Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

Müssen Arbeitnehmer einer Versetzung zustimmen?

Versetzungen kommen meist schlecht an, besonders wenn Mitarbeiter einfach vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Rechtlich gilt, was im Arbeitsvertrag vereinbart wurde.



Müssen Arbeitnehmer einer Versetzung zustimmen?
In der Regel können Arbeitnehmer versetzt werden, ohne dass der Arbeitgeber für diese Entscheidung ihre Zustimmung einholen muss. Foto: Christin Klose   Foto: dpa

Abteilungswechsel oder gar ein Wechsel des Arbeitsorts von Berlin an den Standort des Arbeitgebers in München: Müssen Arbeitnehmer einer solchen Versetzung zustimmen?

«In der Regel bedarf es keiner Zustimmung», sagt Peter Meyer, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin und erklärt: «Rechtlich ist eine Versetzung eine durch das Direktionsrecht des Arbeitgebers gedeckte einseitige Veränderung durch den Arbeitgeber, die gar keine Zustimmung des Arbeitnehmers benötigt.» Eine solche Versetzung könne sich zum Beispiel auf die Arbeitszeit, den Umfang, den Ort oder auch das Aufgabenportfolio beziehen.

Oftmals ist im Arbeitsvertrag festgelegt, zu welchen anderen Tätigkeiten Arbeitnehmer auch verpflichtet werden können. «Das müssen aber in der Regel schon Aufgaben sein, die in der Hierarchie und in der Gehaltsstufe vergleichbar sind», sagt Meyer. Soll ein Buchhalter zum Beispiel nunmehr Hausmeistertätigkeiten erledigen, kann dies nicht per einseitiger Versetzung angeordnet werden und der Arbeitnehmer kann rechtlich dagegen vorgehen.

Der Arbeitgeber muss zudem nach billigem Ermessen handeln. Zum Beispiel bei einer örtlichen Versetzung. Ein Unternehmensberater etwa, der für alle deutschen Niederlassungen des Arbeitgebers im Einsatz ist, muss in der Regel auch eine Versetzung an einen anderen Standort akzeptieren, so Meyer. «Steht nichts Abweichendes im Vertrag, kann der Unternehmensberater in allen deutschen Betrieben eingesetzt werden.»

Manche Versetzungen dagegen, etwa an unattraktive Standorte, seien ein Signal des Arbeitgebers an den Mitarbeiter, dass eigentlich eine Beendigung des Arbeitsverhältnis angestrebt werde, sagt der Fachanwalt, der in der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein tätig ist. Im Zweifel könne man überprüfen lassen, ob der Arbeitgeber nach billigem Ermessen gehandelt hat.

Ist eine Versetzung aber vertragsgerecht, riskiert ein Mitarbeiter, der sich der neuen Aufgabe verweigert, eine Abmahnung, im wiederholten Fall sogar die Kündigung. Wer der Anweisung des Arbeitgebers nicht nachkommt, laufe zudem Gefahr, kein Gehalt mehr zu bekommen, so Meyer.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 08. 2019
04:32 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgeber Arbeitnehmer Arbeitsrecht Arbeitsverträge Mitarbeiter und Personal Peter Meyer
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Was gilt wann als Arbeitszeit?

18.11.2019

Muss ich auf Anweisung des Chefs früher zur Arbeit kommen?

Besonders bei vorbereitenden Tätigkeiten ist vielen Arbeitnehmern oft nicht richtig klar, ob sie diese in ihrer privaten Zeit machen müssen oder ob das bereits zum offiziellen Job gehört. » mehr

Pool oder Schreibtisch?

02.09.2019

Müssen Mitarbeiter einer Firma gleich viel Urlaub haben?

Jeder Arbeitnehmer hat Urlaubsanspruch, der gesetzlich festgelegt ist. Zusätzlicher Urlaub wird auf Verhandlungsbasis im Arbeitsvertrag verankert. Wie verhält es sich mit Tarifverträgen? Ein Fachanwalt klärt auf: » mehr

Im Terminkalender verankert

04.09.2019

Arbeitgeber muss vor Verfall von Urlaubstagen warnen

Urlaubsanspruch verfällt nur unter bestimmten Voraussetzungen. Und eine verkürzte Arbeitszeit kann den Anspruch nicht aufheben. Im Zweifel gibt es finanziellen Ausgleich - auch Jahre später noch. » mehr

Weihnachtsgeld?

09.12.2019

Haben Arbeitnehmer Anspruch auf Weihnachtsgeld?

Geschenke vom Arbeitgeber nimmt jeder gerne an. Aber ist das Weihnachtsgeld etwas, das Arbeitnehmern jedes Jahr zusteht? Oder darf der Arbeitgeber es nach Belieben auszahlen? » mehr

Sektgläser

06.12.2019

Weihnachtsfeier ist weder Recht noch Pflicht

Ob gemütlicher Jahresausklang oder Exzess bis in die Morgenstunden: Die Weihnachtsfeier im Job ist nicht für jeden etwas. Doch dürfen Partymuffel einfach zu Hause bleiben? » mehr

Probezeit verlängern

11.11.2019

Darf der Arbeitgeber die Probezeit verlängern?

Die ersten Monate im Job gelten meist als sogenannte Probezeit - mit kurzer Kündigungsfrist für beide Seiten. Aber kann dieser Zeitraum auch verlängert werden? » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 08. 2019
04:32 Uhr



^