Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

Erhöhte Unfallgefahr am «Vatertag»

Ein fröhlich' Liedchen auf den Lippen und genügend geistige Getränke im Reiseproviant - so machen sich viele an Christi Himmelfahrt auf den Weg, den Feiertag zum «Vatertag» zu machen. Doch Vorsicht, im Straßenverkehr kann es dann sehr gefährlich werden.



Unterwegs am«Vatertag»
Mit festem und flüssigem Reiseproviant ziehen sie in die Natur. Autofahrer sollten solchen Gruppen mit erhöhter Vorsicht begegnen.   Foto: Peter Kneffel/dpa-tmn

An Christi Himmelfahrt gehen viele in Gruppen und vielleicht auch mit Bollerwagen auf Tour. Sie machen den religiösen Feiertag zum sogenannten «Vatertag». Teils ist auch reichlich Alkohol im Reisegepäck. Begegnen Autofahrer einer solchen Vatertagsgesellschaft, ist daher Vorsicht geboten.

Die enthemmende Wirkung des Alkohols, die Gruppendynamik und dass sie dabei oft auch im Straßenverkehr unterwegs seien, erhöhten das Unfallrisiko, warnt Heiner Sothmann von der Deutschen Verkehrswacht (DVW). «Fußgänger können unvermittelt auf die Fahrbahn torkeln oder erlauben sich einen gefährlichen Spaß mit anderen Verkehrsteilnehmern», sagt der DVW-Sprecher. Die Dynamik einer alkoholisierten Gruppe lasse sich nur schwer einschätzen.

Solche Gruppen überholen Autofahrer besser nur bei gut einsehbarer Straße ohne Gegenverkehr und extrem vorsichtig. Sie fahren dabei nur so schnell, dass sie jederzeit rechtzeitig bremsen können und halten viel seitlichen Abstand.

Radfahrergruppen seien hier schwer einzuschätzen. «Sie ziehen sich in Breite und Länge mitunter weit auseinander», erläutert Sothmann. Manche Radler könnten sehr instabil auf dem Rad sein, plötzlich ausscheren oder sogar stürzen. Der Rat an die Vatergesellschaft: «Um in Feierlaune zu bleiben, ist es also empfohlen, sich möglichst abseits der Straße zu bewegen», so Sothmann.

Mancherorts ziehen Traktoren Feiernde auf Anhängern mit Bierbänken, so der Automobilclub von Deutschland (AvD) und warnt davor. Das sei besonders gefährlich, da der Personentransport auf solchen Anhängern nur in Ausnahmefällen mit Sondergenehmigung möglich ist, meist auch nicht für private Feste. «Wer besoffen vom Hänger kippt, hat keine Haftungsansprüche», so der AvD.

Fahrer und Halter solcher Gespanne hafteten nicht immer, wenn etwa der Hänger durch unvorsichtige Fahrweise umkippt und transportierte Personen verletzt werden. Gerichte nehmen laut AvD einen sogenannten stillschweigenden Haftungsausschluss an, wenn die Fahrt aus Gefälligkeit unternommen wurde.

Generell erinnert der AvD an die Promillegrenze von 0,5 Promille. Für Fahranfänger und Fahrer unter 21 Jahren gilt die Null-Promille-Grenze. Verstöße ziehen mindestens Geldbußen nach sich.

Und schon bei 0,3 Promille könnte eine Straftat vorliegen, etwa wenn Ausfallerscheinungen auftreten oder ein Unfall passiert. Radler gelten ab 1,6 Promille als absolut fahrunsicher, was Geldstrafen nach sich ziehen kann - im Einzelfall sei auch der Führerschein in Gefahr.

Für die Heimfahrt nach der Vatertags-Feier rät der Autoclub beispielsweise zum Taxi oder zur Abholung durch nüchterne Personen.

An Christi Himmelfahrt herrscht erhöhte Unfallgefahr im Straßenverkehr. Die DVW verweist auf Zahlen des Statistischen Bundesamts. Demnach wurden 2017 am Vatertag 270 Verkehrsunfälle verzeichnet, bei denen Alkohol im Spiel war. An keinem anderen Tag in diesem Jahr gab es mehr Unfälle dieser Art.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 05. 2019
05:04 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Alkohol Autofahrer Automobilclub von Deutschland Bußgelder Feiertage Jesus Christus Promillegrenze Statistisches Bundesamt Straßenverkehr Unfallgefahren Verkehrsclubs Verkehrsteilnehmer Verkehrsunfälle
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
E-Tretroller-Fahrer und leere Alkoholflaschen

18.10.2019

Promillegrenze beim E-Tretrollern beachten

Großstadtschreck oder sinnvolle neue Mobilitätsform - an den neuen Elektro-Tretrollern scheiden sich die Geister. Davon abgesehen sollte Alkohol Tabu sein, wenn man die E-Scooter nutzt. » mehr

Parkverbot für Fahrräder

15.11.2019

Wie fahrradfreundlich ist Deutschland?

Es ist noch viel zu tun für den Ausbau des Radverkehrs. Für mehr Klimaschutz soll es aber nun mehr Geld geben, um die Infrastruktur zu verbessern. Und Radfahren soll sicherer werden. » mehr

Erstklässler

31.07.2019

Stets mit Fehlverhalten von Erstklässlern im Verkehr rechnen

Schulanfang nach den Ferien: Auch viele Erstklässler sind unterwegs. Für alle Verkehrsteilnehmer gilt deshalb: Augen auf und immer bremsbereit, denn die Kleinen sind auf der Straße noch nicht so sicher. » mehr

Auf dem Pedelec

10.07.2019

Autofahrer dürfen Tempo von Pedelecs nicht unterschätzen

Immer defensiv fahren! Pedelecs sehen auf den ersten Blick wie ganz normale Fahrräder aus, können aber viel schneller fahren. Was das für Autofahrer bedeutet. » mehr

Tief stehende Sonne

15.11.2019

Sonne blendet: So reagieren Autofahrer richtig

Im Winter führt die tief stehende Sonne immer wieder zu gefährlichen Situationen. Schlimmstenfalls können schwere Unfälle die Folge sein. Wie reagiere ich richtig, wenn es plötzlich blendet? » mehr

Fernlicht

26.11.2019

Wann Autofahrer das Fernlicht einschalten dürfen

In der dunklen Jahreszeit ist es für Autofahrer besonders wichtig, rechtzeitig das Abblendlicht einzuschalten. Doch wann dürfen sie eigentlich mit Fernlicht fahren? » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 05. 2019
05:04 Uhr



^