Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerLoewe-InsolvenzNP-FirmenlaufGlobe-TheaterMordfall OttingerStromtrasse

 

Weiterhin keine WhatsApp-Daten deutscher Nutzer für Facebook

Zwei Jahre nach dem Kauf von WhatsApp wollte Facebook im vergangenen Jahr auf einige Daten von Nutzern des Kurzmitteilungsdienstes zugreifen. Der Hamburger Datenschützer blockierte die Pläne in Deutschland - und ein Gericht stärkte ihm nun den Rücken.



WhatsApp-Symbol
Facebook darf personenbezogene Daten von deutschen WhatsApp-Nutzern ohne Einwilligung nicht erheben. Foto: Jens Kalaene/dpa  

Facebook darf nach einem Gerichtsbeschluss weiterhin keine Daten deutscher Nutzer des Kurzmitteilungsdienstes WhatsApp nutzen. Das Verwaltungsgericht Hamburg bestätigte eine entsprechende Anordnung des Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar vom vergangenen Herbst.

Facebook plane, gegen die Entscheidung in Berufung zu gehen, sagte ein Sprecher des Online-Netzwerks. Den zweiten Teil von Caspars Anweisung - bereits erhobene Daten zu löschen - müsse Facebook zunächst nicht befolgen, erklärte das Verwaltungsgericht. Diese Forderung sei nicht sofort vollziehbar. Der Datenschützer erklärte, es sei ein Versehen gewesen, den sofortigen Vollzug auch der Löschung anzuordnen.

Das Hamburger Verwaltungsgericht räumte zugleich ein, es sei «noch nicht hinreichend geklärt, ob deutsches Datenschutzrecht zur Anwendung komme» und Caspar gegen Facebook Irland vorgehen könne. Nach deutschen Vorschriften habe es keine Zustimmung gegeben. Und: «Im Rahmen der daher vorzunehmenden Interessenabwägung überwiege das Interesse der deutschen WhatsApp-Nutzer.»

Caspar hatte Facebook im September mit einem sofort vollziehbaren Bescheid die Pläne zur Nutzung einiger Informationen deutscher WhatsApp-Nutzer untersagt. Der Grund: Das Online-Netzwerk habe dafür keine Einwilligung eingeholt, die deutschen Datenschutzvorschriften entspreche. Facebook kontert, man agiere in Europa nach irischem Datenschutzrecht, weil dort der internationale Sitz der Firma sei.

«Die Entscheidung hat erhebliche Ausstrahlungswirkung auch in Richtung EU», erklärte Caspar zu dem Beschluss. Denn dort gelte bereits heute mit der EU-Datenschutzrichtlinie und erst recht ab Mai 2018 mit der Datenschutzgrundverordnung ein vergleichbares Datenschutzniveau. «Damit wird auch der Kritik vieler meiner Kollegen aus den anderen Mitgliedstaaten an dem geplanten Datenaustausch Rechnung getragen.»

Facebook betonte, die Datenschutz-Regeln von WhatsApp und auch ihre Aktualisierung seien im Einklang mit geltendem Recht gestaltet worden. Man werde auch weiterhin mit Regulierern zusammenarbeiten und ihre Fragen beantworten.

Facebook hatte WhatsApp 2014 für etwa 22 Milliarden Dollar gekauft. Damals war erklärt worden, dass die Daten bis auf Weiteres getrennt bleiben und WhatsApp weiterhin unabhängig agieren solle. Im Spätsommer 2016 kündigte WhatsApp dann an, künftig die Telefonnummer des Nutzers an Facebook weiterzugeben. Außerdem sollen mit der Konzernmutter Informationen darüber geteilt werden, wie häufig der Kurzmitteilungsdienst genutzt werde. Dadurch sollten Werbung und die Freunde-Vorschläge in Facebook-Diensten verbessert werden, hieß es. 

Zugleich wurde versichert, dass Facebook keinen Zugang zu Inhalten der Kurznachrichten bekomme - auch weil diese verschlüsselt seien. Nach dem Einschreiten der Datenschützer wurde die Weitergabe und Nutzung der Daten von WhatsApp-Nutzern europaweit ausgesetzt.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 04. 2017
11:15 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Datenschutzrecht Datenschutzvorschriften Datenschützer Facebook Verwaltungsgerichtshöfe
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Entwicklerkonferenz Google I/O

08.05.2019

Google bringt Gesichtserkennung ins vernetzte Zuhause

Ein neues Google-Gerät erkennt, wer vor ihm steht und passt die angezeigten Informationen daran an. Das sei hilfreich für die Nutzer, betont der Internet-Konzern - und will Datenschutz-Ängsten mit umfangreichen Versprech... » mehr

Facebook

18.04.2019

Facebook lud Kontaktdaten von 1,5 Millionen Nutzern hoch

Facebook kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Bei etlichen neuen Mitgliedern landeten Daten aus den Adressbüchern auf den Servern von Facebook - laut Unternehmen versehentlich, auch weil das Netzwerk eine umstrittene... » mehr

TikTok

05.07.2019

Datenschützer prüfen Video-App TikTok

Die App TikTok ist unter jungen Leuten populär, bereitet Datenschützern aber Bauchschmerzen. Eltern sollten ihren Nachwuchs nicht ohne weiteres die Nutzung erlauben. » mehr

Facebook

02.10.2018

Hacker hatten Zugang zu fast 50 Millionen Facebook-Accounts

Ein halbes Jahr nach dem Facebook-Datenskandal um Cambridge Analytica stellt ein massiver Hacker-Angriff das Vertrauen der Nutzer auf die Probe. Fast 50 Millionen Profile waren betroffen. Davon stammen weniger als zehn P... » mehr

Europäischer Gerichtshof

05.06.2018

Facebook-Fanpage für Datenschutz mitverantwortlich

Der Europäische Gerichtshof hat einen seit 2011 laufenden Streit zu Gunsten deutscher Datenschützer entschieden. Das Urteil bezieht sich zwar auf eine Richtlinie, die es nicht mehr gibt - könnte aber die Weichen für die ... » mehr

Mark Zuckerberg

24.05.2018

Facebook: Möglicherweise trifft Datenskandal keine Europäer

Der Datenskandal um Cambridge Analytica hat Facebook auch in Europa schwer unter Druck gebracht. Jetzt heißt es plötzlich, vielleicht seien gar keine Europäer betroffen - nachdem Facebook einst selbst Millionen Nutzer ge... » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 04. 2017
11:15 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".