Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

So sehen die neuen Bediensysteme im Auto aus

Digitale Instrumente verdrängen immer öfter klassische analoge Anzeigen. Denn nach Meinung der Experten werden digitalisierte Innenräume für Kunden wichtiger. Künftige Bedienelemente können deshalb weit mehr als nur die Geschwindigkeit anzeigen.



Bosch Bediensystem
Sprich mit mir: Mit Berührung oder Sprache lassen sich die Cockpitdisplays von Bosch steuern.   Foto: Fabian Hoberg » zu den Bildern

Digitale Tachos in Autos sind nicht neu. Doch erst mit schnelleren LCD-Monitoren zog vor ein paar Jahren die Anzeigentechnik in mehr Fahrzeuge ein. Mittlerweile zählen Displays zum guten Ton der Oberklasse - und bald kommen sie auch bei bezahlbaren Kompaktwagen zum Einsatz.

Die digitalen Alleskönner zeigen mehr als Geschwindigkeit, Motordrehzahl und Reichweite an. Sie geben Infos etwa über Wetter, Strecke, Verkehr, Musik und Telefon.

«Digitale Anzeigen machen Autofahren sicherer, denn 90 Prozent aller Sinneseindrücke nehmen Menschen über ihre Augen wahr», sagt Sajjad Khan von Mercedes. Die Stuttgarter verzichten in der neuen A-Klasse auf analoge Anzeigen. Ab Anfang Sommer schauen Insassen auf zwei nebeneinander liegende 7-Zoll-Monitore. Optional gibt es ein bis zwei rund 10 Zoll große Displays. Die bieten verschiedene Anzeigemodi und lassen sich je nach Ausstattung selbst konfigurieren.

Wichtig seien nicht nur die Größe des Displays und die unterschiedlichen Darstellungsmöglichkeiten, sondern vor allem die Reaktionsfähigkeit. «Kein Benutzer will heute Sekunden auf eine Antwort warten, die muss in Echtzeit kommen», sagt Khan. Das gelte für die Berührung, den optischen Aufbau der Karte sowie für die natürliche Sprachsteuerung.

Beim neuen chinesischen Hersteller Byton besteht das Cockpit einer Studie aus einem 1,25 Meter breiten und 25 Zentimeter hohen Monitor. Es lässt sich per Berührung, aber auch über Gesten, Gesichtserkennung und die Stimme bedienen. Ein zusätzlicher Tablet-Computer in der Mitte des Lenkrads gibt Infos über Geschwindigkeit und Zustand des Autos. «Der Monitor lässt sich individuell bespielen und in drei Bereiche einteilen», sagt Henrik Wenders von Byton. Videofilme, Navi-Infos oder ein Gesundheitsprogramm erscheinen im Display.

Zulieferer wie Continental, Bosch, Faurecia, Valeo oder ZF entwickeln eigene Systeme. Bosch setzt auf zwei digitale Cockpits, die sich per Berührung oder Sprache steuern lassen. Der Touchscreen hat eine haptische Rückmeldung, 3D-Elemente am Displayrand lassen sich wie Schieberegler bedienen, Knöpfe werden so überflüssig.

ZF plant mit dem Concept 2020 ein digitales Cockpit mit wenig Knöpfen. Ein 12-Zoll-Monitor stellt alle Infos bereit. In einem Selbstdiagnoseprogramm zeigt eine 3D-Grafik, wo das Auto defekt ist. Eine Anzeige ähnlich dem künstlichen Horizont bei Flugzeugen erfasst den Status aller Assistenzsysteme. «Der Fokus liegt in der Vereinfachung der Darstellung. Die visuelle Kommunikation zum Fahrer soll so intuitiv wie möglich sein», sagt Uwe Class von ZF. Die Befehlseingabe könnte aber auch bei einem Serieneinsatz neben der manuellen Bedienung zusätzlich über Sprachsteuerung erfolgen.

Professor Dieter Nazareth, Dekan der Fakultät Informatik an der Hochschule Landshut, sieht künftig Sprachsteuerungen wie Siri und Alexa im Auto. «Der Trend geht dahin, denn es ist die primäre Kommunikation des Menschen», sagt der Experte für Automotive Software. Für ihn sei bei modernen Autos unverständlich, dass es noch klassische Kombiinstrumente mit mechanischen Zeigern gebe. «Displays sind flexibler, darauf lassen sich mehr Informationen darstellen.»

Nazareth schätzt, dass Hersteller Sprache und Touchscreen kombiniert einsetzen werden. Gestensteuerung hält er dafür für unnatürlich. Und für kontinuierliche Werte wie Drehzahl oder Tempo bräuchten Autos eine visuelle Darstellung. «Kein Autofahrer will dauernd per Sprache die Infos erhalten.» Dafür sei die Sprachsteuerung bei Ereignissen wie Glatteis oder dem Erreichen der Tankreserve sinnvoll.

Veröffentlicht am:
27. 03. 2018
14:02 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Auto Bedienelemente Bildschirme Faurecia Hochschule Landshut Kompaktwagen Lenkrad Monitor Produktionsunternehmen Sprache Touchscreens Valeo GmbH Zeitungsanzeigen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Persönliche Begrüßung

11.09.2019

So denken Zulieferer das Auto der Zukunft voraus

Während die Autohersteller auf der IAA eher den heutigen Stand der Technik zeigen, blicken die großen Zulieferer vor allem auf die nächsten Autogenerationen. Was rollt da auf uns zu? » mehr

Holger Ippen

23.07.2019

Das bringen Head-up-Displays im Auto

Die Tempo-Anzeige auf der Windschutzscheibe statt auf dem Tacho hinter dem Lenkrad: Immer mehr Autos haben Head-up-Displays an Bord. Was weniger Ablenkung hinter dem Steuer bringen soll, kann in manchen Situationen auch ... » mehr

Moderne Tastleiste

06.11.2018

Intelligente Oberflächen fürs Autocockpit der Zukunft

Riesige Displays und unzählige Schalter. Armaturenbretter in Autos erinnern manchmal an Flugzeugcockpits. Doch damit soll bald Schluss sein. » mehr

Frag Deinen Mercedes

19.07.2019

Auch die Bedienungsanleitung für Autos wird digital

Sie sind Bestseller, werden aber fast nie gelesen: Jeder Autofahrer hat eine Bedienungsanleitung, aber kaum einer nimmt sie aus dem Handschuhfach. Dabei werden die Autos immer komplexer und der Erklärungsbedarf steigt. D... » mehr

Digitaler Soundprozessor

02.02.2018

Neue Geräte und Trends beim Auto-Hi-Fi

Moderne Audiosysteme im Auto bieten immer mehr Funktionen und einen besseren Klang. Welche neuen Geräte gibt es, und worauf ist generell zu achten? » mehr

AGR-Sitze bei Mercedes

23.01.2018

Autositze werden immer gesünder

Richtig sitzen - das ist vor allem im Auto eine Frage der Rückengesundheit. Immer mehr Hersteller bieten entsprechende Ergo-Sitze an. Im Zuge des automatisierten Fahrens sollen sie sogar intelligent werden. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
27. 03. 2018
14:02 Uhr



^