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Toyota Supra: Nippons Bayer

Kooperationen gibt es in der Autobranche viele und für alles Mögliche. Gerade die Kleineren teilen sich gerne mal die Last der Kosten. Aber dass sich zwei der renommiertesten Hersteller ausgerechnet für einen Sportwagen zusammentun, hat dann doch eher Seltenheitswert ...



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... und zeigt womöglich überdeutlich, wie sehr die Sport-Nützlinge mittlerweile alles drumherum plattgefahren haben.

Mit Sicherheit war es Traditionsbewusstsein im Hause Toyota. Beim Neustart des legendären Supra nämlich sollte die Kraft wie gehabt aus einem Reihensechszylinder kommen – und wo, wenn nicht bei BMW säßen die Großmeister dieser Art von Aggregat? Gesagt, getan: Die Bayern fanden Unterstützung für ihren offenen Z4, die Japaner Technik und Interieur für ihr geschlossenes Top-Coupé.

Erfreulicherweise hat es sich dann schon mit den Gemeinsamkeiten: Der Supra unterscheidet sich mit breiten LED-Augen, ausgestellten Radkästen und dem "Double-Bubble-Dach" ganz erheblich vom weiß-blauen Roadster. Wobei die flache Überkopf-Verblechung mit den zwei Erhebungen eben kein Design-Gag ist, sondern Teil einer pfiffigen Aerodynamik. Heckscheibe, Spoiler und Leuchten indes sind Reminiszenzen an frühere Supras.

Auch das adaptive Fahrwerk, Lenkgetriebe und Differenzial stammen von Toyota. Und das Chassis, schwärmen sie, sei noch steifer geworden als das zu zwei Drittel aus Carbon gebackene der Lexus-Rennflunder LFA. Was auch am kurzen Radstand und der breiten Spur liegt. Aber wer im Porsche Cayman seinen Gegner sieht, darf nicht allzu viele Kompromisse machen. Darum hat Toyota Motor, Dämpfung und Software auch vorrangig auf der Nordschleife abgestimmt. Das S im Schriftzug ähnelt nicht ohne Grund einer Kurven-Kombination im Bereich Wehrseifen.

Die 340 PS des BMW-Motors sind bei knapp unter anderthalb Tonnen durchaus reichlich. Die Achtstufen-Automatik sortiert sauber und ohne Nervosität. Nur wer nach letzten Zehntel fahndet, sollte sich der Schaltwippen bedienen. Lobenswert: Der Supra lässt zwar durchaus von sich hören, verzichtet aber auf die sich immer dicker tuende Unsitte prolligen Spratzelns.

Antrieb achtern, Sperre und eine höchst präzise Lenkung sorgen in Stellung "Sport" für echtes Volant-Vergnügen, verlangen aber auch ein gerüttelt Maß an Disziplin. Zur Belohnung gibt es ein druckvolles, aber nie giftiges Heck. Im "Traction Mode" lässt sich da nachbessern – und ohne ESP geht noch mehr quer. Darum ist das wahre Revier des Supra auch mindestens die sich schlängelnde Landstraße. Besser noch: ein abgesperrter Kurs.

Zum Preis von 62 900 Euro gibt es praktisch alles. Inklusive einer ganzen Armada von Assistenten. Nur Leder, Sound-System und Head-up-Display lassen sich zusätzlich ordern. Aber einen Supra kauft man ja nicht des Komforts wegen. Ganz im Gegenteil.

Auch nicht, wenn man besonders sparsam unterwegs sein will. Im Datenblatt stehen 7,5 Liter, doch abseits des Prüfstandes wird es eher nichts mit einstelligen Werten. Zumal man schon mit der Gelassenheit eines Zen-Mönches gesegnet sein muss, um die 4,3 Sekunden bis Tempo 100 und den Vortrieb bis Tempo 250 nicht wenigstens ab und an auszukosten. Wer ständig auf die Tankanzeige schielt, ist mit einem Diesel-Kombi ganz sicher besser bedient – Spaßhaber indes sind beim Supra genau richtig.

Autor

Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
23. 08. 2019
18:00 Uhr

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