Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

Jobwechsel nach Elternzeit: So gelingt die Neuorientierung

Raus aus dem Job, rein in die Kinderbetreuung: Für Berufstätige ist die Elternzeit nicht nur deshalb ein Schnitt. Viele wollen anschließend auch nicht mehr zurück in die alte Arbeit. Für den Neustart brauchen sie einen Plan.



In Elternzeit neu orientieren
Ein Baby kann den Blick auf den Job verändern. Viele wünschen sich dann einen beruflichen Tapetenwechsel.   Foto: Silvia Marks

Die Geburt eines Kindes und die Elternzeit bringen manche ins Grübeln über die Karriere. Weiter wie bisher? Oder einmal etwas Neues probieren? Eigentlich ist die Auszeit die beste Gelegenheit für einen Wechsel. Im Interview erklärt Karrierecoach Mirjam Niedermeier , wie das geht.

Wer orientiert sich in der Elternzeit beruflich neu - eher die Mütter oder die Väter?

Mirjam Niedermeier: Es ist tatsächlich so, dass es hauptsächlich Mütter betrifft. Sie sind noch immer diejenigen, die hauptsächlich die Elternzeit nehmen und dadurch länger raus sind aus dem Job. Und auch nach dem Wiedereinstieg übernehmen sie nach wie vor oft die Haupterziehungsrolle. Sie arbeiten danach häufig auch in Teilzeit.

Was sind die Motive dafür, etwas verändern zu wollen?

Mirjam Niedermeier: Die sind wirklich vielfältig. Manche können und möchten den alten Beruf nicht mehr ausüben - zum Beispiel die Beraterin, die viel reisen muss, oder eine Krankenschwester, die sich geregelte Arbeitszeiten wünscht, um mehr Zeit für ihr Kind zu haben. Andere wollen eine sinnvollere Arbeit.

Was heißt sinnvoller?

Mirjam Niedermeier: Eine Geburt ist eines der prägendsten Erlebnisse im Leben. Danach ist alles anders, vieles wird überdacht, es wird auch zurückgeblickt - und man macht sich Zukunftsgedanken. Oft kommt dann die Frage in den Sinn: Bin ich noch zufrieden mit meinem Job?

Wie geht man eine berufliche Neu-Orientierung dann an?

Mirjam Niedermeier: Mein Rat ist, erst einmal Klarheit zu schaffen. Wenn man etwas Neues möchte, setzt man sich erstmal hin und sammelt. Welche Stärken und Kompetenzen bringe ich mit? Welche Erfahrungen habe ich? Was motiviert mich und was will ich? Dann geht es darum, eine Vision zu finden. Man blickt in die Zukunft: Was könnte mein Ziel sein? Dann kann man überlegen, was einem fehlt, um zu dem Ziel zu gelangen: eine Weiterbildung machen oder Strategien für Neu-Bewerbungen entwickeln, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Ist alles möglich oder gibt es Grenzen?

Mirjam Niedermeier: Ich bin ein positiv denkender Mensch. Wenn man etwas in Bewegung setzt, ist sehr viel möglich. Es hängt aber auch von der Persönlichkeit ab. Für manche wäre es eine Überforderung, sich in der Elternzeit auch noch um das berufliche Thema zu kümmern. Dann wäre es erstmal sinnvoll, die Zeit für Reflexion zu nutzen, dann aber nicht allzu sehr in die Aktion zu gehen und etwa schon eine zeitintensive Weiterbildung zu beginnen. Andere wollen früh Bewerbungen schreiben, um gleich nach der Elternzeit neu einzusteigen.

Welche Rolle spielt der Partner?

Mirjam Niedermeier: Es ist wichtig, dass der Partner die Entscheidung für eine Neuorientierung mitträgt. Er wird sich sicherlich mehr um die Kinder kümmern müssen. Das birgt aber auch Konfliktpotenzial im Alltag. Das ist nicht zu unterschätzen. Deshalb ist es wichtig, klare Absprachen zu treffen, wer in welchen Fällen zuständig ist, etwa wenn Kinder krank daheim sind.

Welche finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?

Mirjam Niedermeier: Es gibt vielerlei Möglichkeiten. Unter bestimmten Voraussetzungen kann etwa der Schritt in die Selbstständigkeit über einen Gründungszuschuss erfolgen. Und Weiterbildungskosten können in manchen Fällen über eine Bildungsprämie anteilig finanziert werden.

Gibt es noch andere Varianten als den kompletten Neuanfang?

Mirjam Niedermeier: Was auch eine Option darstellt, ist in Teilzeit weiterzuarbeiten, auch wenn man im Job nicht so glücklich ist. Dann kann man sich nebenbei weiterbilden und den Übergang in eine neue Tätigkeit sanfter und aus einer gewissen finanziellen Sicherheit heraus gestalten.

Veröffentlicht am:
17. 04. 2018
12:39 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Beruf und Karriere Berufstätige Betreuung von Kindern Elternzeit Interviews Mütter Weiterbildung Weiterbildungskosten
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Mutter arbeitet mit Kind

12.09.2019

So lassen sich Eltern im Job nicht unterbuttern

Die Rückkehr aus der Elternzeit ist für viele Berufstätige eine Ernüchterung. Doch nicht immer steckt hinter Diskriminierung böse Absicht - manchmal ist es auch Unsicherheit. » mehr

Mitarbeiterin in der Elternzeit

05.09.2019

So bleiben Sie in der Elternzeit sichtbar

Wer in Elternzeit geht, ist erst einmal raus aus dem Geschehen am Arbeitsplatz. Das kann sich schlecht auf die berufliche Zukunft auswirken. Was eine Jobexpertin daher Müttern und Vätern empfiehlt. » mehr

Mutter und Kind

09.05.2019

Frauen sind bei Elternzeit von Lohnabstrichen betroffen

Kinder werden in den ersten Lebensmonaten oft überwiegend von ihrer Mutter betreut. Für berufstätige Frauen hat das finanzielle Folgen. Denn ihr Lohn schrumpft durch die Elternzeit erheblich. » mehr

Weiterbildungen

27.05.2019

So gelingt der berufliche Aufstieg mit Weiterbildungen

Mit der Ausbildung ist die berufliche Qualifikation heutzutage oft längst nicht abgeschlossen. Wer Weiterbildungen besucht, erhöht seine Chancen auf leitende Positionen - und mehr Geld. » mehr

Frau auf Dienstreise im Hotel

18.10.2019

Kein Unfallschutz bei Übergang von Dienstreise zu Urlaub

Ein Unfall während einer Dienstreise steht nicht immer unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Den gibt es nur, wenn die Tätigkeit zum Unfallzeitpunkt im Zusammenhang zum Beruf steht. » mehr

To-do-Liste

18.10.2019

Die To-do-Liste mit der Done-Liste ersetzen

Wird die To-do-Liste immer länger, bedeutet das Stress. Anders sieht das bei einer Done-Liste aus: Je länger, desto besser. Und: Die Erledigt-Liste bringt Vorteile im Gespräch mit dem Chef. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
17. 04. 2018
12:39 Uhr



^