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Schlaue Autos schauen mit Assistenzsystemen um die Ecke

Sie helfen beim Lenken, Bremsen oder Einparken und warnen den Fahrer, wenn er von der Spur abweicht: Elektronische Assistenzsysteme werden dank Sensoren, Kameras und höherer Rechenleistungen immer besser. Doch für junge Fahranfänger können sie ein Risiko sein.



Schlaue Autos
Elektronische Assistenzsysteme helfen beim Einparken, Bremsen oder warnen den Fahrer, wenn er von der Spur abweicht.   Foto: Vodafone » zu den Bildern

Assistenzsysteme gehören inzwischen zu den meisten Autos. Manche sind in der Serienausstattung enthalten, andere gibt es nur gegen Aufpreis.

Die meisten machen dem Fahrer das Leben zwar leichter, entlassen ihn aber nicht aus der Verantwortung, sagt Holger Ippen von der «Auto Zeitung»: «Assistenten geben eine Hilfestellung, allerdings übernehmen sie nicht die Arbeit des Fahrers».

Viele Autofahrer stünden modernen Assistenzsystemen zwar skeptisch gegenüber, weil sie eine Entmündigung fürchten. «Bei sehr vielen Unfällen jedoch ist immer noch menschliches Versagen die Ursache. Da können Assistenten sehr effektiv helfen und zur Sicherheit im Straßenverkehr beitragen», sagt Ippen. Wie zum Beispiel der Multikollisionsassistent. «Er sorgt dafür, dass im Falle eines Unfalls das Auto nach rechts gelenkt und komplett abgebremst wird», erläutert Ippen. Dadurch ließen sich Folgekollisionen vermeiden.

Zu den wirksamsten Assistenzsystemen zählt der Notbremsassistent. Er funktioniert je nach Ausführung per Kamera oder Radar und erkennt, wenn der Abstand zum Vordermann zu gering wird und ein Auffahrunfall droht. «Diese Systeme sind sehr effektiv und werden laut einer ADAC-Studie heute bereits für über 85 Prozent aller Pkw-Modelle angeboten», sagt Julia Fohmann vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). Laut einer DVR-Schätzung könnten damit 20 bis 40 Prozent der Pkw-zu-Pkw-Unfälle mit Personenschaden vermieden werden.

Ähnlich funktioniert der vollautomatische, radarbasierte Tempomat Adaptive Cruise Control (ACC). «Der ACC hält immer den richtigen Abstand zum Vordermann, bremst und beschleunigt also automatisch, wenn er auf eine bestimmte Geschwindigkeit eingestellt ist», erklärt Ippen.

Bei ungünstiger Witterung gibt es allerdings Grenzen. Der Mobilfunker Vodafone testet deshalb eine neue Technologie. «Die Basis für V2X ist der Datenaustausch quasi in Echtzeit», erklärt Vodafone-Sprecher Tobias Krzossa. «Während Radarsensoren in ihrer Reichweite beschränkt sind, erfasst V2X Informationen von anderen Verkehrsteilnehmern noch in einem Radius von 300 Metern - unabhängig von Wind und Wetter.» ACC könne damit sozusagen um die Ecke schauen.

Um mehr Komfort geht es beim Parkassistenten, der hilft, den Wagen in einem Zug einzuparken. Die notwendigen Informationen holt sich das System von Kameras sowie Ultraschall- und Radar-Sensoren, via Display erhält der Fahrer Anweisungen. Immer schlauer werden auch die Beleuchtungssysteme. Gab es früher nur Fern- und Abblendlicht, sorgt ein Lichtassistent heute für automatisches, stufenloses Umschalten und erkennt auch vorausfahrende und entgegenkommende Fahrzeuge.

Für Fahrschulen ist die Zunahme an Assistenzsystemen allerdings eine Herausforderung. «Eigentlich müssten die Fahrschüler in den Assistenzsystemen extra unterrichtet werden», sagt Gerhard von Bressensdorf von der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände. Fahranfänger seien mitunter überfordert, wenn ein Assistenzsystem ausfällt oder beim eigenen Auto später gar nicht vorhanden ist.

Laut Ippen greifen viele der modernen Assistenzsysteme ineinander. Manche nutzten die gleichen Sensoren und würden oft kombiniert angeboten. Zudem würden sie immer bezahlbarer. In Zukunft soll es zum Beispiel auch ganze Zugangssysteme für Fahrzeuge geben, die anhand biometrischer Daten erkennen, ob eine Person für ein Auto «freigeschaltet» ist. Autodiebe werden es dann schwerer haben.

Veröffentlicht am:
13. 03. 2018
15:05 Uhr

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dpa

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13. 03. 2018
15:05 Uhr



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