Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

 

Staus kosten einige Pendler mehrere Tage pro Jahr

Millionen Pendler leiden unter dem täglichen Stau auf dem Weg zur Arbeit. Am meisten Zeit kostet er sie ausgerechnet in der künftigen Ausrichterstadt der Internationalen Automobil-Ausstellung, sagt eine aktuelle Studie.



Pendler-Stau
Fahrzeuge stehen im Stau. Millionen Pendler leiden unter dem täglichen Stau auf dem Weg zur Arbeit.   Foto: Stephan Jansen/dpa

Stau auf dem Hinweg, Stau auf dem Rückweg: Pendler in großen deutschen Städten leiden unter dem dichten Verkehr. Am schlimmsten trifft es sie einer Studie zufolge in München.

Wer dort mit dem Auto zum Job fährt, verlor vergangenes Jahr 87 Stunden, wie aus einer Analyse des Verkehrsdatenanbieters Inrix hervorgeht. Ausgerechnet in der Stadt, die künftig die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) ausrichtet, kosten Stau und zähflüssiger Verkehr die Pendler also mehr als dreieinhalb Tage pro Jahr. Dahinter folgen Berlin mit 66 Stunden und Düsseldorf mit 50 Stunden. Der Zeitverlust wurde jeweils im Vergleich zur Fahrtdauer bei freier Straße ermittelt.

Durchschnittlich 46 Stunden Zeitverlust

Im Durchschnitt ergab sich laut Inrix ein Zeitverlust von 46 Stunden für die Pendler in den 74 untersuchten deutschen Städten. Weitere stark betroffene Orte in Deutschland sind unter anderem Hamburg mit 48 Stunden Zeitverlust, Stuttgart und Nürnberg mit je 42, Köln mit 41, Hannover mit 40 sowie Bremen mit 37 und Frankfurt am Main mit 36 Stunden.

Im internationalen Vergleich kommen die deutschen Pendler dabei noch vergleichsweise gut davon: Im kolumbianischen Bogota und im brasilianischen Rio de Janeiro summiert sich der Zeitverlust auf 191 beziehungsweise 190 Stunden. Die Städte mit dem höchsten Zeitverlust in Europa sind Rom und Paris mit 166 beziehungsweise 165 Stunden pro Jahr.

Auch Ziele außerhalb der Stadtzentren berücksichtigt

Die aktuellen Staudaten weichen nach einer Umstellung der Methodik teilweise massiv von denen ab, die Inrix noch vergangenes Jahr gemeldet hatte. Nachdem jetzt auch viel befahrene Pendlerstrecken zu Zielen außerhalb der Stadtzentren herangezogen werden, sinken die Zeiten beispielsweise für Berlin um mehr als die Hälfte. Die alte Methodik ergab dort 154 Stunden für 2018, für 2019 wurden jetzt nach dem neuen System nur noch 66 Stunden ermittelt.

Zudem kommen andere Studien zu anderen Ergebnissen. So sieht der Navigationsgerätehersteller TomTom München in einer Ende Januar veröffentlichten Liste nur auf dem vierten Platz der am stärksten von Stau betroffenen deutschen Städte hinter Hamburg, Berlin und Wiesbaden. Weltweit sieht diese Liste Bangalore in Indien und Manila auf den Philippinen als die am stärksten belasteten Städte.

Am meisten Staus in Nordrhein-Westfalen

Der ADAC wiederum sieht sich regelmäßig an, in welchen Bundesländern es am meisten Staus auf den Autobahnen gibt. 2019 lag dabei erneut Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstes Bundesland vorne. Dahinter folgten Bayern und Baden-Württemberg.

Justin Geistefeldt, Professor für Verkehrswesen an der Ruhr-Universität Bochum, findet die gängigen Stau-Rankings grundsätzlich «ein Stück weit problematisch», weil sie Besonderheiten der einzelnen Städte nicht ausreichend berücksichtigten. «Was da verglichen wird, ist oft nicht gut vergleichbar», sagt er. Dennoch lieferten die Studien aber gewisse Hinweise. «Es gibt kaum eine bessere Datengrundlage, um das Staugeschehen zu bewerten.»

Inrix verkauft Verkehrsanalysen und Dienstleistungen für vernetzte Autos an Verwaltungen und Unternehmen. Je größer die Stau-Probleme erscheinen, desto besser sind seine Geschäftsaussichten.

Veröffentlicht am:
09. 03. 2020
11:32 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
ADAC Automobilausstellungen Internationale Automobil-Ausstellung Ruhr-Universität
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Start-up Unu Motors

09.09.2019

Unu kündigt vernetzten E-Roller mit SIM-Karte an

Ähnelnd einer italienischen Vespa, erzeugt aber weniger Abgase und kein Knattern: Das Berliner Unternehmen Unu stellt einen neuen E-Roller vor, der sich mittels Smartphone starten lässt und mehr als nur ein Roller sein w... » mehr

Schneeflocken-Symbol

vor 4 Stunden

Was Autofahrer über Winterreifen wissen sollten

Vor dem Winter stellt sich für viele Autofahrer auch die Reifenfrage. Neben speziellen Winterpneus sind auch Ganzjahresreifen für Schnee und Eis zugelassen. Und es gibt weitere Möglichkeiten. » mehr

Unfall bei Wendemanöver

vor 4 Stunden

Nicht zurückgeschaut: Kein Schadenersatz nach Wende-Unfall

Ein Autofahrer wird nach dem Abbiegen langsamer und will wenden. Doch in diesem Moment kommt es zu einem Unfall mit dem nachfolgenden Auto, das zum Überholen angesetzt hatte. Wer zahlt den Schaden? » mehr

Vier gewinnt

22.09.2020

Wo die besseren Reifen montiert werden

Die Radwechselsaison steht ins Haus. Die Winterreifen sind noch unbeschädigt und haben genug Profil. Okay, doch wo kommen die mit dem besseren Profil hin, und kann ich unterschiedliche Marken fahren? » mehr

Fahren bei Nebel

22.09.2020

Wann darf ich die Nebelschlussleuchte einschalten?

Fast jedes Auto verfügt heute über eine Nebelschlussleuchte. Die dürfen Autofahrer bei Nebel zusätzlich einschalten - doch dabei müssen sie sich an Regeln halten. » mehr

Ausrangierte Mietwagen als Schnäppchen

22.09.2020

Ausrangierte Mietwagen als Schnäppchen

Ausrangierte Autos aus dem Verleih haben keinen guten Ruf: grob behandelt, kalt getreten. Das Vorurteil muss nicht stimmen. Anbieter versprechen lückenlosen Service, Restgarantien und niedrige Preise. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
09. 03. 2020
11:32 Uhr



^