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Wie Katzenstreu und Vaseline Autofahrern im Winter helfen

Oft Streusalz auf den Straßen und manchmal Schnee im Fußraum: In der kalten Jahreszeit brauchen Autos besondere Pflege. So bringen Sie Ihr Fahrzeug unversehrt durch den Winter.



Winterputz für die Scheiben
Putzarbeit im Winter: Bitte nicht die Innenseite der Scheiben vergessen.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn » zu den Bildern

Für Autos ist der Winter nicht gerade eine angenehme Zeit. Regen, Eis, Schnee, Dreck und auch Streusalz können Lack, Gummidichtungen, Scheinwerfern, Scheiben und Schlössern zusetzen. Es gilt also, das Fahrzeug zu pflegen - nur wie?

«Eine regelmäßige Autowäsche ist im Winter mindestens ebenso wichtig wie im Sommer», sagt Bernd Stürmer, Fachreferent beim Tüv Nord. Wenn Straßen mit Taumitteln wie Salz bearbeitet werden, wird auch das Auto mit einem Schmierfilm aus Nässe, Schmutz und Taumitteln überzogen. Und dieser Film müsse immer wieder abgewaschen werden, erläutert der Experte für Fahrzeugtechnik und Fahrzeugprüfung.

Viele Autobesitzer sorgen sich zwar, dass eine Wäsche im Winter dem Fahrzeug wegen des gefrierenden Wassers schaden könne. Sören Heinze vom Auto Club Europa (ACE) hält diese Bedenken aber für unbegründet - «vorausgesetzt, man beachtet einige Regeln.»

Vorsicht in der SB-Waschbox

Die erste Regel für die Fahrzeugwäsche lautet: «Vorsicht schon beim Aussteigen, gerade in einer offenen SB-Box.» Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt könne es dort glatt werden. Vereisen kann aber nicht nur der Boden, sondern auch das Türschloss nach einer unsachgemäßen Handhabung des Hochdruckreinigers in den Selbstbedienungs-Waschboxen.

Man sollte unbedingt darauf achten, den Strahl des Reinigers nicht direkt auf das Türschloss zu richten, rät Dieter Thiel, Fachmann für Fahrzeugaufbereitung. Ohnehin empfiehlt Thiel, dessen Firma Neuwagen und Oldtimer aus den USA importiert, das Fahrzeug eher in einer Waschanlage oder Waschstraße als in einer SB-Box zu reinigen.

Nicht jeder Autobesitzer ist vertraut mit der Bedienung eines Hochdruckreinigers. Dann könne es zu Schäden an Anbauteilen kommen. Besonders gefährlich sei der Versuch, die Reifen mit Hochdruck zu säubern, warnt Heinze: «Der Strahl des Reinigers darf niemals direkt auf die Reifen gerichtet werden.» Sonst könne es zur Beschädigung der Reifenstruktur oder gar zum Reifenplatzen während der Fahrt kommen.

Trick gegen vereiste Türschlösser

Damit das Türschloss beim Waschen nicht vereist, empfehlen die Experten, einen Klebestreifen darüber anzubringen. Dieser verhindert, dass Wasser in den Schließzylinder eintreten und gefrieren kann. Nach der Wäsche zieht man den Kleber wieder ab.

Aber nicht nur das Schloss kann den Zugang verwehren. Türdichtungen können ebenfalls festfrieren. «Wer dann mit Gewalt versucht, die Tür zu öffnen, dem mag das wahrscheinlich sogar gelungen», sagt Heinze. «Mit ziemlicher Sicherheit zerreißt dabei aber auch die Dichtung.»

Vorbeugend sollte man die Türdichtungen reinigen, trocknen und einreiben. Während Tüv-Experte Stürmer Vaseline und Wachs als Mittel der Wahl nennt, schwört Dieter Thiel auf Ballistol. «Man kennt das vor allem als Waffenöl», sagt der Experte für US-Fahrzeuge. Er behandle zum Beispiel nach einer Motorwäsche die Motoren seiner Fahrzeuge damit. «Egal ob Gummi, Metall, Aluminium oder Kunststoff, dieses Öl produziert den idealen Schutzfilm, das Wasser der Waschanlage kann dann kaum noch etwas ausrichten.»

Saubermachen für mehr Sicherheit

Frontscheinwerfer, Rückleuchten, Blinker und alle Scheiben sollten Autofahrer außen sauber halten. Das sorgt für bessere Sicht und dafür, dass andere das eigene Auto besser wahrnehmen.

Wichtig ist es, die Scheiben auch von innen reinigen. Denn schmutzige Scheiben beschlagen schneller, wie Heinze erklärt. Ein Hausmittel dafür soll Zeitungspapier sein. Bernd Stürmer hält davon aber nichts: «Zeitungspapier hat zwar eine gute Saugkraft, aber leider landet auch die Druckerschwärze auf den Scheiben. Dann sieht man gerade nachts nur noch konzentrische Kreise auf der Frontscheibe.»

Katzenstreu gegen Feuchtigkeit

Stattdessen haben Autofahrer idealerweise ein Anti-Beschlagtuch stets an Bord, sagt Dieter Thiel, der das Zeitungspapier aber nicht völlig verdammen will: Ausgelegt im Fußraum sei es beispielsweise ein gutes Hilfsmittel, um Feuchtigkeit und Nässe aufzusaugen, damit Fußmatten und Teppiche nicht durchnässen.

Noch besser aber wirke Katzenstreu. Dieses nutze seine Firma bei der Verschiffung von Autos aus den USA nach Deutschland, um Schimmelschäden vorzubeugen, so Thiel. «Einfach einen festen Kartondeckel in Fuß- oder Kofferraum legen und Katzenstreu großflächig darauf verteilen, das wirkt Wunder.»

Idealerweise kommt das Wasser aber erst gar nicht hinein. «Man sollte im Winter seitlich ins Auto einsteigen, so dass die Beine zunächst noch draußen sind und man die Schuhe gegeneinanderschlagen und so den Schnee abklopfen kann», rät Bernd Stürmer.

Keine Schlieren dank einwandfreier Wischer

Eine entscheidende Rolle für gute Sicht spielen einwandfreie Scheibenwischer. «Bei defekten oder verschmutzen Wischerblättern kommt es zu Schlierenbildung auf der Scheibe», mahnt Sören Heinze. Er rät zu einer regelmäßigen Reinigung der Gummis, die man im Zweifel lieber früher als später austauschen sollte.

Im Wischwasser wiederum sollte ausreichend Frostschutz sein. Von Spiritus hingegen rät Heinze ab: «Spiritus ist zwar in der Tat ein guter Frostschutz, gehört aber nicht in die Scheibenwaschanlage.» Denn auch er verursache Schlieren und wirke somit kontraproduktiv.

Veröffentlicht am:
17. 01. 2020
04:53 Uhr

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dpa

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17. 01. 2020
04:53 Uhr



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