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Caddy CNG: Gas geben – aber richtig

Noch ist nicht heraus, ob das ladefähige Auto wirklich ein Segen ist. Ganz sicher nicht, wenn der Saft abseits von Sonne, Wasser oder Wind erzeugt wird. Und auch im Inneren bergen E-Mobile ein schmutziges Geheimnis. Die Rohstoffe für Batterien müssen der Erde brutal entrissen werden. Übrig bleiben gerodete Wälder, vergiftete Böden, verseuchte Flüsse. Von den Arbeitsbedingungen beim Rohstoff-Schürfen ganz zu schweigen.



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Vor allem aber kommen in der Euphorie Alternativen zu kurz. Dabei gibt es Energie, die billiger ist als Strom und sauberer als Sprit: Erdgas – oder eben auch Bio-Methan. Ein Kilo CNG (Compressed Natural Gas) liefert anderthalb mal so viel Energie wie ein Liter Super und das 1,3-fache von Diesel. Obendrein verbrennt es sauberer. Der CO2-Ausstoß liegt um ein Viertel niedriger, der an Stickoxiden gar um 80 Prozent.

Der VW Caddy war ein Gas-Auto der ersten Stunde. Mag man ihn nun für einen Komfort-Kastenwagen halten oder einen Familien-Frachter – seit mehr als zehn Jahren vereint er Sparsamkeit und Umweltfreundlichkeit. Zuerst mit einem Zwei-Liter-Sauger, aktuell mit einem 1,4-Liter-Turbo. Damals wie heute macht das 110 PS. Mit einem Unterschied: Der Neue braucht fast ein Drittel weniger.

Trotzdem fahren nur etwa vier von 100 Caddys mit Erdgas. Ein Vorbehalt sicherlich: die geborstenen Tanks eines VW Touran. Selbst nach einer Rückrufaktion blieb diffuses Unbehagen. Unbegründet, heißt es bei VW dazu. Die Behälter sind mittlerweile dreifach gegen Korrosion beschichtet.

Viel mehr aber schreckt das grobmaschige Tankstellen-Netz. Nur etwa 900 CNG-Zapfsäulen gibt es in Deutschland. Da geht es nicht immer ohne Umweg ab. Um das zu ändern, hat der VW eine Initiative angestoßen. Aus den 900 sollen 2000 werden. Mindestens. Und zwar bis 2025.

Gäbe es im Cockpit kein Symbol, man würde dem Gas-Caddy nichts anmerken. Allenfalls die gut drei Zentner Mehrgewicht für die Tanks, beim Caddy Maxi sind es vier. Das Fahrwerk ist straff, und für knapp 1,90 Meter Höhe bleibt das Auto in Kurven erfreulich aufrecht, auch wenn die blattgefederte Starrachse hinten gelegentlich für etwas Unruhe sorgt.

Ansonsten geht es beinahe so schick zu wie im Golf, auf dessen Plattform der Caddy basiert. Wer das Gestühl herausnimmt, kann gewaltige 3,2 Kubikmeter verladen, im Caddy Maxi sogar 4,1. Und für den Fall der Fälle ist ein 13 Liter fassender Benzintank an Bord. Das sollte bis zum nächsten CNG-Schlauch reichen.

Noch nicht einmal in der Auswahl ist man eingeschränkt. Ob Kasten, Kombi, langer oder kurzer Radstand – kein Problem. Wer mag, kann sich sogar Automatik gönnen. CNG plus DSG – diese Kombination hat sonst keiner. Einzig Allrad muss man sich verkneifen. Und ja: Nur Vorteile hat auch Erdgas nicht. Die Wartungskosten sind höher und zur HU ist eine Gas-Prüfung fällig. Etwa 1700 Euro teurer als ein Diesel ist der Gas-Caddy auch. Aber durch die immer teurer werdende Abgasreinigung beim Selbstzünder wird dieses Argument wohl bald wegfallen.

Dafür kann der Caddy heute schon Methan tanken, das aus Bio-Abfällen stammt. Und es geht noch besser: mit überschüssigem Strom aus Sonnen- und Windkraft-Anlagen. Durch Elektrolyse entsteht Wasserstoff, der mit CO2 zu Methan umgewandelt wird.

Womöglich erkennt man diese Chance auch in Berlin. So hat das Bundeskabinett beschlossen, die Steuervorteile für Erdgas bis 2026 deutlich zu verlängern. Manchmal sind es ja kleine Indizien, die einen großen Verdacht begründen.

Autor

Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
15. 06. 2017
18:30 Uhr

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15. 06. 2017
18:30 Uhr



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