Lade Login-Box.
Topthemen: Die Videos der WocheDer BachelorCotubeVor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-Theater

 

Auch nur bei Sachschäden besser Polizei holen

Ob mit einem Auto oder einem anderen Radler: Auch wenn kein Personenschaden zu beklagen ist, sind geschädigte Radler immer auf der sicheren Seite, wenn sie die Polizei holen. Manchmal muss man es.



Lieber Hilfe holen
Auch ohne Personenschäden dürfte es in vielen Fällen sinnvoll sein, die Polizei zur Hilfe zu holen.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin - Immer mehr Menschen steigen aufs Fahrrad. Die Radwege und Radstreifen werden voller, die Infrastruktur ist aber oft nicht darauf eingerichtet - die Unfallgefahr steigt. Was tun nach einem Radunfall? Polizei rufen oder nicht?

Bei Verletzungen oder bei Streit über den Unfallhergang rät der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) zur Polizei. Unfallstelle sichern und Verletzten helfen sind dann erste Schritte. Nur bei geringen Sachschäden und eindeutigem Verschulden ginge es auch ohne.

Immer gilt: Sich Papiere wie Führerschein und Fahrzeugpapiere zeigen lassen und das Kennzeichen nicht vergessen. Bei Radlern oder Fußgängern sollte man laut ADFC darauf bestehen, dass Personalausweis oder andere Dokumente vorgelegt werden. Kontaktdaten von Zeugen nicht vergessen.

Ein Jobrad kann Polizei zwingend erfordern

Wer ein Fahrrad geleast hat, etwa ein Jobrad, sollte das Kleingedruckte im Vertrag gut kennen: «Denn vielleicht bin ich verpflichtet, dass ich jede Art von Unfall polizeilich erfassen lassen muss», sagt Gunner Fehlau vom Pressedienst-Fahrrad (pd-f).

Um generell auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt aber auch er bei Schäden ohne Verletzte in der Regel die Polizei. «Sobald es über einen kleinen Schönheitsschaden hinausgeht, der mich nicht stört.» Die Polizei kann dann die Sachlage aufnehmen und moderieren.

Carbonteile sind tückisch

Selbst vermeintliche Bagatellschäden können sich später als viel teurer oder sogar als Totalschaden entpuppen. «Carbonrahmen oder andere Carbonteile ermöglichen keine ausreichende visuelle Schadenskontrolle», sagt Fehlau. Reißen Rahmen oder Einzelteile später unvermittelt, werde es nicht nur teuer, sondern bei einem Sturz auch gefährlich.» Aber auch der kleine Achter im Vorderrad mit teurem Nabendynamo kann kostspielig werden.

Wenn es die Verkehrssituation erlaubt, sollten Beteiligte ein paar Bilder von den Fahrzeugen und der Unfallsituation machen, bevor man sie räumt, rät Fehlau. Dabei ruhig den anderen Beteiligten deeskalierend in die Situation hineinholen: «Nehmen Sie doch auch Ihr Handy und lassen Sie uns drei, vier Fotos machen, damit die Polizei sich später einen Überblick verschaffen kann.»

Selfie nach dem Unfall

Auch ein Foto oder Selfie vom anderen Unfallbeteiligten könne sinnvoll sein. Wenn der sich vielleicht doch noch vor der Polizei aus dem Staub machen will, habe man zumindest etwas in der Hand. «Man kann den Menschen nicht hinter die Stirn gucken», so Fehlau.

Auch daher rät er davon ab, bei Bagatellen einfach nur die Personalien auszutauschen, und darauf zu bauen, dass der Unfallgegner bei zunächst eingeräumter Schuld die Rechnung später auch wirklich bezahlt, weil er nun plötzlich vielleicht gar nicht beteiligt gewesen sein will. Im Zweifel bleibt man dann auf dem Schaden sitzen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 12. 2019
14:14 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Debakel Fahrradunfälle Fahrräder Fußgänger Polizei Radwege Unfallgefahren Unfallgegner Unfallhergang Unfallorte Unfallsituationen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Gemeinsame Geh- und Radwege

07.06.2019

Klingeln auf kombinierten Fuß- und Radwegen nicht Pflicht

Gemeinsame Geh- und Radwege sind häufig Ursache für Konfliktsituationen. Radfahrer müssen grundsätzlich besondere Rücksicht auf Fußgänger nehmen, zum Klingeln sind sie jedoch nicht verpflichtet. » mehr

Radweg

02.04.2019

Müssen Radwege immer benutzt werden?

Der Frühling ist da - die beste Zeit, sich auf den Drahtesel zu schwingen. Doch wo darf man mit dem Rad überhaupt fahren? Muss man immer den Radweg nutzen, wenn es einen gibt? » mehr

Verkehrsunfall

19.04.2019

Gilt bei einem Fahrradschaden die 130-Prozent-Regel?

Bei Verkehrsunfällen ist es gesetzlich geregelt, wie viel der Geschädigte für den Fahrzeugschaden abrechnen darf. Diese Regeln gelten auch für Fahrräder - aufgrund einer Entwicklung in den letzten Jahren. » mehr

Justitia

15.02.2019

Schneller als Richtgeschwindigkeit auf glatter Straße

Kommt es im Winter zu einem Unfall, haftet nicht immer nur der Unfallverursacher. Entscheidend ist auch, wie schnell die anderen Beteiligten unterwegs waren. » mehr

Beschädigtes Fahrzeug

06.12.2019

Fahrerflucht muss nicht immer Führerscheinentzug bedeuten

Wer sich als Autofahrer ungeeignet für den Straßenverkehr erweist, kann den Führerschein verlieren - etwa bei Fahrerflucht. Es kommt aber auf den Einzelfall und die Umstände an. » mehr

Autowaschanlage

10.01.2020

Halter haftet nicht bei Waschstraßen-Unfall

Wenn ein Auto auf einem Waschstraßen-Förderband stehenbleibt und einen Schaden verursacht, muss der Halter nicht dafür zahlen. Denn mit der Betriebsgefahr des Autos hat solch ein Unfall nichts zu tun. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 12. 2019
14:14 Uhr



^