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Wie wird man Astronaut?

Fragt man Kinder nach ihrem Berufswunsch, ist nicht selten die Antwort: Astronaut. Dass dieser Traum Wirklichkeit werden kann, zeigt der Saarländer Matthias Maurer, der demnächst in das Astronauten-Team der Esa aufgenommen werden soll. Doch wie erreicht man dieses Ziel?



Matthias Maurer
Der gebürtige Saarländer Matthias Maurer hat es geschafft. Er soll am 16. Februar offiziell in das Team der ESA-Astronauten eintreten. Foto: L.Bessone/ESA  

Berlin (dpa) - Schwerelos durchs Weltall schweben, wichtige Experimente machen und einen tollen Blick auf den Blauen Planeten genießen: Der Beruf des Astronauten ist begehrt - und durchaus erreichbar. Die Europäische Weltraumorganisation Esa stellt regelmäßig ein. So klappt es mit der Raumfahrerkarriere:

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen?

Es gibt nur wenige formale Bedingungen für eine Ausbildung zum Astronauten. Die Esa erwartet drei Jahre Berufserfahrung. Außerdem sollte man kerngesund sein: Bewerben kann sich nur, wer ein bestimmtes fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis vorweisen kann. Die Kandidaten sollten zwischen 27 und 40 Jahre alt sein.

Bevorzugt die Esa bestimmte Berufsgruppen?

Ja. Gefragt sind vor allem zivile und militärische Piloten, Naturwissenschaftler, Mediziner und Ingenieure.

Kann ich mich jetzt bewerben?

Nein. «Es bringt nichts, jetzt eine Bewerbung zu schicken», sagt Esa-Sprecher Jules Grandsire. «Im Moment haben wir genug Astronauten.» Interessenten müssen darauf warten, dass die Esa ihre Ausbildungsplätze offiziell ausschreibt. Das passiert nur alle paar Jahre, das letzte Mal 2008 .

Wie groß ist die Chance, tatsächlich Astronaut zu werden?

Das letzte Mal haben sich 8413 Männer und Frauen mit einer Art Motivationsschreiben um eine Ausbildung zum Astronauten beworben. Sechs haben es geschafft. Wer ausgewählt wird, fliegt in der Regel auch ins All, wie der deutsche Astronaut Alexander Gerst.

Welche charakterlichen Eigenschaften soll man mitbringen?

«Toleranz ist das Wichtigste für einen Astronauten», sagt Grandsire. Es gebe auf einer Raumstation wenig Platz und Komfort, Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen leben lange auf engstem Raum.

Spielen Hobbys eine Rolle?

Ja. Am besten geht man in seiner Freizeit tauchen, klettern, steigt regelmäßig als Pilot oder als Fallschirmspringer in ein Sportflugzeug. Damit würden Bewerber zeigen, dass sie Vertrauen in Technik haben und dass sie damit umgehen können.

Wie läuft das Auswahlverfahren ab?

Ein Jahr lang siebt die Esa aus. Es werden unter anderem Reflexe, Rechenfähigkeiten und Maschinenbaukenntnisse geprüft und psychologische Untersuchungen gemacht. Am Ende des Verfahrens steht eine Art Shortlist mit rund 10 Kandidaten. In Bewerbungsgesprächen werden daraus die künftigen Astronauten ermittelt. Es sind auch Nachnominierungen möglich - wie jetzt im Fall von Matthias Maurer. Der gebürtige Saarländer soll am 16. Februar offiziell in das Astronauten-Team der Esa aufgenommen werden.

Was passiert, wenn man tatsächlich genommen wurde?

«Sie ziehen nach Köln», sagt Grandsire. Denn dort ist das Europäische Astronautenzentrum, wo die Neuen hauptsächlich ausgebildet werden.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Astronauten?

Mindestens vier Jahre. Zunächst bekommt man Basiskenntnisse unter anderem in Maschinenbau und Naturwissenschaften vermittelt. Auch ein medizinisches Training gehört dazu: Wie nähe ich eine Wunde, wie setze ich eine Spritze? Später reist man unter anderem nach Houston und Moskau. Steht fest, auf welche Mission man gehen soll, trainiert man rund zwei Jahre noch mal speziell darauf.

Was verdiene ich als Astronaut?

Während der Ausbildung verdienen Astronauten nach Esa-Angaben etwa 5000 Euro netto. Später steigt das Gehalt.

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dpa

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Veröffentlicht am:
21. 01. 2017
05:15 Uhr

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21. 01. 2017
05:15 Uhr



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