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Volvo S60: Otto aus Amerika

Ein wenig scheinen sie vom eigenen Erfolg überrascht. Der XC40 war 2018 "Car of the Year", auch die übrigen Baureihen verkaufen sich prächtig - und so wird 2019 mit mehr als 50000 Autos in Deutschland für Volvo das sechste Wachstumsjahr in Folge.



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Läuft – oder um näher am Firmennamen zu bleiben: Rollt. Dabei treten die Nordmänner im Premium-Segment an und müssen Marktanteile vorrangig denen abjagen, die im Wappen Stern, Ringe oder Weiß-Blau tragen.

Jüngster Herausforderer ist die auf 4,76 Meter gestreckte Limousine S60, die ab sofort in den Schaufenstern steht. Und in der Business-Class kommt nordische Kühle besonders gut. Das beginnt bei klassisch-glattem Blech und endet beim hartnäckig hochkant stehenden Touchscreen über dem beinahe schalterlosen Cockpit. Ein bisschen eigen sind sie in Göteborg halt auch.

So ist der S60 der erste Volvo ohne Diesel – und erstmals kein echter Schwede mehr, weil er im neuen Werk in Charleston (South Carolina) vom Band läuft. Ab Mitte nächsten Jahres gilt ab Werk zudem Tempolimit 180 – und Ende 2020 ist die Zeit reiner Verbrenner vorbei.

Noch aber arbeiten im S60 Zwei-Liter-Vierzylinder – Betriebssystem Otto. Mit 190 und 250 PS sowie als Plug-In mit 390, von denen 303 der Motor mit Kolben für vorne liefert und 87 der mit Wicklung für hinten – inklusive 54 Kilometer reine Akku-Fahrt. Ab Dezember reicht Volvo eine weitere Allrad-Version nach, die per Turbo und Kompressor auf 310 PS kommt. Stets an Bord ist ein Acht-Stufen-Wandler mit kaum spürbaren Übergängen. Will man raus aus dem Schwebe-Modus, kann man zum Wählhebel greifen oder – als Sonderausstattung – in die Schaltwippen am Lenkrad.

Die Abstimmung ist angenehm straff, auch wenn die Hinterachse von einer Querblattfeder gedämpft wird, die an einen Lattenrost erinnert. Die Lenkung macht ihren Job prima und mit guter Rückmeldung, die Bremsen packen zu, dass es eine Freude ist, und ein schnelles ESP trimmt den S60 wieder auf Kurs, noch ehe er groß Richtung Kurvenrand schieben kann.

Der Innenraum präsentiert sich hochwertig, dank gewachsenem Radstand geräumiger und mit gut geformten Sitzen auch zum Wohlfühlen. Selbst im Fond herrscht trotz geduckterem Dach reichlich Platz, und dahinter warten sogar noch 442 Liter Kofferraum – sensationell tief, aber auch ein wenig flach. Design hat hier eindeutig Vorrang.

Keine Kompromisse gibt’s im Bereich Sicherheit. Ab Werk verfügt der S60 über ein Notbrems-System, das Autos, Fußgänger, Zweiradfahrer und Wildtiere erkennt – und auch für Gegenverkehr auf der eigenen Spur den Anker wirft. Zudem kann Volvos Jüngster den Fahrbahnrand sogar ohne Markierung orten. Stets an Bord ist der "Pilot Assist", der – zeitlich begrenzt – bis Tempo 130 selbstständig fährt, ohne ein Auto vor sich zu brauchen.

So viel Premium hat seinen Preis: Der Einstieg beginnt bei 43 200 Euro. Dafür sind zu Navi, Soundsystem und Klimaanlage noch Sportfahrwerk, 20-Zöller, Sportsitze und schwarzer Himmel dabei. Die Version "Inscription" (ab 59 000 Euro) ist vorerst nur mit Doppelherz erhältlich und lockt mit Leder, Chrom und Holz sowie einem gläsernen Schalthebel.

Und bevor leise Hoffnung bei Krämerseelen keimt: Nach oben ist locker noch fünfstellig Platz. Allerdings fährt man der leidigen Debatte um Diesel-Fahrverbote auch ganz besonders elegant davon.

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Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
31. 10. 2019
18:15 Uhr

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31. 10. 2019
18:15 Uhr



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