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Sicherheit ab Werk: Volvo begrenzt seine Autos künftig auf 180

Bereits ab kommendem Jahr sollen die Neuwagen von Volvo nicht mehr schneller als 180 fahren.



 

Der Bundesverkehrsminister hat sich klar positioniert. Ein Tempolimit sei gegen jeden Menschenverstand, erklärte Andreas Scheuer (CSU) jüngst. Håkan Samuelsson (Foto) sieht das gänzlich anders. Und so hat der Volvo-Präsident hat eine Geschwindigkeitsbegrenzung durchgesetzt. Bereits ab kommendem Jahr sollen die Neuwagen seiner Marke nicht mehr schneller als 180 fahren.

"Wir wollen eine Diskussion darüber starten, ob ­Automobilhersteller das Recht oder vielleicht sogar die Pflicht haben, Technik in ihren Autos zu installieren, die das Verhalten der Fahrer verändert und Fehlverhalten wie zu schnelles Fahren, Drogenkonsum oder Ablenkungen verhindert", sagt Samuelsson. "Wir haben noch keine endgültige Antwort auf diese Frage, glauben aber, dass wir selbst in dieser Diskussion eine Führungsrolle einnehmen und sogar Pionier sein sollten."

Ab bestimmten Geschwindigkeiten reichten selbst beste aktive und passive Sicherheitstechnologien im Fahrzeug nicht mehr aus, um bei einem Unfall schwere Verletzungen und Todesfälle zu vermeiden, so der Volvo-Chef. Aus diesem Grund gebe es in den meisten Ländern Tempolimits. Diese allein genügten aber nicht. "Wir sollten vielmehr alles in unserer Macht Stehende tun, selbst wenn wir dadurch nur ein einziges Menschenleben retten."

Die Vision des Unternehmens, nach der ab 2020 kein Mensch mehr in einem neuen Volvo getötet oder schwer verletzt werden soll, ist eines der ambitioniertesten Sicherheitsziele innerhalb der Automobilindustrie.

"Die Menschen nehmen die Gefahren von zu schnellem Fahren einfach nicht wahr", bestätigt Jan Ivarsson, einer der führenden Volvo Sicherheits­experten. "Wir verstehen zwar alle, welche Gefahren von Schlangen, Spinnen oder großer Höhe ausgehen können, bei der Einschätzung von Geschwindigkeiten haben wir aber Probleme. Wir fahren in bestimmten Verkehrssituationen häufig zu schnell und wir haben ein schlechtes Tempogefühl in Bezug auf die aktuelle Situation und überschätzen unsere eigenen fahrerischen Fähigkeiten. Daher müssen wir den Autofahrer dabei unterstützen, die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit richtig einzuschätzen."

Neben der Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit prüft Volvo auch, wie eine intelligente Geschwindigkeitssteuerung in Zukunft das Tempo eines Fahrzeugs automatisch begrenzen könnte. Mithilfe der sogenannten Geofencing-Technologie könnten beispielsweise vor Schulen oder Krankenhäusern virtuelle Bereiche abgesteckt werden, bei deren Einfahrt das Auto automatisch abbremst.

Und das scheint noch nicht alles zu sein. Volvo will im Rahmen einer Veranstaltung am 20. März in Göteborg Ideen präsentieren, wie man weitere Probleme wie Ablenkung des Fahrers sowie Alkohol- oder Drogeneinfluss angehen könnte.

So gänzlich gegen jeden Menschenverstand klingt das alles nicht.

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Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
08. 03. 2019
14:54 Uhr

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