Lade Login-Box.
Corona Ticker
Topthemen: CoronavirusVideosCoburger OB-Kandidaten vor der KameraCotubeBlitzerwarner

 

Batterien von E-Autos mit besserer Umweltbilanz

Haben Elektroautos wegen der aufwendigen Produktion der Batterien kaum ökologische Vorteile gegenüber konventionellen Fahrzeugen? Eine Studie vor zwei Jahren hatten Gegner der E-Mobilität so ausgelegt. Nun zeichnen neue Daten derselben Forscher ein ganz anderes Bild.



E-Auto
Der Akku eines Elektroautos wird an einer Ladestation geladen.   Foto: Hendrik Schmidt/zb/dpa

Bei der Produktion der Batterien von Elektroautos werden laut einer neuen Studie inzwischen weniger klimaschädliche Gase ausgestoßen als vielfach angenommen.

Einer der Hauptgründe dafür sei, dass die Produktionsstätten vergrößert worden seien und bei voller Kapazität liefen, was sie effizienter mache, erklärte Erik Emilsson vom schwedischen Umweltforschungsinstitut IVL. Auch der Gebrauch fossilfreier Energieträger spiele eine wesentliche Rolle. Laut IVL ist die Verwendung erneuerbarer Energien bei der heutigen Batterieproduktion zwar weiterhin relativ gering ausgeprägt, ihr Anteil nimmt aber zu.

Den IVL-Berechnungen zufolge entstehen bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien im Durchschnitt zwischen 61 und 106 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Kilowattstunde produzierter Batteriekapazität. Bei einer IVL-Studie im Jahr 2017 waren es im Mittel noch 150 bis 200 Kilogramm.

Die Studie liefere wertvolle Informationen über den ökologischen Fußabdruck von auf Lithium-Ionen Batterien basierenden Elektrofahrzeugen, erklärte Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zu der Analyse. Sie verdeutliche, dass ein Großteil der möglichen negativen Wirkungen auf die Herstellung der Zellen zurückgingen.

Höhere Anteile von Ökostrom

Künftig seien viel höhere Anteile von Ökostrom für Herstellung und Betrieb zu erwarten - das werde den CO2-Fußabdruck weiter deutlich verringern, sagte die Leiterin der DIW-Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt. «Zudem führen technologischer Fortschritt und verstärkte Nachhaltigkeits- und Recycling-Standards dazu, dass weniger seltene Erden oder andere begrenzte Rohstoffe zum Einsatz kommen werden.»

Das Umweltforschungsinstitut IVL hat den Bericht im Auftrag der schwedischen Energiebehörde erstellt. In der Untersuchung weisen die Autoren darauf hin, dass es bei den Emissionen für Batterien weiter viele Unsicherheiten gebe - bessere Daten seien besonders hinsichtlich der Rohmaterialien und der Herstellung bestimmter Batteriekomponenten nötig.

Die schwedische Studie aus dem Jahr 2017 hatte in Deutschland für einige Aufmerksamkeit gesorgt. Gegner der E-Mobilität sahen in ihr einen Beleg dafür, dass Elektroautos so gut wie keinen Umwelt-Vorteil verglichen mit konventionellen Fahrzeugen hätten. Der jetzige Bericht stellt ein Update des damaligen dar.

Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin gibt zu bedenken, dass künftig nicht nur der Betrieb, sondern auch die Herstellung der Fahrzeuge und der Batterien völlig klimaneutral erfolgen müsse, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens einhalten zu können.

Klar sei, dass sich mit einem Festhalten am Verbrennungsmotor keinerlei Klimaziele erreichen ließen, so der Professor für Regenerative Energiesysteme. «Alle neueren Studien zeigen, dass Elektroautos, die mit dem normalen Strommix betrieben werden, bereits heute geringe Klimaschutzvorteile haben», so Quaschning. Bei überwiegend grünem Strom ergäben sich sogar schon deutliche Klimaschutzvorteile.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 12. 2019
12:44 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Alternative Energien Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Elektroautos Energieträger Institute Professoren Umweltinstitute Wirtschaft in Berlin Wirtschaftsforschung Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Ökostrom
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Ladestation für Elektroauto

18.09.2019

Haben E-Autos die bessere Ökobilanz als Benziner und Diesel?

E-Autos sind ein Segen für die Umwelt, sagen die einen. Von wegen! E-Autos sind aus ökologischer Sicht nicht sinnvoll, sagen die anderen. Und wer hat nun Recht? » mehr

Rekord bei Kaufprämie für Elektroautos

02.04.2020

Rekord bei Kaufprämie für Elektroautos

Trotz Corona-Krise steigt das Interesse an der Anschaffung eines Elektroautos. Denn noch nie wurden so viele Anträge auf die Kaufprämie gestellt wie in diesem März. Woran könnte das liegen? » mehr

Wasserstofftankstelle

18.06.2019

Warum Wasserstoffautos kaum gefragt sind

Auto fahren, ohne sich als Klimasünder zu fühlen? Geht mit einem Elektroauto, also einem Fahrzeug mit großer schwerer Batterie. Moment mal - es gibt noch eine andere Möglichkeit: Wasserstoffautos. Fachleute kommen ins Sc... » mehr

Ladestation für ein E-Auto

09.03.2020

Chef kann bei Firmenwagen Stromkosten erstatten

Der Gesetzgeber fördert die Elektromobilität. Auch Arbeitnehmer können von steuerlichen Vorteilen profitieren - beispielsweise wenn sie von der Firma ein E-Auto zur Verfügung gestellt bekommen. » mehr

Kaufprämie für E-Autos

19.02.2020

Höhere Kaufprämie für Elektroautos in Kraft

Wenn Deutschland seine Klimaziele erreichen will, müssen mehr Elektroautos auf die Straße. Deshalb belohnt der Bund den Umstieg mit mehr Geld. Auch die Industrie greift in die Tasche. » mehr

Rettungskarte hinter Sonnenblende

12.02.2020

Rettungskarte hinter Sonnenblende klemmen

Um Einsatzkräfte nach einem Unfall bestmöglich bei den Hilfsmaßnahmen zu unterstützen, sollten Autofahrer vorbeugend eine Rettungskarte hinter der Sonnenblende aufbewahren. Wo gibt's die? » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 12. 2019
12:44 Uhr



^