Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

Was Personal Branding im Beruf bringt

Vom Personal Branding spricht man, wenn sich Berufstätige selbst zur Marke machen. Dazu sollte man auf inspirierende Aspekte der eigenen Vita setzen. Das Selbstmarketing kann aber auch nach hinten losgehen.



Sich absetzen von der Masse
Beim Personal Branding machen sich Berufstätige selbst zur Marke. Wem das überzeugend gelingt, der kann aus der Masse herausstechen.   Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn » zu den Bildern

Menschen folgen lieber Menschen und nicht Marken. Das ist die Überzeugung von Ibrahim Evsan. Seit zehn Jahren berät der Digitalisierungsexperte aus München Unternehmer und Freischaffende dabei, wie sie sich selbst zur Marke machen.

Ob Elon Musk Chef von Tesla ist oder von Apple, sei egal, führt Evsan als Beispiel an. Es gehe um die Person Elon Musk - und wofür er steht. Der Unternehmer verkauft sich als Visionär, als Weltverbesserer, gleichzeitig gilt er als aufbrausend und unberechenbar. Damit ist er erfolgreich - zumindest im Netz: Dem offiziellen Twitter-Account von Tesla folgen knapp 4 Millionen Follower, Elon Musk mehr als 27 Millionen.

Jedem, der sich auf dem Arbeitsmarkt etablieren will, ob als Architekt, Fotograf oder Designer, aber auch als Arbeitnehmer, hilft eine Marke, die ihn aus der Masse heraushebt.

Am Anfang hilft der Blick nach innen

Personal Branding, wie die persönliche Markenbildung aus dem Englischen übersetzt werden kann, stehe in Deutschland noch am Anfang, sagt Evsan. Sie werde aber immer wichtiger.



Petra Wüst , Expertin und Coach für Self Branding und Selbstmarketing aus Basel, empfiehlt zu Beginn der Markenbildung immer den Blick nach innen: «Als erstes muss man seinen individuellen Kern herausfinden.» Fragen wie «Wer bin ich?», «Was sind meine Stärken?» und «Welche Emotionen habe ich?» stünden am Anfang der Entwicklung einer eigenen Marke.

Mit ihren Kunden arbeitet die Beraterin deren drei größte Stärken heraus. Die Kombination dieser drei Stärken ergibt in der Regel das Besondere einer Marke. «Jeder Mensch ist einzigartig», sagt Wüst. Diese Einzigartigkeit müsse man nur sichtbar machen.

Eine Erzählung über sich selbst

Evsan empfiehlt eine eigene Geschichte zu entwickeln - eine Erzählung über sich selbst, in der herausgearbeitet wird, welche Ereignisse und Erfolge einen zu dem Menschen gemacht haben, der man ist. «Den inspirierenden Funken» in der eigenen Vita finden, formuliert es Evsan.

Ein eigenes Profil, das mithilfe einer Personal Brand zur Vermarktung dient, kann Einzelnen dabei helfen, aus der Masse herauszustechen. Evsan empfiehlt, sich früh zu überlegen, auf welchen Online-Plattformen man vertreten sein möchte: Twitter, Facebook, Linkedin oder doch eine eigene Website?

Es hängt vom beruflichen Kontext ab

Die Darstellung in sozialen Netzwerken ist nicht nur für die eigene Dienstleistung von Bedeutung. Je mehr Menschen einem in den sozialen Netzwerken folgen, desto höher wird auch der Marktwert des eigenen Profils. Arbeitgeber wissen das. Mit vielen Followern könne bei einer Neuanstellung unter Umständen das doppelte Gehalt ausgehandelt werden, so Evsans Einschätzung.

Doch nicht alle Unternehmen sehen es gerne, wenn ihre Mitarbeiter in sozialen Netzwerken präsent sind. Michael Bernecker, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Marketing GmbH, sagt, einige Arbeitgeber verbieten Facebook und Co. am Arbeitsplatz - vor allem in Industriebetrieben, in denen die Chefs nicht mit dem Internet aufgewachsen sind und die Diskretion schätzten.

Personal Branding hänge immer vom beruflichen Kontext ab. Für alle Freiberufler und alle Arbeitnehmer oder Führungskräfte, die in ihrer Arbeit eine hohe Sichtbarkeit benötigten, sei eine Personal Brand jedoch essenziell.

Der einzige Nachteil beim Personal Branding: wenn die Marke etwas Falsches vermittelt. «Personal Branding funktioniert nicht, wenn es keine Substanz hat», so Bernecker. «Wenn nur das Ego spricht und kein Inhalt vermittelt wird, ist die eigene Marke sinnlos», ergänzt Evsan.

Veröffentlicht am:
05. 08. 2019
09:29 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Apple Arbeitgeber Arbeitnehmer Berater Beruf und Karriere Berufstätige Elon Musk Facebook Mitarbeiter und Personal Soziale Netzwerke Tesla Motors Twitter Unternehmer Websites
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Online netzwerken

22.07.2019

Erfolgreich online netzwerken

Konzernchefs, Arbeitskollegen, ehemalige Schulfreunde: In Karriere-Netzwerken können Berufstätige zahlreiche Bekannte und weniger Bekannte finden. Doch wie baut man ein virtuelles Kontaktbuch auf, das für die eigene Karr... » mehr

Christian Montag

19.08.2019

Warum das Smartphone stumm bleiben sollte

Oft aus Angst, etwas zu verpassen, haben viele Arbeitnehmer das Handy immer neben sich liegen. Und lassen sich so regelmäßig aus ihrer Konzentration reißen. Ist das schlimm? Und was hilft dagegen? » mehr

Überleben unter Kollegen

16.09.2019

Was im Umgang mit aufbrausenden Kollegen hilft

Menschen, die bei der kleinsten Kleinigkeit aus der Haut fahren, können ihren Kollegen das Leben schwer machen. Warum aussitzen dann die falsche Strategie ist. » mehr

Hat mein Job noch einen Sinn?

13.05.2019

Wie wir Erfüllung im Job finden

Wer seinen Job als sinnlos empfindet, lebt ungesund. Doch wann ist ein Job sinnvoll - oder fühlt sich wenigstens so an? Und wie motiviert man sich für vermeintlich sinnlose Tätigkeiten? Experten geben Antworten. » mehr

Brückenteilzeit

06.05.2019

Was bei der Brückenteilzeit zu beachten ist

Einmal Teilzeit, immer Teilzeit - viele Arbeitnehmer mit reduzierter Arbeitszeit kennen sie: die Teilzeitfalle. Dank der neuen Brückenteilzeit soll nun Schluss sein mit dem Freiraum wider Willen. Für wen eignet sich das ... » mehr

Weiterbildung

09.09.2019

Wie Beschäftigte Bildungsurlaub nutzen können

Für Bildungsurlaub gibt es in vielen Bundesländern fünf freie Tage extra. Viele trauen sich nicht, das gesetzliche Angebot auf Freistellung wahrzunehmen. Dabei sind die Hürden oft gar nicht so hoch. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
05. 08. 2019
09:29 Uhr



^