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Hyundai beim TCR-Auftakt: Bengel in Blau

Es könnte für die Hellblauen derzeit kaum besser laufen. Oder sollte man sagen: fahren? Das vergangene Wochenende jedenfalls war in Sachen Motorsport eines mit viel Champagner: Doppelsieg für Hyundai bei der Rallye-WM in Argentinien, Führung in der Marken-Wertung nach dem ersten Lauf zur TCR Germany in Oschersleben.



 

Damit schaffen die Koreaner zweierlei: mit sportlichen Autos jede Menge Emotionen zu wecken – und den schwierigen Spagat zwischen Werks-Einsatz und Kundensport. Das ambitionierte Ziel: Eine echte Alternative zu VW zu werden. Auf der Straße wie auf der Rennstrecke.

Womöglich muss man so eine Rundenzeitmaschine einfach mal gefahren sein, um die Faszination zu ermessen. Auch wenn das Ambiente wenig einladend wirkt. Das Innere des i30 N ist ausgeräumt, die Fahrgast-Zelle eine im Wortsinn. An die 40 Meter kunstvoll verschweißtes Stahlrohr, spartanische Sitzschale, Gurte, Feuerlöscher, Regler für die Bremsen-Balance. Komfort ist nun mal nicht die Kernkompetenz eines Siegerautos.

Und ein Siegerauto ist der Hyundai. Gebaut für die TCR. Eine noch junge Tourenwagen-Serie. Weltweit auf der Überholspur, mit klugem Reglement. Vier Türen, zwei Liter Hubraum, Frontantrieb. Den Rest regelt die "Balance of Performance". Wer siegt, muss zuladen, Leistung drosseln oder Bodenfreiheit aufgeben. Das sorgt für Spannung. Und spart Kosten, weil teuer erkaufter Vorsprung sehr schnell wieder eingebremst würde. Aktuell gibt es ein gutes Dutzend nationale Serien plus einen weltweiten Wettbewerb. Dort, in der WTCR hat der i30 N in seiner ersten Saison 2018 gesiegt.

Doch Technik ist nur eine Hälfte – die andere heißt Geschäft. Allein in der deutschen TCR-Serie waren 2018 bei 14 Läufen mehr als 40 Autos von sechs verschiedenen Herstellern am Start. Allesamt im Wettstreit. Nicht nur auf der Strecke. Kundensport bedeutet, Autos an Rennställe oder solvente Privatpiloten zu bringen. Auch da gilt: Die Konkurrenz ist böse und schläft nicht. Und natürlich hat, wer siegt, ein Argument mehr.

Besonders pikant: Ausgerechnet das mit VW lange erfolgreiche Engstler-Team holte sich 2018 zwei der blauen Bengel in den Fuhrpark, in dieser Saison setzen sie gar komplett auf Korea. Aus Sicht von VW die Schattenseiten des Kundensports. Gekauft wird, was gerade siegfähig erscheint. Es wird seinen Grund haben, warum auch der TCR-Sieger von 2018 seinen Opel Astra gegen einen Hyundai i30 N eingetauscht hat.

Denn die Preise geben sich nicht viel. Samt sequenziellem Getriebe kostet ein TCR-Auto um die 130 000 Euro. Plus Steuer. Im Vergleich mit anderen Rennsport-Aktivitäten rangiert derlei in der Rubrik "bezahlbar". Der entscheidende Vorteil des i30 N: Das Auto ist jung. Und deutlich gezielter Richtung Tourenwagen-Sport entwickelt als etwa der Großserien-Golf. Anders gesagt: Die Hyundai-Renningenieure können – vor allem in Sachen Fahrwerk – an deutlich mehr Schrauben drehen.

Nach den zwei Rennen in der Magdburger Börde liegen Max Hesse (17) und Théo Coicaud (19) auf den Rängen zwei und sechs der TCR Germany. Die Stimmung im Engstler-Team um Andreas Klinge ist also bestens – auch wenn einmal ein Honda ganz vorne war und einmal ein Audi. Dass der Weg zum TCR-Titel keine Spazierfahrt werden würde, haben sie schon vorher gewusst…

Autor

Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
03. 05. 2019
11:15 Uhr

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03. 05. 2019
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