Lade Login-Box.
Topthemen: Die Videos der WocheDer BachelorCotubeVor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-Theater

 

Bei der Dashcam besser zur «Crash-Cam» greifen

Der Bundesgerichtshof hat die Aufnahmen von Auto-Minikameras bei Unfällen als Beweis vor Gericht zugelassen. Allerdings nur begrenzt. Für Verbraucher bedeutet das: Augen auf beim Dashcam-Kauf.



«Crash-Cam» empfehlenswert
Dashcams können Autofahrern helfen, Beweise bei Unfällen zu sichern.   Foto: Christin Klose

Wer sich eine Minikamera fürs Auto oder Motorrad kaufen will, greift am besten zu einer sogenannten «Crash-Cam». Das rät der Auto Club Europa (ACE).

«Crash-Cams» zeichnen nur im Falle eines Unfalls das Unfallgeschehen in einem geringen Zeitfenster dauerhaft auf. Die Speicherkarte wird zudem ständig überschrieben, so dass die Langzeitspeicherung entfällt, erläutert Anja Smetanin vom ACE.

Wie der Bundesgerichtshof entschieden hat, dürfen Aufnahmen von Auto-Minikameras bei Unfällen als Beweis vor Gericht verwendet werden (VI ZR 233/17). Das heißt aber nicht, dass Autofahrer automatisch immer filmen dürfen. Mit Blick auf das Datenschutzgesetz bleibt das permanente Aufzeichnen nach wie vor unzulässig.

Man könne zwar auch manuell die Aufnahme bei Bedarf starten, doch dann besteht die Gefahr, dass wichtige Dinge schon passiert sind, erklärt der Rechtsanwalt Paetrick Sakowski aus Düsseldorf. Er hält die Kameras für Verkehrsteilnehmer für empfehlenswert. «Denn datenschutzkonform benutzt, sind sie eine super Sache, um Beweise zu sammeln, gerade in Verkehrsunfallprozessen, in denen keine oder sich widersprechende Zeugen zur Verfügung stehen.»

Auch Smetanin sieht den Nutzen dieser «Zeugen an der Windschutzscheibe». Gute Minikameras kosten laut ACE etwa 100 bis 180 Euro. Sie lohnen sich für Autofahrer, die viel unterwegs sind, vor allem in Städten und Regionen mit viel Verkehr. Bei wenig Verkehr oder für Wenigfahrer seien sie nicht nötig. «Hintergrund ist ja, dass die Kameras helfen sollen, die Schuldfrage bei Unfällen zu belegen.» Dabei gibt sie zu bedenken, dass eigenen Aufzeichnungen im Einzelfall beschlagnahmt und gegen einen selbst verwendet werden können.

Da es laut ADAC in Deutschland keine speziellen Regeln für die Montage oder den Einbau von Dashcams gibt, müssen Autofahrer dabei die allgemeinen Regeln beherzigen: Niemand darf durch die Montage oder die Nutzung der Kameras behindert oder gefährdet werden - sie sind also außerhalb des Sichtbereiches anzubringen. Und auch so fest zu montieren, dass sie sich beim Bremsen nicht lösen und zum Geschoss werden können.

Wie bei anderen elektronischen Geräten wie Handys gilt: Autofahrer dürfen die Kameras nur mit Halterung verwenden, sie also nicht in die Hand nehmen. Und auch in der Halterung dürfen sie die Geräte nur kurz und den Verkehrsverhältnissen angepasst bedienen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 05. 2018
15:28 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
ADAC Aufnahmen Auto Club Europa Autofahrer Bundesgerichtshof Debakel Kameras und Photoapparate
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Kratzer am Auto

29.11.2019

Wenn das Auto mutwillig beschädigt wird

Man kommt morgens zum Auto und erschrickt: ein langer und tiefer Kratzer zieht sich die Fahrertür entlang, und auf der Motorhaube hat sich jemand mit greller Farbe verewigt. Wie reagiert man jetzt? » mehr

Dashcam am Auto

29.11.2019

Gute Dashcams gibt es schon ab 100 Euro

Aufnahmen aus sogenannten Dashcams können vor Gericht verwertet werden, wenn sie kurz und anlassbezogen ein Unfallgeschehen aufzeichnen. Gute Geräte gibt es ab etwa 100 Euro, zeigt ein Test. » mehr

Stau auf der Autobahn

25.07.2019

Stau auf der Autobahn: Was Autofahrer wissen sollten

Im Stau zu stehen nervt. Viele Autofahrer nutzen daher lieber die nächste Abfahrt, um auf der Nebenstrecke zu fahren. Doch dort geht es nicht immer schneller voran. Was raten Experten? Und wie kann ich selbst Staus verhi... » mehr

Warnblinker an

12.08.2019

Was tun, wenn man eine Wespe im Auto hat?

Eine Wespe im Auto führt schnell zu hektischem Verhalten, aber genau das sollte besser nicht passieren. Wie man richtig reagiert und was rechtlich gilt, wenn es zum Unfall kommt: » mehr

Hinweisschild

18.12.2019

BGH stärkt «Privatknöllchen»

Ein Knöllchen an der Windschutzscheibe kommt nicht unbedingt vom Ordnungsamt. Auch Supermärkte oder Krankenhäuser lassen Falschparker von privaten Diensten abstrafen. Ein Urteil schärft nun ihre Waffen. » mehr

Gummipflege

17.12.2019

Interieur des Autos richtig pflegen

Auto waschen und polieren ja - aber wie schaut's innen aus? Wenn Gummi, Plastik und Leder im Auto-Innenraum altern, können Autobesitzer etwas tun - und müssen dabei noch nicht mal Profi sein. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 05. 2018
15:28 Uhr



^