Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

Per Video-Clip zum Traumjob

Unternehmen suchen dringend Fachkräfte und gehen verstärkt auf geeignete Kandidaten zu. Auch in Sachen Bewerbung. Ein Video-Clip kann heute erster Türöffner sein. Wie stellt man sich authentisch dar?



Videokonferenz
Stellen sich Bewerber in einem kurzen Video-Clip vor, hat das auch für Personaler Vorteile: Sie bekommen schnell ein eindrücklicheres Bild der Kandidaten.   Foto: Westend61/dpa-tmn » zu den Bildern

Motivationsschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse - eine Bewerbung zu erstellen, bedeutet Arbeit. Gerade junge Kandidaten wollen ihre Unterlagen nicht mehr nach Standards der alten Schule verschicken.

«Sie sind gewohnt, dass alles mobil mit dem Smartphone zu erledigen ist», sagt Inga Rottländer, Karriere-Expertin bei der Jobplattform Stepstone.

Auch das Recruiting ist heute mobil. Denn die Unternehmen buhlen vielfach selbst um die Gunst der Bewerber. Wenn sie das gut machen, haben sie auch Chancen auf qualifizierte Kandidaten. Eine Variante der mobilen Bewerbung ist die per Video-Clip.

Auf Youtube finden sich zum Beispiel Videos, in denen sich junge Leute für eine Stelle bei Adidas in Herzogenaurach bewerben. Der Sportartikelhersteller erwartet das von allen Bewerbern für sein Traineeprogramm. «Auszubildende und duale Studenten können ein Video für ihre Bewerbung nutzen, hier sind aber auch andere kreative Formate wie eine PowerPoint-Präsentation, eine Geschichte oder ein Interview möglich», sagt Kristina Schulte, Recruiterin bei Adidas.

«Durch ein Video lernen wir den Bewerber besser kennen als durch ein Anschreiben, das oft nur wenig über die Person aussagt.» Das Unternehmen achtet dabei vor allem auf den Bezug zur ausgeschriebenen Position: «Wir möchten sehen, wie sich der Bewerber damit auseinandersetzt.»

Handy hochhalten und los geht's

Die Idee des Bewerbungsvideos ist nicht neu. Heute aber geht das viel einfacher als noch vor einigen Jahren. Smartphones sind inzwischen so gut, dass ein Handy-Video mehr als ausreichende Qualität bringt.

Alleiniges Entscheidungskriterium ist ein kurzer Smartphone-Clip aber für Arbeitgeber selten. Darauf weist auch Hendrik Seiler hin. Er ist Mitgründer und Geschäftsführer der Talentcube GmbH. Das Unternehmen hat ein Tool für Firmen entwickelt, mit dem sie Bewerbervideos anfordern können.

Das Bewerbungsverfahren, das Talentcube oder andere Video-Recruiting-Anbieter wie Jobufo oder Viasto vorantreiben möchten, ist denkbar einfach. Handy aufstellen oder in der Hand halten, Aufnahmeknopf drücken und los geht es. Das jeweilige Unternehmen gibt den Bewerbern dann Fragen an die Hand, die sie in kurzen Video-Sequenzen beantworten. Etwa: «Was möchtest du bei uns erreichen?» Daraus entsteht ein zeitversetztes Videointerview.

Als Bewerber sollte man aber nicht zum Schnellschuss verleiten lassen. Ein bisschen Übung und die richtige Location machen einen besseren Eindruck. «Man sollte sich der Stelle entsprechend kleiden, aber nicht verkleiden», empfiehlt Seiler. Und: Ein Raum mit einer guten Lichtquelle ist besser als eine Aufnahme im Gegenlicht.

«Angst vor einem Versprecher muss allerdings niemand haben», sagt er. Das gehöre zur Authentizität eines solchen Videos. Zu den Video-Sequenzen können Bewerber per App Zeugnisse und ihren Lebenslauf hochladen - fertig ist die Bewerbung.

Tanzende Emojis sind fehl am Platz

Silvia Hänig vom Bundesverband der Personalmanager rät zu Seriosität beim Videodreh. Denn es geht darum, einen kompetenten und sympathischen Eindruck zu vermitteln. «Kreative Auswüchse wie Wackelbilder oder tanzende Emojis haben da nichts zu suchen.»

Wer bei der Video-Erstellung nicht vom Unternehmen über eine App oder eine Bewerbungswebseite geleitet wird, kann sich im Netz umgucken. «Hier gibt es eine ganze Reihe guter Anleitungen und How-To-Stücke für die Erstellung solch kurzer und prägnanter Bewerbungs-Videos», sagt Hänig. Auch sie betont, dass das Video nur ein Teil der Bewerbung ist: «Es ist ein Türöffner. Der Lebenslauf darf, gerne elektronisch, dennoch nicht fehlen.» Denn den lesen Personaler immer zuerst.

Ein letzter Tipp: Wer sich eigenständig an den Videodreh macht, braucht eine Geschichte, die es zu erzählen gilt - genauso, wie es auch ein großer Regisseur macht. «Diese Geschichte sollte kurz und knapp beschreiben, wer der Bewerber ist, was er kann und warum er zum Unternehmen passt», sagt Karriere-Expertin Rottländer.

Veröffentlicht am:
28. 10. 2019
04:58 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Adidas AG Arbeitgeber Auszubildende Fachkräfte Mobile Apps Mobiltelefone Personalmanager Sportartikelhersteller Traumjobs Unternehmen Videos YouTube
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Christian Scholz

17.06.2019

Was die Generation Z am Arbeitsmarkt fordern kann

Weil es weniger Bewerber gibt als Stellen, hat sich der Arbeitsmarkt zu einem Arbeitnehmermarkt gewandelt. Die neue Generation hat ziemlich genaue Vorstellungen vom Berufsleben. Doch wie weit kann sie mit ihren Ansprüche... » mehr

Weiterbildung

04.10.2019

Wie Beschäftigte Bildungsurlaub nutzen können

Für Bildungsurlaub gibt es in vielen Bundesländern fünf freie Tage extra. Viele trauen sich nicht, das gesetzliche Angebot auf Freistellung wahrzunehmen. Dabei sind die Hürden oft gar nicht so hoch. » mehr

Dr. Bernd Slaghuis

27.05.2019

Das bringen Referenzen in der Bewerbung

In englischsprachigen Ländern haben sich Referenzen als Teil der Bewerbung längst etabliert. In Deutschland ist das noch nicht so. Verlangt ein potenzieller Arbeitgeber sie, gibt es bestimmte Standards zu beachten. » mehr

Lokführer Vincenzo Traviglia

12.08.2019

Deutsche Bahn macht Quereinsteiger zu Lokführern

Mit 50 Jahren beruflich neu anzufangen zu müssen, macht vielen Arbeitnehmern Angst. Finde ich eine neue Stelle? Wer nimmt mich in dem Alter? Doch einige Menschen in diesem Alter erfüllen sich seit einiger Zeit auf der Sc... » mehr

Waldsiedlung Steimker Berg

25.10.2019

Mitarbeiterwohnungen sind wieder im Trend

Lange galten sie als verstaubt, nun liegen Mitarbeiterwohnungen wieder im Trend. In Zeiten der Wohnungsknappheit werben Konzerne wie VW mit Apartments um Fachkräfte. Ein Segen für Angestellte? » mehr

Diana Antwerpes

11.11.2019

Als Bewerber auf Karrieremessen punkten

Gut 200 Jobmessen pro Jahr lassen sich in Deutschland über eine schnelle Online-Suche finden. Lohnt sich der Besuch für Bewerber? Die richtige Vorbereitung darf auf keinen Fall fehlen. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
28. 10. 2019
04:58 Uhr



^