und bequemen Hausklamotten. Dann das Smartphone nehmen, der Blick geht auf die Leistungsdaten-App. Ja! Die Grafik zeigt mir: Heute habe ich besser performt als gestern. Und mehr Pistenkilometer als der Kumpel bin ich auch gefahren. Ich zeige es meinem Kind. Das schaut nur kurz drauf und wendet den Blick dann wieder zum Fenster, zu den Bergen in der Abenddämmerung.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 02. 2019
17:09 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Albert Meier App Bergarbeiter Berge Bergwacht Messen Skifahrer Skisport Smartphones Vermessung und Navigation
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Mindbender-Linie von K2

04.02.2019

Ski-Neuheiten für Otto-Normal-Fahrer

Rasante Tiefschnee-Abfahrten sehen im Video toll aus. Der Otto-Normal-Fahrer bleibt aber lieber auf der Piste. Auch dafür haben sich die Skihersteller einige Neuerungen einfallen lassen. Die Trends von der Messe Ispo. » mehr

Maßanfertigungen von Original+

04.02.2019

Maßanfertigungen für den Wintersport sind im Trend

Individualisierung ist eines der großen Themen auf der Ispo. Auf dem Weg zum maßgeschneiderten Wintersportprodukt spielen auch digitale Lösungen eine wichtige Rolle. » mehr

Gesunder Rücken beim Skifahren

24.01.2020

Technik-Check hilft gegen Ski-Schmerzen

Bei der Abfahrt war der Spaß noch groß - doch dann verderben Rückenschmerzen den Après-Ski? Wem das öfter passiert, der muss seine Technik kontrollieren. Oder anderen Wintersport machen. » mehr

Rundum belastet

20.12.2019

Was Ski-Langlauf so gesund macht

Entspanntes Gleiten im Wald statt rasante Schussfahrt auf der Piste: Ski-Langlauf ist nicht nur ganz anders als Ski Alpin - er ist oft auch gesünder. Anfänger müssen aber trotzdem einiges beachten. » mehr

Laufschuh Under Armour Hovr Infinite

29.01.2020

Die Laufschuh-Trends für die Saison 2020

Dämpfen, stützen, federn: Die Technik in den Laufschuhen wird immer ausgefeilter. Am Ende allerdings ist es vor allem eine Eigenschaft, die zählt. Und die ist alles andere als neu. » mehr

Achtsamkeitstraining

01.01.2020

Achtsamkeit ist wie ein Muskel

Im zunehmend stressigen Alltag fällt es vielen Menschen schwer, Rücksicht auf die eigenen Bedürfnisse zu nehmen. Achtsamkeit soll dem vorbeugen. Doch was ist das eigentlich genau? » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 02. 2019
17:09 Uhr



^