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Telekom bietet Gigabit-Anschluss für private Haushalte an

Obwohl Deutschland im internationalen Breitband-Test von Netflix gar nicht so schlecht abschneidet, steht Marktführer Telekom in der Dauerkritik. Auf der IFA rechtfertigt der scheidende Deutschland-Chef der Telekom den Technologie-Mix seines Unternehmens.



Deutsche Telekom
Kunden von Telekom können sich zukünftig für einen Gigabyte-Anschluss mit Glasfaser-Technologie entscheiden.   Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Die Deutsche Telekom wird künftig privaten Kunden einen Gigabit-Anschluss mit Glasfaser-Technologie anbieten. Auf der IFA stellte Deutschland-Chef Niek Jan van Damme einen verführerischen Tarif vor.

Mit ihm können Kunden für knapp 120 Euro im Monat Daten mit einer Geschwindigkeit von 1000 Megabit pro Sekunde herunterladen. Der Tarif kann dort gebucht werden, wo Glasfaserkabel bis zum Haus (Fibre To The Home, FTTH) liegen. Die Telekom verzeichne eine starke Nachfrage nach Glasfaser-Produkten, hieß es. Ende Juni lag die Zahl der Glasfaseranschlüsse bei 8,2 Millionen. Allein im ersten Halbjahr 2017 sei die Zahl der Anschlüsse um 1,4 Millionen gestiegen.

Van Damme, der zum Jahresende seine Position als Deutschland-Chef der Telekom aufgibt, verteidigte den Technologie-Mix in den Netzen seines Unternehmens. Kritiker und Wettbewerber werfen der Telekom vor, zu sehr auf die Vectoring-Technologie zu setzen, bei der die Daten auf veralteten Kupferleitungen in die Haushalte gelangen. «Auch Vectoring ist Glasfaser», sagte van Damme, weil die Datenverteiler-Kästen in den Straßen via Glasfaser angeschlossen seien. Die Distanz bis zur Wohnung sei lediglich eine «Restkupferstrecke».

Der internationale Breitband-Test des Streamingdienstes Netflix habe bestätigt, dass im deutschen Festnetz die höchsten Download-Geschwindigkeiten aller europäischen Flächenstaaten erzielt würden. Damit liege Deutschland auch vor Spanien und Frankreich.

Der Telekom-Manager verteidigte auch die Strategie, das Festnetz seines Unternehmens bis 2018 auf Internet-Technologie (IP) umzustellen. «Den Menschen zu erzählen, sie könnten ISDN sicher weiter nutzen, ist, wie der Dampflok eine Zukunft zuzuschreiben.» Die IP-Umstellung war in den vergangenen Monaten immer wieder kritisiert worden, weil mit der neuen Technologie vorhandene Telefon-Anlagen unter Umständen nicht mehr funktionieren und ersetzt werden müssen. Bis Ende Juni seien 14,9 Millionen Anschlüsse auf IP umgestellt worden. Das entspreche einer Quote von 61 Prozent.

Neue Akzente will die Telekom mit seinem Online-Fernsehdienst Entertain setzen. Vom 4. Oktober an wird Entertain exklusiv drei TV-Serien («The Handmaid's Tale», «Cardinal», «Better Things») ausstrahlen. Außerdem kann man über die Entertain-Box künftig auch den Streamingdienst Netflix empfangen, für den aber ein separates Abo notwendig ist.

Die Telekom baut auch ihren Mobilfunk-Datentarif «StreamOn» aus. Bei dem Tarif werden bestimmte Dienste etwa für Video- oder Musik-Streaming nicht mehr auf das Datenvolumen des Kunden angerechnet. Zu den Partnern der Telekom zählen neben Apple Music, Amazon, Netflix und YouTube nun auch der Musikdienst Spotify. Der Tarif wird von Verbraucherschützern kritisiert, weil er ihrer Einschätzung nach gegen das Gebot der Netzneutralität verstößt, nach dem alle Daten im Internet diskriminierungsfrei gleich behandelt werden müssen.

Zur IFA baute die Telekom zusammen mit dem Netzwerk-Ausrüster Huawei «Europas erste 5G-Verbindung» auf. Dabei sei im Berliner Stadtteil Schöneberg ein Datendurchsatz von mehr als zwei Gigabit pro Sekunde erzielt worden, sagte Claudia Nemat, Innovationsvorstand der Deutschen Telekom. Der Einsatz markiere einen wichtigen Entwicklungsschritt auf dem Weg zum weltweiten Start der fünften Mobilfunkgeneration.

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dpa

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Veröffentlicht am:
01. 09. 2017
11:05 Uhr

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01. 09. 2017
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