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Mazda3 Skyactiv-X : Zündende Idee

Zugegeben: Die zum Niederknien schönen Concept-Cars waren einen Hauch kühner - aber auch so haben sie sich in Fuchu ordentlich was getraut. Allein schon wie die Reflexionen mit den sanft gewölbten Flanken spielen, ist eine Schau. Obendrein kommt der Mazda3 eleganter, sportlicher und geduckter.



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Trotzdem sitzt man komfortabel. Wenn man sich eingefädelt hat, sogar hinten. Ein kleines Opfer muss man für derart viel Schwung halt bringen.

Das gilt auch für den Stauraum. Der ist mit 358 Litern ordentlich, geklappt indes packt der Mazda3 nur gut einen Kubikmeter. Die Ladekante könnte niedriger liegen, das Fenster achtern mehr Sicht freigeben – aber dann wäre das Heck nicht so verdammt schick. Wer also gerne rückblickt oder verstaut, sollte zum Fastback (450/1138 Liter) greifen.

Unter der Haube ist jetzt auch beim Mazda3 das Ende nahe – das Ende der Grenze zwischen Benziner und Diesel. Trotz aller Fortschritte blieb ja der Unterschied, dass der eine ein Kraftstoff-Luft-Gemisch per Funke zündet, während der andere Luft derart heiß komprimiert, dass eingespritzter Sprit in Flammen aufgeht. Und nie klappte es, die Vorteile des Ottomotors beim Schadstoff-Ausstoß mit der Sparsamkeit des Selbstzünders zu kombinieren.

Bis zu Mazdas revolutionärer Idee – Spark Controlled Compression Ignition (SPCCI). Der erste Serien-Motor, bei dem Zündung durch Kerze und Druck ineinander übergehen. Für das Zwitter-Herz namens Skyactiv-X braucht man eine für Ottomotoren gewaltige Verdichtung von 16,3:1, mehr Luft im Brennraum als nötig – und schon sorgen ein klein bisschen Sprit plus ein winziger Funke für einen derart spontanen Anstieg von Druck und Temperatur, dass der Rest mageren Gemischs schlagartig explodiert.

Mazda veranschaulicht das mit dem Bild vom prallen Luftballon. Man kann die Luft langsam aus der Öffnung lassen – oder per Nadel mit einem Knall. Vorteil von Version zwei: Die Explosion kann gezielt in dem Moment erfolgen, zu dem sie über die Kurbelwelle den besten Effekt erzielt. Bis zu 30 Prozent mehr Drehmoment haben sie für den neuartigen Motor errechnet, vor allem aber einen um 20 bis 30 Prozent geringeren Verbrauch.

Was am meisten verblüfft: Das Ding fährt. Und zwar ohne Probleme. Einen Hauch weniger spritzig, aber kein bisschen langweilig. Eine Anzeige im Cockpit verrät, wann man dieselig unterwegs ist. Die Überraschung: Im Grunde fast immer. Nur bei harter Beschleunigung geht’s nicht ohne dauerhaften Kerzen-Betrieb.

Schick bewegen lässt sich Mazdas Jüngster auch. Kaum spürbar nimmt er beim Einlenken Gas weg, so dass am Kurveneingang mehr Gewicht auf der Vorderachse lastet. Das sorgt für Grip, Traktion – und Freude. Zusammen mit den angenehm straffen Dämpfern und optionalen 18-Zöllern erlaubt der 4,46 Meter lange Fünftürer sportliches Fahren bis tief in den Grenzbereich.

Die Türen zum Mazda3 Skyactiv-X öffnen sich ab 26 790 Euro, Allradantrieb schlägt mit 6000 Euro zu Buche, die Sechs-Stufen-Automatik mit 2000 Euro. Ab Werk gibt’s Navi und sogar Head-up-Display. Obendrein hält der Wagen Spur und Abstand, erkennt Verkehrszeichen, bremst zur Not und chauffiert – in Verbindung mit Automatik – bei Stop-and-go.

Womöglich steckt ja im guten alten Verbrenner doch mehr, als die glühenden Verfechter des Elektro-Antriebs glauben.

Autor

Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
08. 11. 2019
13:15 Uhr

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08. 11. 2019
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