Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

Azubis und Betriebe finden nicht zueinander

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Allerdings gibt es noch immer viele Jugendliche, die keinen Platz finden - obwohl es freie Stellen gibt.



Jugendliche bei der Arbeitsagentur
Wer eine Ausbildung machen will, aber nur Absagen auf seine Bewerbung erhält, kann sich an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit wenden.   Foto: Carsten Rehder/dpa/dpa-tmn » zu den Bildern

Die Zahl der Ausbildungsanfänger ist in den vergangenen Jahren wieder gestiegen, dennoch finden Ausbildungsbetriebe und Jugendliche häufig nicht zueinander. Das ist das Ergebnis des am Mittwoch in Gütersloh veröffentlichten «Ländermonitors berufliche Bildung 2019».

Das Projekt von Wissenschaftlern aus Göttingen wird von der Bertelsmann-Stiftung gefördert. Demnach suchten 2018 bundesweit 79.000 Jugendliche erfolglos eine Lehrstelle, obwohl die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze 58.000 erreichte.

Die Forscher sprechen von einem Passungsproblem und sehen mehrere, regional unterschiedliche Gründe: Bei einem Drittel der unbesetzten Stellen gibt es zum Beispiel keinen einzigen Bewerber für diesen Ausbildungsberuf. Das trifft Branchen wie das Lebensmittelhandwerk oder die Gastronomie. Und für 44 Prozent der unbesetzten Stellen gibt es zwar interessierte Jugendliche. Aber die Betriebe halten die Bewerber für ungeeignet.

Hilfe für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz

Manche Jugendliche haben deshalb Probleme, überhaupt einen Platz zu finden - trotz vieler freier Stellen. In solchen Fällen existieren verschiedene Unterstützungsangebot: Wer schon in der Schule Schwierigkeiten hat oder nicht sicher ist, ob er den Abschluss schaffen kann, kann sich in einem ersten Schritt zum Beispiel an seine Lehrkräfte wenden. Das rät die Bundesagentur für Arbeit in ihrem Berufswahlmagazin «Planet Beruf» (Ausgabe 03/2019).

Schüler, die einen Haupt- oder Förderschulabschluss anstreben, haben nämlich die Möglichkeit, sich von einem Berufseinstiegsbegleiter beim Übergang ins das Arbeitsleben unterstützen zu lassen. Ob es diese Möglichkeit an der entsprechenden Bildungseinrichtung gibt, erfahren Schüler am schnellsten bei ihrem Lehrer.

Bewerbungsunterlagen prüfen lassen

Bei der Berufseinstiegsbegleitung bekommen Schüler Hilfe beim Erreichen des Schulabschlusses, bei persönlichen Problemen und bei der Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle. Der Begleiter berät Schüler bei der Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen und ist auch in den ersten sechs Monaten der Ausbildung weiterhin Ansprechpartner.

Wer immer wieder Absagen auf Bewerbungen erhält, kann sich an die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit wenden. Schüler können persönlich, online oder telefonisch einen Termin vereinbaren. Die Berufsberater gehen dann mit den Jugendlichen Bewerbungsunterlagen durch und zeigen ihnen, was sie noch besser machen können. Vielleicht findet sich auch eine Alternative zum Traumberuf, die besser zu den individuellen Stärken passt.

Überbrückungsangebote nutzen

Wer keinen Ausbildungsplatz findet, kann eine Art längeres Praktikum machen, das sich Einstiegsqualifizierung nennt. Es biete sich vor allem für Jugendliche an, die schon eine genaue Vorstellung davon haben, was sie machen möchten, aber nicht alle Voraussetzungen erfüllen, heißt es im Berufswahlmagazin. Das Praktikum bieten viele Betriebe an, es wird über die Bundesagentur für Arbeit vermittelt und dauert sechs bis zwölf Monate.

Daneben haben die Länder verschiedene schulische Überbrückungsmöglichkeiten im Angebot, wie es in dem Magazin heißt. So gibt es zum Beispiel in einigen Bundesländern das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ), um Schüler fit für das Berufsleben zu machen. Jugendliche erhalten weiter Unterricht, können ihren Abschluss verbessern oder sogar nachholen. In Übungen und Praktika lernen die Schüler verschiedene Berufsfelder kennen. Eine Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten gibt es auf planet-beruf.de .

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 09. 2019
11:34 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abschlüsse bei Schulen Ausbildungsberufe Auszubildende Bertelsmann Stiftung Berufsberatung Berufsfelder Bundesagentur für Arbeit Lehrerinnen und Lehrer Offene Stellen Praktika Schülerinnen und Schüler Traumberufe
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Azubis an der Werkbank

31.10.2019

Jagd nach Traum-Ausbildung keine Frage der Mühen

Die Mehrheit der Jugendlichen muss bei der Ausbildungswahl keine Kompromisse machen. Nicht alle Bemühungen während der Bewerbung haben aber Einfluss darauf, ob Jugendliche im Traumberuf unterkommen. » mehr

Hinweisschild auf Ausbildungsbörse

15.10.2019

Schülerpraktika für beide Seiten zum Erfolg machen

Für Schüler ist ein Praktikum oft die erste Gelegenheit, einen potenziellen Arbeitgeber kennenzulernen. Eine Ausbildungsexpertin gibt Tipps, wie sich Praktikanten gut im Betrieb integriert fühlen. » mehr

Digitalisierung in der Arbeitswelt

29.08.2019

Wachsende Unzufriedenheit bei Deutschlands Azubis

In Deutschland gibt es mehr freie Ausbildungsplätze als junge Menschen, die eine Lehrstelle suchen. Doch immer wieder bleiben Plätze frei. Das könnte auch an den nicht immer angenehmen Arbeitsbedingungen liegen. » mehr

Bewerbung

08.08.2019

Mit freiwilligem Engagement bei der Ausbildungssuche punkten

Wer sich freiwillig engagiert und praktische Erfahrungen gesammelt hat, sollte dies im Lebenslauf unbedingt erwähnen. Denn damit verschaffen sich Bewerber einen deutlichen Vorteil. Welche Angaben erforderlich sind. » mehr

Jobmesse

02.08.2019

Vor Ausbildungsmesse Termine vereinbaren

Eine Jobmesse bietet für Schüler und Berufseinsteiger viele Möglichkeiten, sich Wissen über mögliche Berufe und Firmen zu verschaffen. Mit einer Maßnahme lässt sich der Besuch noch effektiver gestalten. » mehr

Pendler Parkplatz

06.09.2019

Wenn es bis zur Lehrstelle 174 Kilometer sind

Vielen Betrieben fehlen Auszubildende. Für Nachwuchs müssen Unternehmen kreativ werden. Auch damit die Azubis überhaupt logistisch zur Arbeitsstelle kommen können. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 09. 2019
11:34 Uhr



^