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R wie Rooaarrr: VW Polo bereit für die Rallycross-WM

Mit der Rolle der Gejagten kennen sie sich aus bei VW Motorsport. Jede Rallye-Saison aufs Neue war das so, seit sie mit dem Polo WRC antraten. Die Werks-Einsätze dort sind zwar Geschichte, doch an der Situation des verfolgten Siegers hat sich wenig geändert. Dieses Mal ist es die Rallyecross-WM. Der Schwede Johan Kristoffersson hat 2017 überlegen den Titel abgeräumt - und natürlich wollen sie jetzt genau da weitermachen.



 

Erdacht wurde das Spektakel 1967 im britischen Lydden Hill, als man Rallyefahrer Rad an Rad auf einen Rundkurs schickte. Asphalt und Schotter im Wechsel. Das Prinzip gilt heute noch. Nur dass die Autos schneller geworden sind. Sehr viel schneller. Die Übersetzungen der sequenziellen Sechs-Gang-Getriebe gehen bis 200.

Der Strom an Zuschauern ist groß. Nur gut einen Kilometer lang sind die Kurse und prima einsehbar. Übers Renn-Wochenende gibt es Vorläufe, Halbfinals, Endlauf. Die neue Saison startet am 14./15. April in Barcelona, am 13./14. Oktober gastiert die WM in Buxtehude.

Und womöglich steckt die größte Faszination ja in einer Zahl: 1,9. Das ist die Spanne, in der die Top-Autos aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigen. Nebeneinander. Zwischen den verbreiterten Kotflügeln nur ein paar Zentimeter Platz. Manchmal auch gar keiner. Und irgendwann kommt die erste Kurve …

Ein guter Start ist der halbe Sieg. Und darum haben sie über den Winter kräftig gebaut am Polo R Supercar. Ein neuer Heckflügel sorgt für mehr Anpressdruck, eine neue Front für bessere Aerodynamik. Und die Kühlung des Motors darf ja keinesfalls leiden.

In der Autostadt Wolfsburg hatte VW’s Schärfster jetzt Premiere: Knapp 600 PS leistet sein Zwei-Liter-Turbo. Bei 1300 Kilo Gewicht. Über einen permanenten Allrad mit starrem Durchtrieb kommen die bis zu 650 Nm Drehmoment auf den Boden. Das verspricht jede Menge Rooaarrr.

Die Konkurrenz allerdings hat auch nicht geruht. Ford ist zwar aus der WM ausgestiegen, dafür hat Audi aufgerüstet – und Peugeot will ausdrücklich den Titel. Eine klare Kampfansage.

Um der zu begegnen, gibt es eine strategische Partnerschaft. Volkswagen R, Heimat der stärksten und sportlichsten VW-Serienmodelle, wird 2018 Partner des Teams PSRX Volkswagen Schweden und intensiviert obendrein die Zusammenarbeit mit VW Motorsport.

Da trifft es sich, dass R-GmbH-Chef Jost Capito früher war, was VW-Motorsport-Direktor Sven Smeets jetzt ist. "Volkswagen R hat seit jeher Inspiration und Leidenschaft aus dem Rennsport bezogen", sagt Capito – und dafür will Smeets den sportlichen Erfolg beisteuern.

Gemeinsam werden sie wohl auch die Zukunft planen. Ab 2020 nämlich sollen die Rallyecross-Boliden in der WM rein elektrisch fahren. Mit 340 PS an jeder Achse – aber dann ohne Rooaarrr.

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Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
23. 03. 2018
13:15 Uhr

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