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Ultrabreitband hilft gegen dreisten Autoklau per Funk

Was war das über Jahrzehnte für ein Gefummel mit dem Autoschlüssel. Sperrig, nervig - und im Winter blieb man trotz Feuerzeugs gerne mal ausgesperrt. Nach und nach setzten sich Klappschlüssel und Fernbedienung durch, ein deutlicher Gewinn an Komfort. Doch geht es noch bequemer:



 

Mit einem "Keyless"-System in der Tasche muss man dem Auto nur mehr nahekommen, schon entriegeln die Türen. Und die meisten Motoren springen ohnehin auf Knopfdruck an.

Dummerweise sind auch Kriminelle Fans der schicken Technik. Zwar reicht das Funksignal nur etwa eine Fahrzeuglänge weit, doch mit ein paar Tricks und dem geeigneten Verstärker lässt sich diese Distanz auf ein paar hundert Meter verlängern. Bis hin zu einer Jackentasche oder zum Schlüsselbrett im Hausflur. So wird dem Auto vorgegaukelt, sein Besitzer stehe unmittelbar daneben. Erforderlich sind ein bisschen Spezialwissen und Teile, die man für ein paar Euro in jedem Elektronikladen bekommt.

Ist das Auto erst einmal geöffnet, lässt es sich auch starten. Und fahren, bis der Sprit alle ist. Tanken Diebe bei laufendem Motor nach, kann man einen gestohlenen Wagen aber problemlos auch tausende Kilometer weit bewegen. Der Bestohlene ahnt davon nichts – der Schlüssel liegt ja vermeintlich wohlverwahrt zuhause.

Selbstverständlich ist das Problem lange bekannt. Seit drei Jahren veröffentlicht der ADAC eine lange Liste mit ziemlich blamablem Inhalt. Aufgeführt werden alle Fahrzeuge, deren schlüssellose Systeme der Verkehrsclub knacken konnte. Rund 300 Modelle sind das inzwischen – von Herstellern aus aller Welt, von Cityflitzer bis Luxusklasse.

Auch die Versicherer haben längst Alarm geschlagen. Allerdings werden in den Statistiken Taten per Funk-Klau nicht erfasst. Wie das Fahrzeug genau geknackt wurde, lässt sich allenfalls feststellen, wenn es wieder auftaucht. Meist allerdings landen die Autos irgendwo in Osteuropa und werden dort fachmännisch ausgeschlachtet. Und weil die Fahrzeugdiebstähle insgesamt rückläufig sind, fehlt der öffentliche Druck auf die Hersteller.

Nur wenige haben bislang reagiert. Dabei gibt es durchaus sichere Varianten. An zwei Modellen von Land Rover zum Beispiel verzweifelten die ADAC-Tester. Es gelang ihnen nicht, das System irgendwie zu überlisten. Der Grund liegt in der sogenannten Ultrabreitband-Technologie, die das Unternehmen einsetzt. Sie funktioniert ähnlich wie die Satellitennavigation per GPS. Der Trick: Chips an mehreren Stellen im Auto kommunizieren nicht nur mit dem Sender, sondern auch untereinander. So lässt sich anhand der Zeit, die das Signal braucht, die Entfernung des Schlüssels auf den Zentimeter genau bestimmen.

Volkswagen hat angekündigt, die verbesserte UWB-Technik ebenfalls einzusetzen. Erstmals im Golf 8 und im E-Auto ID.3, danach schrittweise in allen neuen Modellen. Die präzise Feststellung der Position lässt auch noch andere Möglichkeiten zu. So testet VW aktuell einen Kugelkopf, der automatisch ausschwenkt, wenn man auf einen Anhänger zurangiert.

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Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
10. 01. 2020
12:15 Uhr

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10. 01. 2020
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