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SUV-Offensive: Seat. Hoch. Drei.

Es läuft gerade nicht schlecht bei Seat. Oder sollte man besser sagen: fährt? So oder so: In einem stagnierenden Neuwagen-Markt haben die Spanier 2018 mit knapp 122.000 Zulassungen ein Plus von 12,5 Prozent erzielt - mal wieder ein Rekordjahr.



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Klar war daran die fünfte Generation des Ibiza beteiligt. Ganz sicher aber war es die Folge einer gewaltigen SUV-Offensive. Vor kurzem hatte Seat noch nicht einmal einen Sport-Nützling im Angebot – jetzt kann man mit Arona, Ateca und dem ab 23. Februar im Schaufenster stehenden Tarraco (Fotos) klein, mittel und sogar riesengroß auswählen. Binnen kurzer Zeit spricht man da eine völlig neue Zielgruppe an.

Vielleicht war es ja Zufall, dass der Ateca-Werbespot von "Sinnerman" untermalt war – dem armen Sünder aus Nina Simones weltberühmtem Spritual. Womöglich aber war ein Hauch Selbstschelte dabei. Weil es mindestens eine Sünde war, dem weltweiten SUV-Treiben jahrelang tatenlos zugesehen zu haben. Umso zackiger stand der Spätgeborene dann da. Und mit ihm die klare Botschaft: Jetzt ist hier Anfang Gelände.

Weil vor allem die Kurzen im Segment an Höhe gewinnen, war es nur eine Frage der Zeit, wann Seat unterhalb des Ateca Gehobenes nachreichen würde. Schnell wartete der Arona mit breiten Schultern, steiler Scheibe, einem Dach im Targa-Look und auch sonst jeder Menge Raffinesse auf – vom Allrad mal abgesehen. Trotz des großen X in der C-Säule.

"Wir wollten sehen, ob auch eine Stufe mehr geht", sagt Deutschland-Chef Bernhard Bauer. Prompt haben die Katalanen ein neues Flaggschiff. Und was für eines: Im Konzern ist der Tarraco unter Seinesgleichen der Größte. Schlägt um Zentimeter sogar VW Tiguan Allspace und Škoda Kodiaq. Und natürlich bietet auch er auf Wunsch eine dritte Reihe. Dort will man zwar keine Reise verbringen, für eine Ausfahrt indes reicht’s. Wahlweise schluckt der Tarraco Ladung im Überfluss. 760 Liter sind es einfach so, wer die Rücklehnen – auch per Schalter – umlegt, bringt knapp zwei Kubikmeter unter. Nur hinterm Siebener-Gestühl wird’s mit 230 Litern ein bisschen eng.

Unter der kantigen Haube arbeiten bewährte Vierzylinder. Fremd- wie selbstgezündet liefern sie jeweils 150 und 190 PS. An der Basis mit Frontantrieb und Sechs-Gang-Schaltung. Damit ist man zwar auskömmlich unterwegs – wer aber so ein 1,8-Tonnen-Teil wirklich braucht und öfter als nur gelegentlich mal belädt, sollte in Sachen Leistung nicht geizen. Zumal dann Sieben-Gang-DSG an Bord ist, vor allem aber zwei getriebene Achsen. Und wann, wenn nicht im Schnee, würde man Allrad besonders schätzen?

Mehr Schub indes wird wohl ein Wunsch bleiben. Für den großen Bums haben die Spanier ja gerade erst die Sport-Marke "Cupra" gegründet. Was kommen wird, ist ein Doppelherz-Tarraco mit 210 PS und 50 Kilometern elektrischer Reichweite.

Das Fahrwerk ist bei schneller Fahrt kaum zu erschüttern – und bietet doch ordentlich Federweg, falls es mal holprig wird unter den 20-Zöllern. Wer’s allerdings kurvenknackig schätzt, sollte ins verstellbare Fahrwerk investieren. In Sachen Sicherheit ist verfügbar, was sich im VW-Konzern findet. Die Multikollisionsbremse ist bei allen Modellen an Bord. Und wer nicht einfach nur Auto fahren will – der optionale Highspeed-Internet-Zugang macht den Tarraco zum rollenden Hotspot.

Mitnehmen kann man Seats Größten mit sehr ordentlicher Ausstattung bereits ab 29 980 Euro. Aber wo viel Platz nach hinten herrscht, ist preislich auch viel Luft nach oben.

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Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
08. 02. 2019
12:00 Uhr

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