Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

Soll ich an die Uni oder die Fachhochschule gehen?

Die Entscheidung für ein Studienfach fällt vielen Schulabsolventen schwer genug. Kompliziert wird es, wenn man die Wahl zwischen FH und Uni hat. Was sind die größten Unterschiede?



FH-Schild
Fachhochschulen haben oft weniger Studierende. Da kann der Austausch enger sein als an der Uni.   Foto: Friso Gentsch/dpa/dpa-tmn » zu den Bildern

Hannover oder Eichstätt, Potsdam oder Mannheim? Den Bachelor in Betriebswirtschaftslehre bieten sowohl zahlreiche Fachhochschulen als auch Universitäten an. Welche Kriterien helfen, wenn sich Studierende entscheiden müssen?

«Bevor man sich überlegt, welcher Hochschultyp am besten zu einem passt, sollte man sich ganz klar werden, welches Fach man studieren will, oder welche Fächer-Kombination», erklärt Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk.

Denn für manche Fächer kommt ohnehin nur ein Hochschultyp infrage. «Medizin, Jura, Psychologie und die klassischen Geisteswissenschaften wie zum Beispiel Theologie und Geschichte und auch die meisten ins Lehramt führenden Studienangebote werden nur an Universitäten angeboten», erklärt Caroline Möller von der Gesellschaft für Information, Beratung und Therapie an Hochschulen (Gibet), dem Fachverband für Studienberatung in Deutschland.

Die Fachhochschulen hingegen haben ihr Angebot in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut. «Die FHs haben verstärkt fachlich sehr spezialisiert ausgerichtete Studienrichtungen in ihr Angebot aufgenommen», sagt Wolfgang Loggen, der kostenpflichtige Studienberatungen anbietet. Die Wahl für einen Nischen-Studiengang kann somit automatisch den Weg an eine Fachhochschule vorzeichnen.

Theorie- oder Praxisorientierung spielen eine Rolle

Wer sich aber für ein Angebot entscheidet, das sowohl an Fachhochschulen als auch an Universitäten verfügbar ist und eine entsprechende Zugangsberechtigung mitbringt, sollte sich zunächst fragen, welcher Lern- und Wissenstyp er ist. «Will man die Grundlagen eines komplexen Wissensgebiets verstehen, will ich mir selber theoretische Fragen stellen darüber, was ich lerne, oder möchte ich mir eher Wissen und Fertigkeiten aneignen, die für den Arbeitsmarkt und ein klar umrissenes Berufsbild wichtig sind?», so Grob.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Hochschularten liegt damit im Gegenüber von Theorie und Praxis. Studiengänge an der Uni sind in der Regel stärker auf die Vermittlung der Grundlagen ausgerichtet, bei der wissenschaftlichen Arbeit stehen vorwiegend abstrakte Themen im Fokus. Fachhochschulen dagegen haben noch immer eine stärker praxisorientierte Herangehensweise.

Loggen nennt ein Beispiel: Bei einem technischen Studium an einer Uni würden beispielsweise während eines sechssemestrigen Studiengangs vier Semester schwerpunktmäßig für die naturwissenschaftlichen Grundlagen benötigt. Diese Basis sei an den FHs schmaler, so dass bis zum Bachelor-Abschluss mehr anwendungs- und berufsbezogene Fächer gelehrt werden.

Betreuung: An der FH ist man näher an den Profs

Ein weiterer wesentlicher Unterschied liegt in den Studierendenzahlen. Universitäten werden durchschnittlich von 30 000 Studierenden besucht, dem gegenüber stehen Fachhochschulen mit etwa 3000 bis 10 000 Studierenden.

Das beeinflusst die Betreuungssituation. «An Universitäten übernehmen meist die wissenschaftlichen Mitarbeiter die direkte Betreuung der Studierenden», erklärt Möller. An FHs dagegen fällt das oftmals in den Aufgabenbereich der Professorinnen und Professoren selbst.

Und wie sieht es mit dem Abschluss aus? Haben FH- und Uni-Absolventen ähnliche Chancen auf dem Arbeitsmarkt? Beide Hochschultypen haben ein einheitliches Kreditpunktesystem: das so genannte ECTS (European Credit Transfer System). «Somit sind die Abschlüsse an den unterschiedlichen Hochschulformen faktisch als gleichwertig anzusehen», sagt Möller von der Gibet. Am Ende kommt es jedoch meist auf die genaue Ausschreibung der Arbeitsstelle an, ob eher ein FH- oder ein Uni-Absolvent gesucht ist.

Veröffentlicht am:
23. 09. 2019
04:28 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Allgemeine (nicht fachgebundene) Universitäten Fachhochschulen Hochschulen und Universitäten Hochschultypen Professoren Studentenwerke Studentenzahlen Studentinnen und Studenten Studienberatung Studienfächer
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Uni-Bewerbung

05.08.2019

Worauf es beim Motivationsschreiben ankommt

Persönliches statt Floskeln: Das ist wohl die wichtigste Regel beim Motivationsschreiben für die Uni-Bewerbung. Wer überzeugend schreibt, kann manchmal sogar fehlende Voraussetzungen ausgleichen. » mehr

Najda Ivazovic und Dr. Katja von der Bey

02.09.2019

Warum sich Berufsnetzwerke für Frauen lohnen

Ob Managerinnen, Juristinnen oder Unternehmerinnen - Frauen unterschiedlichster Branchen schließen sich zu beruflichen Netzwerken zusammen. Denn gemeinsam erreicht man mehr als allein. » mehr

Martin Krengel

14.10.2019

Wie man die Abschlussarbeit neben dem Job meistert

Am Ende des Studium steht das Projekt Bachelor- oder Masterarbeit an. Aber was, wenn das Arbeitsleben frech dazwischen grätscht? Dann sind gute Zeitmanagement-Tipps gefragt. » mehr

Prof. Dr. Werner Heister

13.05.2019

Wichtige Lernstrategien für die Prüfungsphase

Sieben Prüfungen in zwei Wochen und eine Projektarbeit steht auch noch an: In solchen Phasen hilft Studenten und Azubis eine gute Lernstrategie. Wie die aussieht? Drei Experten geben Tipps. » mehr

Studienabbruch

22.10.2018

Was Studienabbrecher bedenken müssen

Die Vorlesungen sind langweilig und die Seminare laufen auch nicht wie gewünscht - Studierende entscheiden sich nicht immer gleich für das richtige Fach. Was gilt es bei einem Abbruch zu beachten und was passiert mit Kin... » mehr

Der Streit ums Zentralabi

26.07.2019

Worum geht es beim Streit ums Zentralabi?

Sticheleien zwischen den Bundesländern über «Billig»- und «Elite»-Abis gibt es seit Jahren - verbunden mit der Debatte, wie fit Deutschlands Abiturienten eigentlich fürs Studium sind oder sein müssten. Schon in den 1990e... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
23. 09. 2019
04:28 Uhr



^