Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerGlobe-TheaterStromtrasseHSC 2000 Coburg

 

Diese Urlaubsregelungen sollten Sie kennen

Raus aus dem Berufsalltag und nicht an den Job denken: Urlaub ist Balsam für Körper, Geist und Seele. Wer über seine Rechte Bescheid weiß, dem entgeht kein Urlaubstag.



Auszeit für Experten
Für ungetrübte Urlaubsfreude lohnt es sich, die rechtlichen Regelungen genau zu kennen.   Foto: Kiko Jimenez/Westend61/dpa-tmn

Eine Auszeit vom Berufsalltag nehmen und Urlaub machen - das tut jedem Arbeitnehmer gut. Körperlich wie auch seelisch. Doch welche Rechte und Pflichten haben Beschäftigte in Sachen Urlaub? Ein Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wie viel Urlaub steht Arbeitnehmern mindestens zu?

«Das hängt davon ab, wie viele Tage in der Woche ein Arbeitnehmer arbeitet», sagt der Göttinger Jura-Professor Olaf Deinert. Bei einer Sechs-Tage-Woche beträgt der gesetzliche Urlaubsanspruch 24 Tage, bei einer Fünf-Tage-Woche stehen dem Arbeitnehmer 20 Tage zu. Höhere Ansprüche ergeben sich aus Tarif- oder Arbeitsverträgen.

Wann verfällt mein Urlaub - kann ich ihn ins nächste Jahr nehmen?

Der Urlaub ist für die Gesundheit des Arbeitnehmers gut, deshalb sollte er aus eigenem Interesse im Urlaubsjahr genommen werden. «Laut Bundesurlaubsgesetz verfällt der Anspruch grundsätzlich am Jahresende oder allerspätestens am 31. März des Folgejahres», erklärt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht aus Köln.

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat allerdings klargestellt, dass der Urlaub nicht automatisch verfällt, sondern der Arbeitgeber den Arbeitnehmer hierauf hinweisen muss. Dem vorausgegangen war ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH; Az: Rs C-684/16). Die Richter wollten sicherstellen, dass alle Arbeitnehmer ihren Mindesturlaub auch tatsächlich wahrnehmen können.

Hat ein Arbeitnehmer Anspruch auf eine Auszahlung des Urlaubs, falls er nicht alle Tage nehmen will?

Nein. «Der Arbeitnehmer kann und soll seinen Urlaubsanspruch grundsätzlich nicht verkaufen», betont Tjark Menssen vom Rechtsschutz des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). Für den Arbeitgeber wäre aus Sicht von Deinert ein solches Geschäft sogar «äußerst zweifelhaft», denn Urlaub dient der Gesundheit des Arbeitnehmers, die nicht aufs Spiel gesetzt werden sollte.

Muss der Urlaub bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgezahlt werden?

«Ja, wenn der Arbeitnehmer den Urlaub nicht nehmen konnte», sagt Menssen. Im Juristendeutsch ist dann von «Abgeltung des Urlaubsanspruchs» die Rede.

Was geschieht mit dem Urlaub, wenn jemand Elternzeit nimmt?

«Nichts, der Anspruch bleibt», betont Deinert. Der Arbeitgeber kann - er muss es aber nicht - den Urlaub pro Monat Elternzeit aber um jeweils ein Zwölftel kürzen. Nach einem BAG-Urteil (Az: 9 AZR 362/18) muss der Arbeitgeber dies dem Beschäftigten formlos mitteilen. Generell kann der Arbeitgeber nur den gesetzlichen Urlaub kürzen. Beim tarif- oder vertraglichen Urlaub ist dies nur möglich, wenn nichts anderes geregelt ist.

Was ist mit dem Urlaub, wenn ich ein Sabbatical mache oder Sonderurlaub habe?

«Für diese Zeit besteht kein gesetzlicher Urlaubsanspruch», stellt Oberthür klar. Das hat das BAG festgelegt (Az: 9 AZR 315/17). In früheren Zeiten bestand ein gesetzlicher Urlaubsanspruch bei einem Sabbatical oder unbezahlten Sonderurlaub.

Veröffentlicht am:
08. 07. 2019
09:34 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgeber Arbeitnehmer Arbeitsrecht Arbeitsverträge Bundesamt für Güterverkehr Bundesarbeitsgericht Bundesurlaubsgesetz Europäischer Gerichtshof Gerichtshöfe Urlaubsanspruch
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Aufhebungsvertrag unterschreiben

11.02.2019

Wann ein Aufhebungsvertrag die richtige Lösung ist

Schnell raus aus dem alten Job: In einem solchen Fall kann ein Aufhebungsvertrag Vorteile gegenüber einer Kündigung haben. Aber längst nicht immer ist es der beste Weg. Die wichtigsten Regeln. » mehr

Smartphone ausschalten

19.08.2019

Warum das Smartphone stumm bleiben sollte

Oft aus Angst, etwas zu verpassen, haben viele Arbeitnehmer das Handy immer neben sich liegen. Und lassen sich so regelmäßig aus ihrer Konzentration reißen. Ist das schlimm? Und was hilft dagegen? » mehr

Lokführer Vincenzo Traviglia

12.08.2019

Deutsche Bahn macht Quereinsteiger zu Lokführern

Mit 50 Jahren beruflich neu anzufangen zu müssen, macht vielen Arbeitnehmern Angst. Finde ich eine neue Stelle? Wer nimmt mich in dem Alter? Doch einige Menschen in diesem Alter erfüllen sich seit einiger Zeit auf der Sc... » mehr

Prof. Michael Bernecker

05.08.2019

Was Personal Branding im Beruf bringt

Vom Personal Branding spricht man, wenn sich Berufstätige selbst zur Marke machen. Dazu sollte man auf inspirierende Aspekte der eigenen Vita setzen. Das Selbstmarketing kann aber auch nach hinten losgehen. » mehr

Diskriminierung schon bei der Auswahl

24.06.2019

Das hilft gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz

Benachteiligung kann in der Arbeitswelt schon bei der Stellenausschreibung beginnen - und ist auch im Berufsalltag keine Seltenheit. Das muss sich niemand bieten lassen. Experten erklären, wie Betroffene am besten vorgeh... » mehr

Madeleine Leitner

13.05.2019

Wie wir Erfüllung im Job finden

Wer seinen Job als sinnlos empfindet, lebt ungesund. Doch wann ist ein Job sinnvoll - oder fühlt sich wenigstens so an? Und wie motiviert man sich für vermeintlich sinnlose Tätigkeiten? Experten geben Antworten. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
08. 07. 2019
09:34 Uhr



^